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Interview

Brautpaare geben für Flitterwochen deutlich mehr Geld aus

09.07.2012 | 05:45 Uhr
Viele Verliebte wollen den schönsten Tag ihres Lebens im Ausland feiern. Wedding-Planner können dabei helfen, dass die Trauung im Ausland so schön wird, wie erträumt.

Essen.   Die Flitterwochen sollen ein einmaliges Ereignis sein. Während sich die Bedürfnisse der Brautpaare in den letzten Jahren kaum verändert haben, sind die Preise deutlich gestiegen. Gaben Brautpaare früher 3000 Euro aus, sind es heute zwischen 4000 und 5000 Euro pro Paar, so Expertin Marion Klee.

Strahlender Sonnenschein, ein strahlendes Brautpaar. In den Sommermonaten haben Hochzeiten Hochkonjunktur. Bei der Organisation des perfekten Tags helfen spätestens seit TV-Wedding-Planner Frank Matthée immer öfter ausgewiesene Romantikexperten. Marion Klee, Flitterwochen-Fachfrau und Organisatorin von Trauungen im Ausland beim Düsseldorfer Reisebüro Avantgarde Travel, über den schönsten Tag im Leben und den Urlaub auf Wolke sieben.

Frau Klee, können Sie sich noch an Ihre eigenen Flitterwochen erinnern?

Marion Klee: Selbstverständlich. Ich habe im Ausland geheiratet, in Südafrika, und anschließend dann auch die Flitterwochen dort verbracht.

Haben sich die Bedürfnisse der Paare seitdem geändert?

Klee: Mit Hochzeitsreisen beschäftige ich mich seit 14 Jahren, und die Bedürfnisse haben sich eigentlich nicht verändert – nur die Preise im Laufe der Zeit.

Wie tief greifen die Menschen denn für die Flitterwochen in die Tasche?

Marion Klee ist Flitterwochen-Fachfrau. Sie organisiert Trauungen und Hochzeitsreisen für Verliebte im Ausland.

Klee: Vor 12 bis 14 Jahren – umgerechnet in Euro – war so eine Reise für insgesamt 3000 Euro für zwei Personen schon wirklich viel. Heute ist das eher die Untergrenze, weil der Hauptanteil der Brautpaare von einer Fernreise träumt. Bei den Hochzeitsreisen, die wir organisieren, liegt der Anteil von Fernreisen ungefähr bei 80 Prozent. Nur 20 Prozent sind Inland oder Europa. Da hat sich gerade auch mit der Euro-Umstellung das Budget deutlich erhöht. Heute liegt der Durchschnittsreisepreis zwischen 2000 und 2500 Euro pro Person.

Gibt es bestimmte Trends oder besonders beliebte Ziele?

Klee: Die beliebtesten Ziele liegen im Bereich Indischer Ozean, das heißt Mauritius , Seychellen, Malediven – das sind die Klassiker. Im Moment sind auch die USA im Trend. Die Karibik ist immer präsent, und der Bereich Südafrika und Südpazifik, also Südsee, Französisch Polynesien, Cook Inseln, wird auch häufig nachgefragt.

Was ist den frisch Vermählten bei der Reise wichtig?

Klee: Ein sicheres Ziel, wo man sich unbekümmert frei bewegen kann, steht immer ganz oben auf der Wunschliste. 95 Prozent aller Brautpaare wünschen sich einen wunderschönen Strand, ein wirklich schönes Hotel, das man sich so vielleicht sonst nicht gönnt, aber auch eine Destination, wo man bei Ausflügen ein bisschen Land und Leute erkunden kann. Kurz: Man möchte etwas erleben, ein bisschen Ruhe, man möchte ein gutes Essen. Beispielsweise auf Mauritius ist das besonders gut umzusetzen. Und da haben viele Brautpaare auch einen enormen preislichen Vorteil, weil die Hoteliers so genannte Brautrabatte gewähren und den Übernachtungspreis günstiger anbieten, um die Paare als lebenslange Kunden zu gewinnen.

Trau Dich

Gibt es also die Standard-Hochzeitsreise oder sind Flitterwochen immer individuell?

Klee: Immer individuell. Mauritius zum Beispiel ist zwar ein Honeymoon-Klassiker, aber wir verfrachten nicht alle Brautpaare in das selbe Hotel. Wir kennen die Hotels persönlich, und da gibt es rund um die Insel sehr viele Möglichkeiten der Individualität. Auch jede Reise ist anders: Manche machen einen Stop auf dem Hin- oder Rückweg, manche kombinieren das Ziel, beispielsweise Mauritius mit La Réunion oder mit einem Städteaufenthalt in Kapstadt.

Wie sah die verrückteste Hochzeit aus, die Sie je geplant haben?

Klee: Wir haben eine Trauung in einem Heißluftballon in Australien organisiert. Das ist mal etwas ganz Außergewöhnliches. Wir hatten auch schon ein Brautpaar, das ein komplettes Schiff für sich alleine in der Südsee gemietet hat. Das kommt auch nicht alle Tage vor. Wir hatten Paare, die sich nach der standesamtlichen Trauung auf Bali in einem buddhistischen Tempel eine Segnung geholt haben. Ganz besonders hoch im Kurs stehen natürlich Strandhochzeiten. Diese Paare sind sehr romantisch veranlagt. Ihnen ist eine schöne Umgebung wichtig: ein schön geschmückter Pavillon am Strand, vielleicht eine ausgefallene Tanzgruppe. Wir organisieren aber nur standesamtliche Trauungen, die in Deutschland rechtlich gültig sind – das ist je nach Landesgesetz nicht überall möglich. Ganz ausgefallene Dinge kommen bei Hochzeitsreisen aber eigentlich nicht so zum Tragen. Das ist auch eine Frage des Budgets. Letztlich wird mehr Wert auf eine sehr schöne Unterkunft und eine gute Verpflegung gelegt.

Die Hochzeiten des Jahres 2011

Gab es schon mal einen Wunsch, den Sie nicht erfüllen konnten?

Klee: Ich hatte mal eine Anfrage für eine Trauung während eines Bungee-Sprungs. Das geht rein technisch nicht, weil der Standesbeamte da gar nicht direkt zum Brautpaar kommen kann. Wir haben zum Beispiel auch noch keine Taucherhochzeit organisiert. Davon sind wir aber auch keine Fans: Da klappt es ja nicht mit dem Brautkuss.

Was wäre denn mal eine Herausforderung für Sie?

Klee: Eine Herausforderung wäre, eine etwas größere Hochzeitsgesellschaft ganz, ganz, ganz weit weg zu buchen, vielleicht nach Bora Bora. Dann mit allen zusammen eine Trauung auf einem Bötchen in einer Lagune. Das ist natürlich preislich ein Kracher, aber es würde mir Spaß machen.

Hochzeit in Monaco

Von MONA CONTZEN



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