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Sierra Leone - Urlaubsparadies mit blutiger Vergangenheit

20.06.2012 | 08:45 Uhr
Sierra Leone - Urlaubsparadies mit blutiger Vergangenheit
Sierra Leone hat alles, was es zu einem Urlaubsparadies braucht - nur am guten Image des Landes mangelt es noch.Foto: Jupiterimages

Freetown.   Sierra Leone hat alles, was es zu einem Urlaubsparadies braucht. Dennoch sind rund 80 Prozent der Reisenden dort beruflich unterwegs. Das mag daran liegen, dass die meisten Europäer zunächst an den blutigen Bürgerkrieg denken, den das Land jedoch längst hinter sich gelassen hat.

Weiße Sandstrände, üppige tiefgrüne Wälder, einsame Inseln: Sierra Leone hat alles, was es zu einem Urlaubsparadies braucht. Doch statt an Traumstrände denken die meisten Europäer beim Namen des Landes an grausam verstümmelte Opfer des Bürgerkriegs . Zwischen 1991 und 2002 starben in dem kleinen westafrikanischen Staat 120.000 Menschen. Zehn Jahre nach Ende des Blutvergießens versucht Sierra Leone, sich wieder einen Namen als Reiseland zu machen.

Einer der wenigen Mutigen, die sich bereits jetzt nach Sierra Leone wagen, ist Henner Hildebrand. Strahlend und braun gebrannt sitzt er am Strand von Tokeh nahe der Hauptstadt Freetown. "Das ist ein einzigartiger Ort", schwärmt der Deutsche. "Es stimmt schon, dass das Reisen hier nicht einfach ist, aber wenn man einmal einen Strand wie diesen entdeckt hat, möchte man immer wieder zurückkommen."

Schon die Ankunft in der ehemaligen britischen Kolonie ist ein kleines, nicht ungefährliches Abenteuer. Eine breite Flussmündung trennt den heruntergekommenen internationalen Flughafen Lungi von der Hauptstadt Freetown. Besucher haben die Wahl zwischen lahmen altersschwachen Fähren und schnelleren Wassertaxis, die sich bei meist schlechter Sicht ihren Weg durch das raue Gewässer suchen.

Eine große Herausforderung

Hubschrauberflüge nach Freetown gibt es nicht mehr, nachdem 22 Menschen bei einem Absturz starben. Aus Sierra Leone ein Urlaubsland zu machen, sei eine "große Herausforderung", sagt Cecil Williams, der Chef der Tourismusbehörde. Vor allem die Infrastruktur brauche Investitionen: "Schnellere und bessere Schiffe und ein besseres Straßennetz, damit man die Schönheit der Landschaft auch genießen kann." Genauso wichtig sei es aber auch, gegen "das Bild eines vom Krieg zerstörten Landes" anzukämpfen.

"Der Tourismus ist die Branche, die in den kommenden fünf Jahren den größten Beitrag zur gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung des Landes leisten wird", sagt Williams. Nicht Massen- sondern eher teurer Öko-Tourismus ist dabei das Ziel. "Massentourismus zerstört Umwelt und Kultur und bringt außerdem nicht viel ein", sagt der Behördenchef. Vor dem Krieg machten jedes Jahr bis zu 100.000 Menschen in Sierra Leone Urlaub - die meisten von ihnen Franzosen.

80 Prozent der Reisenden sind beruflich unterwegs

Im vergangenen Jahr wurden bereits wieder 52.000 Reisende gezählt, doch 80 Prozent von ihnen waren geschäftlich unterwegs. Ein Hilton-Hotel für umgerechnet 31 Millionen Euro ist im Bau, Radisson will ebenfalls ein Hotel eröffnen und weitere Hotelketten haben ihr Interesse bekundet. Am Strand von Bureh, einem Surferparadies 40 Kilometer von Freetown entfernt, ist von dieser Aufbruchsstimmung nichts zu spüren. Einheimische spielen Fußball, Musik dröhnt aus Lautsprechern, kein Tourist weit und breit. Urlauber könnten hier in Hängematten unter Palmen faulenzen und frischen Fisch vom Grill genießen.

Auch Samuel Small, ein muskulöser 34-Jähriger, steht als Touristenführer bereit. "Ich wünsche mir jeden Tag, dass Weiße kommen, aber seit dem Krieg kommen nicht mehr viele - nur die von den Nichtregierungsorganisationen", sagt er. "Wir müssen den Leuten endlich klar machen, dass der Krieg hier vorbei ist!" In Tokeh dagegen tummeln sich zumindest einige Urlauber im warmen Wasser. Andere Touristen sitzen am Strand und essen Hummer. "Erzählen Sie bloß nichts von diesem Ort", sagt einer von ihnen lachend. "Wir wollen, dass er ein Geheimtipp bleibt!" (afp)


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