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Mit der Familie im Autozug nach Südfrankreich

14.11.2012 | 08:45 Uhr
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Eine Familie hat eine Reise nach Südfrankreich mit dem Autozug getestet.

Düsseldorf.  Eine Familie wagt ein Experiment: Sie reist mit dem Autozug von Düsseldorf nach Narbonne in Südfrankreich. Neben Koffern und Spielzeug für die Kinder sind auch Vorurteile über das Reisen mit der Bahn im Gepäck. Wie die Familie die Reise erlebte und ob sich die Zugfahrt lohnt, erfahren Sie hier.

Wohin nächstes Jahr in Urlaub? Nach Südfrankreich, Spanien , Portugal ? Fliegen ? Selber fahren? Wir, meine Frau Ulla, unsere Kinder Tim und Lisa und ich, entscheiden uns für eine Bahnreise von Düsseldorf nach Narbonne in Frankreich . Mit dem Autozug. Im Schlafwagen.

In Zeiten, in denen Billigflieger angeblich für ein Trinkgeld kreuz und quer durch Europa jetten, klingt das hoffnungslos nostalgisch. Allerdings ist das Flugzeug in diesem Fall keine echte Alternative: Zu unserem Wunschtermin, der Ferienzeit, lässt es sich wahrlich nicht billig fliegen. Und eine 16-stündige Selbstanreise ans Meer hat sich schon in den letzten Jahren als familiäre Zerreißprobe erwiesen. Da liest sich der Fahrplan des Autozugs nervenschonender: Fahrzeugverladung in Düsseldorf 15:55 bis 16:30 Uhr, Abfahrt um 16:51, Ankunft in Narbonne/Südfrankreich um 10:05 Uhr – am nächsten Morgen! Zweifel bleiben.

Vorurteile über die Bahn

Düsseldorf. Autozug Terminal am Hauptbahnhof. 15:35 Uhr. Im Gepäck viele Koffer, Massen an Spielzeug und jede Menge Vorurteile über Reisen mit der Bahn. Das erste löst sich gleich bei der Verladung der Fahrzeuge auf. Die beginnt nämlich pünktlich. Erster Gang rein und mit einem Ruck geht’s rauf auf den Anhänger. Einfach. Bewaffnet mit Handgepäck gehen wir zum Bahnsteig, AZ 1354 ist schon zum Einsteigen bereit.

Auch Vorurteile zwei und drei überleben nicht lange: Die Wagen sind weder verqualmt (in den Schlaf- und Liegewagen herrscht Rauchverbot), noch sind Schaffner mürrische Zeitgenossen. Vielleicht liegt das auch daran, dass die nicht mehr Schlafwagenschaffner sondern „Serviceteam-Mitarbeiter“ heißen. Klingt ja auch irgendwie freundlicher. Unser Serviceteam-Mitarbeiter jedenfalls nimmt sich die Zeit, uns die technischen Feinheiten unseres rollenden Hotelzimmers zu erläutern. Denn nur die Bedienung des lichtundurchlässigen Rollos am Fenster erschließt sich Neulingen intuitiv. Die diversen Schalter für Nachtlicht, Hauptlicht, Leselicht – insgesamt gibt es zehn Tasten pro Abteil – sind erklärungsbedürftig.

Reise-Infos

Preise: Innerdeutsch kostet der Fahrzeugtransport inkl. einer Person im Liegewagen ab 99 Euro. Auf internationalen Strecken (Österreich, Italien, Frankreich) ab 149 Euro. Weitere Mitfahrer zahlen 60 Euro.

Kontakt: Deutsche Bahn Autozug ( 01805/99 66 33, www.bahn.de/autozug)

Betten verbergen sich hinter Wandpanelen

„Wo sind eigentlich die Betten?“, fragt Lisa. Gute Frage: Die verbergen sich – jeweils drei übereinander pro Abteil – hinter apricot-farbigen Wandpanelen, aus denen Aluminiumgriffe ragen. Ein kräftiger Zug daran – und nichts passiert. Auch hier ist, zumindest auf der Jungfernfahrt, Beistand vom Profi gefragt, sonst schläft man im Stehen. Ist die Sicherheitsverriegelung aber erst gelöst, lässt sich binnen Sekunden ein frischbezogenes, blütenweißes Bett aus der Wand ziehen.

Insgesamt 15 Minuten dauert der Einführungslehrgang, der mit dem Einsammeln der Ausweis-Papiere und dem Notieren der gewünschten Zeit fürs Wecken endet. Es geht also los: Modernes Design, dezente, aufeinander abgestimmte Farben und eine geschickte Raumaufteilung machen das Abteil zu einem kleinen, aber komfortablen Hotelzimmer auf Rädern – inklusive Toilette, schwenkbarem Waschbecken und Dusche mit Chromarmaturen.

  1. Seite 1: Mit der Familie im Autozug nach Südfrankreich
    Seite 2: Essen, Schlafqualität und Fazit

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Kommentare
14.11.2012
15:27
Mit der Familie im Autozug nach Südfrankreich
von Kravattenmuffel | #3

Fahrt mit dem DB-Autozug nach Düsseldorf - München im Liegewagen:

Intention: man kommt ausgeruht und gut versorgt (Frühstück) an

Zeit: viel zu lange, im Vergleich zu Auto/Motorrad
Qualität: ja, wir sind angekommen, aber wie. Extrem warme Kabine, keine Lüftung, mit offenem Fenster nah am Herzstillstand bei Gegenverkehr
Service: ???
Sonstiges:
- Toiletten viel zu wenig, dementsprechend sahen sie dann nach kurzer Zeit aus,
- 2 Waschkabinen, davon eine als Müllsacklager benutzt, die andere so eng, dass man sich mit Zahnbürste im Gesicht nicht drehen konnte.
- „Frühstück“ mit Pappbrötchen aus Pappdose – kein Kommentar.

Fazit: Bei den Preisen nie wieder

14.11.2012
11:23
Mit der Familie im Autozug nach Südfrankreich
von cevers | #2

Ich habe mir gerade mal den Spaß gemacht und das bei der Bahn eingegeben und man kommt für ca. 1000 EUR hin und zurück mit 2 Erwachsenen und 2 Kindern. Ich sehe jedoch den Vorteil auch nicht so ganz und würde diesen Artikel eher in die Kategorie "Anzeige" schieben, da er absolut UNKRITISCH mit dem Thema umgeht. Spaß macht die lange Bahnreise mit Kindern nämlich vermutlich nur im Schlafwagen und dann wirds richtig teuer. Und ob die Zugfahrt jetzt wirklich entspannter ist?

AZ1350 : Düsseldorf Narbonne,
Abfahrt 12.04. nachmittags Ankunft 13.04. mittags
Reisekategorie : Liegewagen, Abteilbuchung (mit bis zu 5 Pers.) - Nichtraucher
AZ1352 : Narbonne Düsseldorf,
Abfahrt 27.04. nachmittags Ankunft 28.04. morgens
Reisekategorie : Liegewagen, Abteilbuchung (mit bis zu 5 Pers.) - Nichtraucher
PKW von 2,66 m bis 5,30 m Länge Höhe 158 Dachbreite 135 ≤1.5t
Erwachsene : 2 Kinder (6-14) : 2 Kleinkinder (0-5) : 0
Gesamtpreis: 1.077,0

14.11.2012
09:03
Und der Preis?
von karmey | #1

Leider schreibt der Autor nichts über die Preise. Für einen gutverdienenden WAZ-Journalisten nur Nebensache? Es ist so, dass zur Zeit keine Reservierungen mit dem Autozug nach Italien möglich sind, die Preise für einfache Fahrten nach Südfrankreich beginnen ab 1.000 Euro, das kann sich nicht jeder leisten, erst recht nicht Familien mit kleinen Kindern. Zumindest in Frankreich ist die Fahrt auf den hervorragenden französischen Autobahnen, die allerdings mautpflichtig sind, auch nicht übermässig stressend. So kommt man ohne Autozug deutlich günstiger in die Sonne, die Bahn bleibt ein teures Vergnügen.

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