Auf Organspenden zu verzichten, schadet nur den Kranken
10.08.2012 | 16:21 Uhr 2012-08-10T16:21:00+0200
Dortmund. Seit bekannt wurde, dass in deutschen Kliniken zahlreiche Organe "unter der Hand", vorbei an den offiziellen Listen vermittelt werden, sinkt die Spendenbereitschaft. Bärbel Brünger, Sprecherin des Verbands der Ersatzkassen, warnt davor: Wer auf eine Spende verzichtet, der schadet den Kranken.
Seit Tagen schrecken immer neue Meldungen rund um das Thema Organspende die Bürger auf. Viele potenzielle Spender, aber auch Patienten, die auf Organe warten, sind verunsichert. Ein Gespräch mit Bärbel Brünger, der Sprecherin vom Verband der Ersatzkassen (vdek), Landesvertretung NRW.
Was empfinden Sie angesichts des bekannt gewordenen Skandals um die Vergabe von Spenderorganen?
Bärbel Brünger: Natürlich sind wir erschüttert und verärgert über die Vorfälle in Regensburg und Göttingen. Das Organspende-Verfahren braucht Transparenz und Vertrauen – und es wurde durch das Fehlverhalten der Ärzte dort geschädigt.
Existieren Ihrer Ansicht nach Fehler im System? Sehen Sie Handlungsbedarf / Eingriffsmöglichkeiten für die Krankenkassen?
Brünger: Wir brauchen mehr Kontrollen – auch Sonderprüfungen – und ein Vier-Augen-Prinzip. Die Prüfungs- und Überwachungskommission von Bundesärztekammer, Krankenhausgesellschaft und Krankenkassen hat dazu ja schon einige Vorschläge gemacht. Diese müssen nun konsequent umgesetzt werden.
Inwieweit ist Ihr Verband in Nordrhein-Westfalen mit dem Thema Organspende verbunden?
Brünger: Der vdek in NRW finanziert seit 2009 ein Projekt des Bundesverbandes für Organtransplantierte (BdO) in NRW „Paten für Organspende“. Hier werden Ehrenamtliche geschult, so dass sie rund um diese Thematik informieren können. Die Paten betreuen Info-Stände, organisieren Informationsveranstaltungen und gehen in Schulen - in ganz Nordrhein-Westfalen.
Unser Projektbüro befindet sich in Dortmund, in den Räumen der Patientenberatungsstelle, Ostenhellweg 49. Hier können sich Interessierte melden – aber auch Firmen und Organisationen können hier nach einem Paten für eine Veranstaltung fragen.
Hat die öffentliche Diskussion um Bestechungsfälle bei der Vergabe von Organen schon Auswirkungen gehabt?
Brünger: Ja leider. Die Anfragen nach Terminen sind seit Bekanntwerden des Skandals in Regensburg und Göttingen zurückgegangen. Die Menschen sind verunsichert - dabei ist es gerade jetzt notwendig über das Thema zu sprechen. Wir haben in Deutschland schon jetzt zu wenig Organspenden. Jeden Tag sterben Menschen, die auf der Warteliste stehen. Dies ist eine furchtbare Situation - für die Patienten, für deren Angehörige und auch für die Ärzte und Pflegekräfte. Ein weiterer Rückgang der Spendebereitschaft wäre tragisch.
Auch in NRW gibt es mehrere Kliniken, die Transplantationen vornehmen. Was raten Sie Betroffenen, die ihr Vertrauen verloren haben?
Brünger: Unser Appell: Informieren Sie sich über das Thema Organspende, entscheiden Sie sich, und reden Sie über ihre Entscheidung mit Ihren Angehörigen.
Wir werden uns mit dafür einsetzten, dass die aktuellen Vorfälle in Regensburg und Göttingen aufgeklärt werden und dass die vereinbarten Maßnahmen für mehr Transparenz sorgen. Das gesamte Organspende-Verfahren in Deutschland sollte dadurch aber nicht in Frage gestellt werden. Die Leidtragenden wären die kranken Menschen, die auf eine Organspende hoffen.
14:30
Wie kann es sein das die Spender als Täter hingestellt werden, wo doch das ganze System an den Organen der Spender prächtig Verdient.
Mir fehlen entscheidende Fragen in diesem Interview. Wieviele Menschen die wirklich auf eine Organtransplantation angewiesen waren, sind durch die "Bevorzugung" der Ärzte verstorben sind (also Opfer eines Kranken Systems wurden).
Hat Frau Bärbel Brünger einen Organspenderausweis?
Achtung Zynismus:
Wenn dies hier so weitergeht, möchte ich ein Vorschlag für eine Gesetzesänderung machen: es sollte eine verpflichtende Organspende eingeführt werden (das nur für die arme Bevölkerungsschicht gilt), dafür muss aber das Grundgesetz ein wenig angepasst werden (bzgl. der Unversehrtheit des eigenen Körpers usw.)
Zynismus aus.
12:11
die spender sind auf einmal die"täter"und nicht diejenigen die sich dumm und dämlich verdienen.so wird politik gemacht.alle achtung.
09:41
Das Thema Organspende ist schon sehr brisant. Was ich eine Unverschämtheit finde ist, dass der Spender "spendet". Mir ist nicht bekannt, dass Angehörige dafür dann entschädigt werden, oder?Wie kann es dann sein, dass die SPENDERORGANE gehandelt werden?Momentan komme ich mir vor, wie ein laufendes Ersatzteillager, angeheizt auch durch die Diskussion, ob man einen Spenderausweis mit sich tragen muss etc. Es ist schon richtig, wie #14 GrafVonDingelstein anmerkt, dass man nicht zum Helden werden würde, wenn man selber betroffen sei oder eventuelle Familienangehörige.Wenn man schon bereit ist zu spenden, dann sollte man zu Lebzeiten schon Mitsprachrrecht bekommen, oder die Angehörigen. Das ganze Verfahren muss transparent für sie/uns werden. Ich würde am liebsten die Empfängergruppe bestimmen wolle. Aber was die Debatte um den Organspendeausweis und Spende betrifft, so fühle ich mich doch schon als Ersatzteillager und man wartet nur darauf, dass man stirbt. Das ist doch grotesk.
09:33
...hier noch jeder Stammtischmeinung hinterhergehechelt, also, in der Tat, wen juckt Ihre Meinung.
Das System hat offenkundig Mängel,und an denen ist zu arbeiten, also los. Solange die Organspende auszusetzen, ist wohl die schlechteste Lösung, oder nicht? Es hilft keinem, posthum die Leber aufs Grab zu legen.
An meiner persönlichen Einstellung zur finalen Resteverwertung rüttelt die derzeitige Diskussion nicht.
Das Schöne an Meinungen ist, dass es keine 100% richtige oder falsche gibt.
Es ist einem verboten, seine Organe bei Lebzeiten zu veräussern, aber nach dem Ableben machen Hinz und Kunz Kasse damit, na lecker.
Und mal ehrlich, wieso sollen dann nicht auch diejenigen mitverdienen, denen die Organe gehören?
Ich wüsste auch nicht, was mich dazu veranlassen sollte etwas zu spenden, wenn nicht sichergestellt ist, dass die Spende nicht bei jemandem ankommt, der diese braucht, sondern bei jemandem, der sie höchstens gebrauchen kann und sich dieses einfach erkauft.Damit ist auch niemanden wirklich geholfen.
Vor diesem Hintergrund und der Tatsache, dass ich einen Angehörigen verloren habe, da kein Organ zur Verfügung stand, sehe ich das nicht unbedingt als Stammtisch.
Wenn ich jetzt darüber nachdenke, dass dies der Tatsache geschuldet sein könnte, dass sich jemand lediglich ein bequemeres Leben gekauft hat,,,,,
09:32
Das Hauptproblem ist doch, dass das Vertrauen in die Ärzte immer wieder erschüttert wird und dass wenig dagegen getan wird.
- Jammern über eine zu schlechte Bezahlung, aber die Statistiken der Krankenkassen sprechen eine andere Sprache
- Viele Operationen, die nicht notwendig sind
- Unnütze Untersuchungen, für die der Staat auch noch die Medizin im Vertrieb schult.
- Viele Verfahren und Medikamente, die ihre Wirksamkeit nicht bewiesen haben. Hauptsache die Kassen werden geplündert
Dass in diesem Umfeld die Menschen nicht zum Organbeschaffer für Reiche werden wollen, ist doch verständlich. Es gibt ja genügend Filme über Organräuber etc.
Hier wird zu wenig getan, um Transparenz zu schaffen. Es helfen auch nur drastische Strafen für Fehlverhalten. Die Spender jetzt unter Druck zu setzen ist der Gipfel. Das System ist komplett krank.
09:01
Wer bitteschön hat denn die Spender hinters. Licht geführt ? ?? Es waren doch die Ärzte und ich bin überzeugt es ist nur die Spitze des Eisberges . Meinen Spenderausweis habe ich auch kleingemacht und die Herrschaften müssen sich schon sehr bemühen damit ich einen neuen Ausweis bei mir trage. Wieso bedrängt man die verunsicherten Spender und stellt nicht das Spendersystem und die Ärzteschaft in frage.
Ich würde ja gerne böser schreiben aber dann wird der Kommentar wieder mal gelöscht.
08:39
Denen die jetzt eine Organspende entrüstet ablehnen sei gesagt, sobald das eigene Kind, der Partner oder auch man selbst ein Organ benötigt, dann ändert sich diese Einstellung sehr schnell.
Denn sterben wollen tatsächlich auch die "größten Helden" nicht so schnell!
23:55
Den wirklich Kranken hat das System immer schon geschadet, den kränker Gemachten dagegen weniger.
Was mich bei der ganzen Diskussion extrem stört, sind so Fragen, wie "was würdest Du machen, wenn Du Empfänger wärst?" oder "Es sterben auch viele junge Empfänger". Frau Brünger muss ja so reden.
Nur das Gott gleiche Gehabe einiger krimineller Mediziner wird nicht angegangen. Der Obermotz Montgomery wehrt sich erst gegen staatliche Überwachung und behauptet, das selbstständig regeln zu können. Dann schreit er nach gesetzlichen Vorgaben, um das selbst gut regeln zu können. In Regensburg ist das vor 7 Jahren aufgefallen. Was hat die Selbstüberwachung gebracht?
Unser Oberhüter Bahr will eine 6 Augenkontrolle. Also mindestens 6 Ärzte oder medizinisch ausgebildete Kräfte, da alle mindestens auf einem Augen blind sind.
Wer glaubt, dass ein Chef- und/oder Oberarzt sich von einer Schwester oder einem Pfleger etwas sagen lässt oder die überhaupt akzeptiert, glaubt auch an den Osterhasen.
23:25
Ich habe meinen Ausweis zerissen.
Es kann einfach nicht angehen, dass auch in diesem Bereich Geld über die Notwendigkeit entscheidet.
Ohne einen, den markpreisen angepassten, Obulus für meine Erben gibt es nicht einmal das Schwarze unter den Fingernägeln.
22:27
Da haben wir den Salat: Immer mehr potentielle Organspender gönnen ihren Organen nicht, dass sie eines Tages im Körper eines Super-Reichen werkeln dürfen.
Alles nur eine Frage des Preises.
Aber noch zu Lebzeiten des Spenders!
Wäre doch ein guter Deal für beide Seiten:
Nach dem letzten Atemzug und der letzten Gehirnströmung darf man schamlos den Körper ausschlachten wie ein altes Auto.
Im Gegenzug darf der Spender zu seinen Lebenszeiten schamlos das Konto des Superreichen ausschlachten.
Da würde sich so manch einer das noch einmal überlegen wollen, ob er nicht irgend so einem saudischen Multimilliardär seine Hülle zum ausweiden überlassen würde.