Das aktuelle Wetter NRW 10°C
Landleben

Das Landleben soll Zukunft haben

31.07.2012 | 17:22 Uhr
Das Landleben soll Zukunft haben

Hagen.   Eine Berliner Koalitions-Arbeitsgruppe will mehr finanzielle Mittel einsetzen, um die Folgen des demografischen Wandels für den ländlichen Raum abzufedern.

Breitbandanschlüsse müssen steuerlich begünstigt werden, die Pendlerpauschale soll steigen, und der Führerschein ab 16 Jugendliche leichter zu einem weiter entfernten Ausbildungsplatz bringen. Das sind nur drei der Forderungen aus dem jetzt vorgelegten Abschlussbericht der Arbeitsgruppe „Ländliche Räume, regionale Vielfalt“, die von den Berliner Regierungsfraktionen CDU/CSU und FDP eingesetzt wurde, um den ländlichen Raum im demografischen Wandel attraktiv zu halten.

Gleichwertige Lebensverhältnisse sind das Ziel

„Entscheidend ist das Grundbekenntnis, dass wir auch in Zukunft gleichwertige Lebensverhältnisse in der Stadt und auf dem Land sichern wollen“, beschreibt der Vorsitzende der Arbeitsgruppe, Ingbert Liebing (CDU), der den Wahlkreis Nordfriesland - Diethmarschen Nord vertritt, die Aufgabe der 15 Parlamentarier, die Anfang März ihre Arbeit aufnahmen. Im September soll aus dem Forderungskatalog ein Antrag für einen Bundestagsbeschluss werden, der die Bundesregierung auffordert, das in ihrer Zuständigkeit liegende per Gesetz zu regeln. Andere Vorschläge betreffen eher die Länder: Der Zeitkorridor, innerhalb dessen die Sommerfreien stattfinden, könnte von 82 auf 90 Tage steigen, um so den Tourismus zu fördern.

Erhöhte Investitionen gefordert

Die 15 Bundestagsabgeordneten fordern insgesamt eine Erhöhung der Investitionen in den ländlichen Raum und sehen darin auch keinen Widerspruch zur Schuldenbremse: „Es geht darum, innerhalb der Haushalte Schwerpunkte zu setzen“, sagt Liebing. Da müsse eben umgeschichtet werden. Andere Vorhaben wie das Betreuungsgeld würden auch mit Milliarden umgesetzt. „Das ist ein Verteilungskampf. Und in dem melden wir uns jetzt zu Wort.“

Der 49-Jährige Sylter will dabei nicht den Eindruck erwecken, es ginge es den Menschen auf dem Land schlecht. „Aber es ist eine Tatsache, dass der demografische Wandel dazu führt, dass die in den Dörfern Kindergärten und Schulen schließen, der Kaufmann abwandert und der Arzt keinen Nachfolger findet.“ Deshalb müsse sich die Politik jetzt anstrengen, um Leben und Arbeiten auf dem Land zukunftsfähig zu halten.

Harald Ries



Kommentare
Aus dem Ressort
Supermodell 2014 ist aus Arnsberg
Modellautos
In aufwendiger und teurer Kleinarbeit musste Peter Brunner in einem Automuseum Maß nehmen - doch die Arbeit hat sich gelohnt. Der Modellauto-Hersteller Schuco feiert mit dem Nachbau eines Autos vom fast vergessenen Arnsberger Autohersteller Kleinschnittger große Erfolge.
Sauerländer Ralf Kersting soll Chef der IHK NRW werden
Wirtschaft
Die 16 Industrie- und Handelskammern aus Nordrhein-Westfalen in Bochum wählen am 4. November einen neuen Präsidenten ihres Landesverbandes. Ein Sauerländer hat wohl gute Chancen auf diese Position: Ralf Kersting, Präsident der IHK Hellweg-Sauerland in Arnsberg, soll zu den Favoriten gehören.
Stimmung bei Mietern in der Rathaus-Galerie am Boden
Shopping-Center
Verzweiflung, Wut, Unverständnis. Teile der Mieterschaft in der Rathaus-Galerie sagen, dass man sie rücksichtslos vor die Pumpe laufen lassen hat. Dass der neue Eröffnungstermin eingehalten werden kann, wird bezweifelt. Ein Rundgang.
Steuerschulden waren Motiv für Mord mit Vorschlaghammer
Mordprozess
Ein bestialischer Mord: Ein 63-Jähriger hat im April seine Frau im Schlaf erschlagen. Vor Gericht gab er an, finanzielle Probleme hätten ihn zu der Tat getrieben. Nun muss der Mann lebenslang ins Gefängnis. Bei seinem Schlusswort versagte ihm vor Gericht die Stimme.
25-Jährige verscheucht Angreifer mit Tritt in Genitalien
Angriff
Einer Mischung aus Mut, Gegenwehr und Glück hat es eine 25-jährige Frau zu verdanken, dass sie am Mittwoch wohl einer Vergewaltigung entgangen ist. Sie konnte ihrem Angreifer in die Genitalien treten. Die Polizei sucht nun nach dem Täter und bittet um Hinweise.
Umfrage
Kommunen im Sauerland wollen schärfer gegen besonders laute Motorräder vorgehen. Die Bußgelder werden drastisch erhöht. Was halten Sie davon?

Kommunen im Sauerland wollen schärfer gegen besonders laute Motorräder vorgehen. Die Bußgelder werden drastisch erhöht. Was halten Sie davon?

 
Fotos und Videos
Forschung über Street Art in Siegen
Bildgalerie
Street Art
WP-Schützenköniginnen
Bildgalerie
Preisverleihung
Katastrophenübung in Brilon
Bildgalerie
Großeinsatz
Oktoberfest in Schmallenberg
Bildgalerie
Party