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Reisebranche

TUI erreicht 2012 neue Rekordmarken

16.06.2012 | 06:00 Uhr
TUI erreicht 2012 neue Rekordmarken
Deutschlands führendes Reiseunternehmen spürt von der aktuellen Wirtschaftskrise wenig.

Hannover.  Kaum eine andere Branche zeigt sich so krisenresistent wie das Reiseressort. Deutschlands führender Reiseanbieter TUI plant für die kommende Wintersaison ein genau so hohes Flugaufkommen wie in den vergangenen Jahren. Von einer Krise ist beim Hannoverander Unternehmen nichts zu spüren.

Von Krise keine Spur : Sowohl bei Buchungen als auch beim Umsatz hat Deutschlands führender Reisekonzern TUI in dieser Urlaubssaison neue Rekordmarken erreicht. „Wachstumstreiber sind neben dem Segment der Fernreisen die höhere Nachfrage bei Luxusreisen“, berichtet TUI-Chef Dr. Volker Böttcher. Darüber hinaus profitiere die TUI in zunehmendem Maße auch von neuen, differenzierten und exklusiven Hotelprodukten . „Bereits heute entscheiden sich 60 Prozent der Gäste für ein Hotel, das exklusiv bei uns buchbar ist. In der Saison 2014/15 werden es dann sogar acht von zehn TUI Gästen sein, die ihren Urlaub in einem dieser Häuser verbringen“, glaubt Volker Böttcher.

Der Reisemanager will sich mit dieser Exklusiv-Strategie dem mitunter ruinösen Wettbewerb entziehen, der durch transparente Preisevergleiche im Internet in den vergangenen Jahren massiv angeheizt wurde. Denn der etablierte Reiseveranstalter tut sich nach wie vor schwer, seine Reisen im Netz zu verkaufen. Bislang galten alle Versuche der TUI, Reisen im Internet anzubieten, als halbherzig. Auch die kürzlich gestartete Reiseplattform tui.com hat an dieser Einschätzung nichts geändert.

Ernsthaftere Onlineversuche der TUI

Zu stark ist nach wie vor die Lobby der Reisebüros, die der TUI regelmäßig mit Liebesentzug drohen, sollte diese zu stark in die Onlineoffensive gehen. So sorgte jüngst die Ankündigung von Böttcher, die gedruckten Reisekataloge auszudünnen und stattdessen digitale Reisekataloge im Internet anzubieten, für einen Aufschrei vieler Reisebüroinhaber. Mittelfristig müssen sich diese aber wohl auf wesentlich ernsthaftere Onlineaktivitäten der TUI einstellen. Denn nach der überraschenden Ablösung von Dr. Volker Böttcher als Deutschlandchef der TUI, der im Herbst durch den Schweden Christian Clemens ersetzt wird, rechnen alle Experten mit einem zügigen Ausbau des TUI-Onlinevertriebs.

Für die anstehende Winter-Saison plant der Reiseveranstalter aus Hannover derweil mit Flugkapazitäten auf Vorjahresniveau. Die Nachfrage dürfte auch von der stabilen Preisentwicklung profitieren, da die Reisepreise weitestgehend auf Vorjahresniveau bleiben. Lediglich Fernreisen verteuern sich währungsbedingt geringfügig um durchschnittlich zwei Prozent.

Urlaub in Afrika ist günstig

Besonders attraktiv seien im kommenden Winter die Frühbucherpreise auf der Flugmittelstrecke, die unterm Strich sogar um ein Prozent unter dem Vorjahr liegen, in Ägypten sogar um minus zwei Prozent und auf den Kapverden um minus drei Prozent. Auf der Fernstrecke werde vor allem Urlaub in Afrika günstiger, wo die Preise um durchschnittlich zwei Prozent sinken, in Südafrika sogar um vier Prozent. Teurer hingegen werden Flugreisen nach Asien, die um vier Prozent über dem Vorjahr liegen.

Gewinner der jetzt laufenden Sommersaison sind laut TUI die Reiseziele Tunesien und Thailand, die nach starken Rückgängen wieder in der Gunst der Urlauber zulegen konnten. Ägypten hingegen leidet weiter unter den Folgen der unsicheren politischen Situation, viele Ferienanlagen sind wegen der Buchungszurückhaltung der Deutschen schlecht ausgelastet.

Beitrag für Griechenland leisten

Auch in Griechenland fällt der Vorjahresvergleich negativ aus. Böttcher appellierte vor der Schicksalswahl am Sonntag erneut an die deutschen Urlauber, weiter in Griechenland Urlaub zu machen . „Ich möchte alle Bundesbürger, die gern nach Griechenland fahren möchten, dazu auch animieren: Sie erleben ein gastfreundliches Land, profitieren von modernisierten Hotels und einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Und sie würden damit einen persönlichen Beitrag für dieses so krisengeschüttelte und aber doch so gastfreundliche Land leisten.“

Von PASCAL BRÜCKMANN

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