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Das Geheimnis der schwarzen Hand, Folge 11

Das Geheimnis der schwarzen Hand
Criminale 2012

Also auf nach Hallenberg. Am Ortseingang sah Schulhof das Naturbad und den neuen Kunstrasenplatz. Da hatte er früher oft gespielt und gegen die alte Garde vom SuS Hallenberg keine Schnitte bekommen. „Da müsste man noch mal Fussballspielen dürfen“ dachte er. Ihm taten heute noch die Schienbeine weh von den Stürzen auf dem alten Ascheplatz.

Rechts ging es zur Freilichtbühne. Dort wurde bereits wieder für die nächste Spielsaison geprobt. Viel zu unruhig für ein Versteck. Er fuhr langsam durch die Stadt und hoffte auf die Eingebung. Und plötzlich war sie da. Ein Geistesblitz. Hatte er nicht in der Westfalenpost gelesen, das der Hallenberger Stadtrat die Menschen, die während der Zeit der Hexenverfolgung unschuldig verurteilt und hingerichtet wurden, rehabilitiert hat? Sein Handy konnte nicht nur Mozart, sondern auch Internet.

Schnell hatte er den Bericht gefunden. 200 Menschen waren damals in Hallenberg in die Verfahren involviert. 43 wurden hingerichtet und verbrannt.

Im Jahr 1717 gab es den letzten Hexenprozess in Hallenberg. 5 Jahre später, 1722, wurde die schwarze Hand gefunden.

Ein Zufall oder sollte es hier einen Zusammenhang geben? Gehörte die schwarze Hand nach Hallenberg? Hatte der Täter die Hand nicht entführt, sondern nur heimgeholt?

Nach dem letzten Hexenprozess wurde 1722 in Hallenberg die schwarze Hand gefunden. Schulthof entdeckt im Eishäuschen eine neue Spur

Er musste das Versteck finden. Schulthof grübelte. Wo versteckt man eine mumifizierte Hand? Schließlich muss sie konserviert werden. Eis. Das Eishäuschen. Er hatte auch gelesen das die Hallenberger das alte Eishäuschen restauriert hatten, in dem früher Eis für die Schützenfeste eingelagert wurde. „Im Eishäuschen wird gerade die neue Ausstellung – Sagenhafte Wesen zu Wasser und in der Luft- vorbereitet“. Die nette Dame im Touristikbüro im Kump beschrieb ihm den kurzen Weg zu dem viereckigen Bruchsteingebäude am Ortsausgang.

„Das kleinste und coolste Museum in Nordrhein-Westfalen“, so ist es auf einer Tafel am Eingang zu lesen. Als er die schwere Tür öffnete und den nur spärlich beleuchteten hohen Raum betrat fuhr ihm der Schrecken in die Glieder. Wie angewurzelt stand er da und starrte auf eine Gestalt die sein Blut gefrieren lies. Blutroter Overall und Kettensäge in der Hand. Sein letztes Stündchen hatte geschlagen. Ein Fluchtversuch war sinnlos, das erkannte er sofort. War das das Ende? Sein Puls raste, als der Kettensägenmann auf ihn zukam. „Joachim Knorra“, stellte er sich mit freundlicher Stimme vor, „schön das sie meine Ausstellung besuchen wollen“. Der Eiskünstler war gerade dabei, seinen Skulpturen mit Säge und Meißel den letzten Schliff zu geben. In großen offenen Eistruhen waren die hellblau angestrahlten Figuren zu sehen. Elfen und Fabelwesen, sogar Pflanzen hatte Joachim Knorra bearbeitet und eingefroren.

Aber keine eingefrorene Hand. An den Wänden große Zangen und Eispickel. Toll gemacht von den Hallenbergern. So wurde also früher das Bier für die Schützenfeste gekühlt. „Ein kühles Bier könnte ich jetzt auch vertragen“ lechzte Schulhof. Tolle Ausstellung, viel Geschichte, viel Kunst, aber keine schwarze Hand.

Beim Rausgehen fiel sein Blick auf einen ausgelegten Flyer: Ruhewald Hallenberg. Auch eine neue Errungenschaft der Hallenberger. Vor einem halben Jahr hatten sie in Braunshausen den ersten Bestattungswald im Sauerland eröffnet. Sollte die Hand etwa nach 225 Jahren hier bestattet werden? Wollte sich der Täter die Grabpflege sparen? „Oder“, ihm kam ein böser Gedanke, „suchten die Hallenberger nur nach einem Werbeeffekt, nachdem Johannes Heesters nicht in den Kump kommt und auch nicht in den Ruhewald...“

Auf nach Braunshausen. Die Kreisstraße führt durch den kleinen Ort. Silberne Hinweisschilder weisen den Weg zum Ruhewald. Eine lange Anfahrt durch einen schönen Laubwald. Ruhig und still liegt der Ruhewald.

Das große Holzkreuz auf einer Lichtung wird von der Sonne beschienen. Schulhof setzt sich auf eine der Bänke „Wenn es so weit ist, will ich auch hier hin. Dann haben meine Kinder keine Arbeit mit mir und können mich trotzdem besuchen“. Er konnte den Gedanken nicht weiterverfolgen und den schönen Platz nicht länger genießen.

Schon wieder das Handy, schon wieder Mozart. „Claaßen, Winterberg, schnell“ war der kurze Hinweis von Kriminalkommissar Peter Wendler. Wow, Claaßen, schon bei dem ersten Gedanken kam Schulthof ins schwärmen. Hier hatte er vor vielen Jahren manches heiße Wochenende verbracht und er freute sich auf ein Wiedersehen. Aber heute war Freitag. Da war das „Waidmannsheil“ sicher überfüllt. Hoffentlich lies ihn der Türsteher rein. Ob es das Schwimmbecken vor der Bar noch gibt? Hier haben wir doch.... seine Gedanken zauberten ein Lächeln auf sein Gesicht. Aber erst die Arbeit. Auf nach Winterberg.

Michael Kronauge

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