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Urheberrecht

Wie Gema und VG Media jetzt auch Lizenzgeld fürs Fernsehprogramm fordern

12.06.2012 | 15:05 Uhr
Wie Gema und VG Media jetzt auch Lizenzgeld fürs Fernsehprogramm fordern
'Verschüsselte' Fassaden: Gema und VG Media kassieren Lizenzentgelte für TV-Empfang. Dabei haben sie Betreiber etwa von Hausverteilnetzen im Blick, nicht die Nutzer eigener Sat-Antennen.Foto: Archiv/Stephan Eickershoff/WAZ FotoPool

Kirchhundem/Essen.   Fernseh- und Radioempfangen kostet Gebühren. Wer dabei nur an die GEZ denkt, liegt falsch. Noch vielfach unbekannt ist, dass auch Geld für das Programm privater TV- und Hörfunksender gezahlt werden muss. Gema und VG Media sind jetzt sehr aktiv, das einzufordern.

Viel Fachwerk und umgeben von reichlich Natur: Kirchhundem im Kreis Olpe ist ein idyllisches Plätzchen. Einige Ortsteile wurden schon mehrfach im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ ausgezeichnet. Das Ortsbild zu schützen war denn auch Antrieb, sich beim Fernsehempfang etwas einfallen zu lassen: eine Antennengemeinschaft.

Das Fernsehprogramm kommt seit über 20 Jahren von einer zentralen Satelliten-Empfangsanlage und wird über ein Ortsnetz des Antennen-Vereins verteilt. Um die 450 Haushalte sind daran angeschlossen. „Sat-Schüsseln sind in Kirchhundem sehr selten“, sagt Klaus Gerspacher, Mitgründer und 1. Vorsitzender des Antennenvereins. Der bekam vor einiger Zeit Post von der Gema . Die fordert darin Lizenzgebühren für Urheberrechte. Gerspacher war erstaunt und wenig erfreut. Zumal bereits eine andere Verwertungsgesellschaft in der gleichen Sache in Kirchhundem kassiert: Die VG Media.

Auch private TV-Sender fordern eine Art 'Gebühren'

Discotheken , Kinderlieder , Youtube-Musikvideos oder USB-Sticks : Die Debatte um das Urheberrecht wirft derzeit mächtig Wogen. Autoren, Komponisten oder Film- und Musikproduzenten wehren sich gegen eine Gratis-Kultur im Internet , pochen auf den Schutz ihres „geistigen Eigentums“. Manche sehen ihre Existenz gefährdet, sollte das Urheberrecht in Deutschland gelockert werden. Um es einzufordern, gibt es die Verwertungsgesellschaften – insgesamt zwölf in Deutschland. Für die einen sind sie ein Segen, weil sie Einkünfte bringen. Kritiker werfen ihnen Abzocke vor. Die Verwertungsgesellschaften weiten unterdessen ihr Tätigkeitsfeld aus.

Beim Verein Haus & Grund Rheinland beobachtet man verstärkte Aktivitäten, und zwar in punkto Urheber- bzw. "Leistungsschutzrechte" im Bereich TV-Empfang: Die VG Media, in Berlin ansässig und getragen von 134 privaten TV- und Hörfunksendern, hat sich in den vergangenen Monaten bei den Immobilien-Verbänden bundesweit ins Gespräch gebracht - nicht ins Beste, sagt Verbandsdirektor Erik Uwe Amaya. Für ihn ist die VG Media "die GEZ des privaten Fernsehens". Weil sie Geld für etwas verlangt, was doch eigentlich gratis sein soll  - eben Privatfernsehen und Privathörfunk.

Kommentare
13.06.2012
08:53
Wie Gema und VG Media jetzt auch Lizenzgeld fürs Fernsehprogramm fordern
von Klug99 | #17

Demnächst verlange ich auch Urhebergebühren für meine Beiträge an dieser Stelle! Liest zwar keiner, benutzt auch keiner aber der Rubel der rollt! Das...
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2012-06-12 15:05
Gema,VG Media,Urheberrecht,Antennengemeinschaft
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