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250 Flüge fielen aus – und der Streik in NRW geht weiter

24.01.2013 | 19:15 Uhr
250 Flüge fielen aus – und der Streik in NRW geht weiter
Schlangen am Düsseldorfer Flughafen: Das Bild vom Donnerstag könnte sich am Freitag wiederholen.Foto: WAZ, Lars Heidrich

Düsseldorf/Köln.   Durch den Streik der Sicherheitsleute sind in Düsseldorf und Köln/Bonn am Donnerstag 250 Flüge ausgefallen. Noch liegen Gewerkschaften und Arbeitgeber weit auseinander. Also wird am Freitag weiter gestreikt.

Streikchaos an den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn: Durch den Ausstand von rund 400 Mitarbeitern des Sicherheitspersonals fielen am Donnerstag an den beiden größten NRW-Airports bis zum Abend rund 250 Flüge aus. Tausende Fluggäste waren davon betroffen. Auch am Freitag müssen Passagiere mit langen Wartezeiten oder sogar Flugausfällen rechnen.

Die Gewerkschaft Verdi kündigte an, den Streik bis Freitagabend 20 Uhr (Köln/Bonn) bzw. 22 Uhr (Düsseldorf) fortzusetzen. Die Ar­beitgeber hätten die von Verdi gesetzte Frist verstreichen lassen und kein verbessertes Angebot vorgelegt, hieß es.

Sicherheitsleute fordern 16 Euro pro Stunde

Hintergrund des Arbeitskampfes: Verdi fordert deutliche Lohnerhöhungen für die Sicherheitskräfte. Sie sollten einheitlich 16 Euro pro Stunde erhalten. Derzeit verdienen sie zwischen neun Euro (etwa für Kontrolle der Flughafenmitarbeiter, Bordkarten und Waren) und 12,36 Euro in der Fluggastkontrolle.

Reiserecht
Streiks an Flughäfen – was Passagiere jetzt wissen müssen

Erst Schnee, jetzt das: Passagiere müssen wegen des Streiks von Sicherheitsmitarbeitern an den Flughäfen Köln und Düsseldorf mit etlichen Flugausfällen rechnen. Ein Experte für Reiserecht erklärt, was Betroffene jetzt wissen müssen.

Verdi begründet diese hohe Forderung damit, dass in hochsensiblen Sicherheitsbereichen keine Niedriglöhne gezahlt werden dürften. „Wir wollen diesen gesamten Bereich aus dem Niedriglohnsektor herausholen“, erklärte ein Verdi-Sprecher.

Die Arbeitgeber bieten höchstens 13,50 Euro

Die Arbeitgeber weisen die Forderung bisher als „maßlos“ zurück Sie bieten bisher 9,75 Euro bzw. 13,50 Euro für die einzelnen Tarifgruppen, eine Zusammenlegung lehnen sie kategorisch ab.

Verdi fordert auch vom Bund und dem Land, bei den privaten Sicherheitsfirmen für höhere Löhne zu plädieren. Denn in den Bereichen, die hoheitliche Aufgaben wahrnehmen, kauft der Staat die Leistungen ein. Er müsste am Ende auch die steigenden Löhne über höhere Preise der Anbieter finanzieren.

Flugzeuge starteten auch ohne Passagiere

Der Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften (BDF) fordert die Tarifpartner auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. BDF-Geschäftsführer Michael Engel: „Unsere Passagiere haben für diesen Streik keinerlei Verständnis.“ Es sei „maßlos, dafür die Passagiere in Geiselhaft zu nehmen und Flüge ausfallen zu lassen“, so Engel. Sowohl in Düsseldorf als auch in Köln/Bonn starteten am Donnerstag viele Maschinen ohne Fluggäste an Bord, um wenigstens die Anschlussflüge an anderen Airports zu bewältigen. (mit Material von dpa)

Stefan Schulte



Kommentare
26.01.2013
08:53
250 Flüge fielen aus – und der Streik in NRW geht weiter
von uwekause | #11

Streikt bitte auf unbestimmte Zeit weiter. Ich konnte heute herrlich ausschlafen und bin nicht um 6.00 Uhr von Flugzeugen geweckt worden, die durch mein Schlafzimmer donnern!

25.01.2013
21:04
250 Flüge fielen aus – und der Streik in NRW geht weiter
von Schorlemme | #10

wkah | #7, die Mitarbeiter verdienen zwischen 9,00 und 12,36. Das sind Forderungen von 25 - 60 %. Ich glaube nicht das das ganz "normale" Forderungen bei Tarifverhandlungen sind

25.01.2013
06:47
250 Flüge fielen aus – und der Streik in NRW geht weiter
von T3-Bus | #9

16 Euro für einen Sicherheitsmann ? Fordert Verdi dieses für die ganze Branche ?
In anderen Bereichen (wie bei uns die Pförtner) gehen die Menschen leer aus. Aber am Flughafen, wo NRW und damit wir alle die Kosten tragen müssen, da kann man´s ja machen.

1 Antwort
250 Flüge fielen aus – und der Streik in NRW geht weiter
von TorstenB | #9-1

Am Flughafen trifft man halt die Masse der Leute die einen Flug gebucht haben, ein Pförtner ist da eher unwichtig. Verdi will bei möglichst vielen Unbeteiligten einen Schaden herbeiführen, damit sich diese für Verdis interessen einsetzten.
Nur: Verdi werd den enstandenen Schaden keinem ersetzten. Ist doch schön kostengünstig.

25.01.2013
02:05
250 Flüge fielen aus – und der Streik in NRW geht weiter
von Mell234 | #8

16 EUR, verrückte Leute.

Hoffentlich streiken auch mal Ärzte, wenn die ach-so-wichtigen-Wachleute gerade einen brauchen und dann ist keiner da, der ihnen hilft... aber so sind die bei den Streiks halt immer, möglichst hohes Interesse daran, die Unschuldigen, in diesem Fall die Fluggäste, leiden zu lassen. Rauswerfen sollte man die, hochkant! Ist ja nicht so, dass es nicht genügend Arbeitslose geben würde, die man nach einer Unterweisung zum Jacken abklopfen an den Flughafen hinstellen könnte.

24.01.2013
22:40
250 Flüge fielen aus – und der Streik in NRW geht weiter
von wkah | #7

Es kommt einem vor als würden einige Leute erstmals in Deutschland eine Lohnforderung einer Gewerkschaft lesen .

Warum könnte die Forderung wohl so hoch sein - vielleicht - nur möglicherweise - ganz evtl. - weil vor den Verhandlungen immer hohe Forderungen gestellt werden, damit man sich irgendwo treffen kann . Ist natürlch wirklich nur vermutet, weil ja noch nie vorgekommen

2 Antworten
Feilschen
von lospolloshermanos | #7-1

20 Schekel für diese Flasche? ...

250 Flüge fielen aus – und der Streik in NRW geht weiter
von feinripptraeger | #7-2

Wenn die Aussage des Sprechers der Flughafenbetreiber in Köln stimmt, dass seitens der Arbeitgeber eine Lohnerhöhung von bis zu 11% (!!!) angeboten wurde, dann trifft ihre Vermutung hier nicht ganz zu.
Wann hat mal eine Berufsgruppe 11% mehr Lohn bekommen ...?

Vor dem Hintergrund kan ich die Empörung der betroffenen "Fast-" Fluggäste voll und ganz verstehen.

24.01.2013
22:13
Der Hauptanteilseigner des Flughafens
von lospolloshermanos | #6

ist das Land NRW.

Es kann doch irgendwo nicht angehen, daß unser Staat Lohn-Dumping fördert. Auf der einen Seite den Mindestlohn fordern, sich aber andererseits auf die "Gesetzeslage" berufen. Gesetze, die man selber im Bund geschaffen hat.

24.01.2013
21:34
16 EUR ist ja wohl etwa viel...
von PeterPeters | #5

für einen, der fast ungelernt ist und die Passagiere abklopft. Ja, es ist Schicht-und Wochenendarbeit, aber man muss ja mal die Kirche im Dorf lassen.

24.01.2013
20:15
#3 da meckert keiner, wenn dann über Politiker ohne Weitsicht,
von meigustu | #4

die Wachmänner ausbildet statt produktives Personal.

24.01.2013
20:10
Vielleicht gehts ja auch ganz anders...
von Comedian | #3

In der nicht all zu fernen Zukunft steht da am Eingang zum Flugsteig vielleicht ein Drehkreuz mit Automat, der die Bordkarten und Ausweispapiere überprüft und per Gesichts-Scanner mit der Identität der Passagieren abgleicht. So ein Automat kostet den Flughafen dann pro Stunde nicht 9,- €, 12,- € oder 18,- €, sondern vermutlich viel, viel weniger.

Und wenn der Automat da aufgestellt wird, meckert jeder wieder über den "Rationalisierungswahn".

1 Antwort
250 Flüge fielen aus – und der Streik in NRW geht weiter
von TorstenB | #3-1

Zumindest die Boardkartenscanner am Eingang zu Sicherheitsbereich, gibt es in DUS schon.

24.01.2013
19:54
Freundlichkeit
von Kusbutscher | #2

Wenn "Freundlichkeit" das Hauptkriterium für die Entlohnung von Sicherheitspersonal wäre, würde dieser Berufszweig von mir nur den Mindestlohn erhalten.

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