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Bombenfund

Bundesanwaltschaft übernimmt Ermittlungen zu Bombe in Bonn

14.12.2012 | 14:44 Uhr
Bundesanwaltschaft übernimmt Ermittlungen zu Bombe in Bonn
Es handelte sich tatsächlich um einen gefährlichen Sprengsatz bei dem Bombenfund am Bonner Hauptbahnhof.Foto: dapd

Bonn.  Im Fall der Bombe aus dem Bonner Hauptbahnhof gibt es "zureichende tatsächliche Anhaltspunkte" dafür, dass es sich dabei um einen versuchten islamistischen Terroranschlag gehandelt hat. Deshalb hat die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Derweil wurde bekannt: Nur durch einen Konstruktionsfehler ist der Sprengsatz nicht detoniert.

Nach dem Bombenfund im Bonner Hauptbahnhof hat die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Es lägen "zureichende tatsächliche Anhaltspunkte" dafür vor, "dass es sich bei dem Geschehen um einen versuchten Sprengstoffanschlag einer terroristischen Vereinigung radikal-islamistischer Prägung handelt", teilte die Behörde am Freitag in Karlsruhe mit. Berichten zufolge soll die Bombe gezündet haben und nur wegen eines Konstruktionsfehlers nicht detoniert sein.

Laut Bundesanwaltschaft bedarf es allerdings weiterer Ermittlungen zur Klärung der Frage, warum der Sprengsatz nicht detonierte. Der Karlsruher Behörde zufolge liegen "belastbare Hinweise" dafür vor, dass der unbekannte Mann, der die Bombe am Montagmittag an Gleis eins des Bonner Bahnhofs abgestellt hatte, "über Verbindungen in radikal-islamistische Kreise verfügt".

Bombe zündete offenbar - explodierte aber nicht

Wie "Spiegel Online" berichtete, ergab ein kriminaltechnische Untersuchung des Düsseldorfer Landeskriminalamtes (LKA), dass die Bombe "offenbar gezündet" habe. Für diese Theorie spreche den LKA-Experten zufolge, dass die in der Sprengstofftasche gefundenen Batterien einen sehr niedrigen Ladestand gehabt hätten.

Dem Bericht zufolge könnte der Sprengsatz fehlerhaft konstruiert gewesen sein. Statt eines Sprengsatzverstärkers, eines sogenannten Boosters, sei nur eine Glühbirne verwendet worden. In Ermittlerkreisen hieß es demnach weiter, die Bombe sei trotz Zündung nicht explodiert, weil der Strom aus den Batterien zu schwach gewesen sei. Außerdem habe die Birne nicht richtig funktioniert.

Glühbirne statt eines Boosters verwendet?

Auch der WDR berichtete, dass die Täter eine Glühbirne statt eines Boosters, verwendet hätten. Die Glühbirne sei neben anderen Einzelteilen ebenfalls in der blauen Tasche mit dem Sprengsatz sichergestellt worden, die Unbekannte am Montag an Gleis eins des Bonner Hauptbahnhofes abgestellt hatten.

Der Sprengsatz war am Montag in einer Tasche auf einem Bahnsteig im Bonner Hauptbahnhof entdeckt worden. Nach derzeitigem Ermittlungsstand habe die Bombe eine zündfähige Sprengstoffvorrichtung und zündfähiges Ammoniumnitrat enthalten, teilte die Bundesanwaltschaft mit.

Polizei sucht nach Zeugen

Die Polizei sucht weiter nach dem etwa 40 Jahre alten Mann, der einer Mitarbeiterin der Bahn die herrenlose Tasche im Bahnhof gemeldet hatte. Die Behörden hätten seitdem nicht mit ihm gesprochen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft der Nachrichtenagentur dapd.

Die Ermittler erhoffen sich wichtige Hinweise von dem unbekannten Zeugen, der am Montag (10. Dezember) das herrenlose Gepäckstück an einem Info-Point der Bahn meldete. Er könne die Täter gesehen haben, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Bonn. Der Mann hat nach Angaben der Polizei kurze mittelblonde Haare und war mit einer blauen Daunenjacke bekleidet. Bisher gibt es Aussagen von Jugendlichen zu einem Tatverdächtigen, der die Tasche mit dem Sprengsatz im Bahnhof abgelegt haben soll.

Bundesinnenminister ruft zu Wachsamkeit auf

Aus der Bevölkerung kamen inzwischen zahlreiche Tipps. Seit einer Pressekonferenz am Mittwoch seien mehr als sechzig Hinweise eingegangen, sagte Einsatzleiter Norbert Wagner laut einer Mitteilung am Donnerstag. "Wir gehen allen Hinweisen nach, eine neue heiße Spur ist allerdings auf den ersten Blick noch nicht dabei", sagte er weiter.

Die Polizei fahndet nach zwei Tatverdächtigen. "Wir suchen weiter nach ihnen", sagte ein Polizeisprecher. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) rief die Bevölkerung zu erhöhter Wachsamkeit auf. Wie wichtig dies sei, habe sich in Bonn gezeigt. "Deutschland steht vor allem im Fadenkreuz des dschihadistischen Terrorismus", sagte Friedrich in Berlin. Dennoch sollten sich die Bürger nicht in ihrem alltäglichen Leben beeinträchtigen lassen. Zudem betonte der CSU-Politiker, dass den Sicherheitsbehörden derzeit keine Hinweise auf die Gefährdung konkreter Ziele vorlägen. Das gelte auch für Weihnachtsmärkte. (dpa/dapd)



Kommentare
15.12.2012
10:46
Bundesanwaltschaft übernimmt Ermittlungen zu Bombe in Bonn
von Pulliotofski | #12

Ich möchte gar nicht wissen was in Deutschland los wäre, würde es sich um einen rechtsextremistischen Anschlag handeln. Die roths und edathys der Republik würden empört den Notstand ausrufen. Leider war es aber wieder mal die Religion des Friedens (islamistisch darf man ja nicht mehr sagen). Das alles ist Heuchelei die seines gleichen sucht.

1 Antwort
Bundesanwaltschaft übernimmt Ermittlungen zu Bombe in Bonn
von Pulliotofski | #12-1

Im übrigen finde ich es bezeichnend, dass man seitens der islamischen Verbände nichts zu dem Thema hört. Im Gegensatz dazu vergeht kein Tag, an dem die vermeintlichen nsu- Morde nicht mit sog. Maßnahmenkatalogen ausgeschlachtet werden.

15.12.2012
10:37
Bundesanwaltschaft übernimmt Ermittlungen zu Bombe in Bonn
von knutmithut | #11

Ok, da ich es nicht mehr hören kann, einmal eine Klarstellung zur "Bombe":
Propan-/Butangas zündet nur in einem speziellen Gas-Luft-Verhältnis! Eine Lunte oder eine Glühbirne bringt da überhaupt nichts. Einzig eine Erhitzung der Gasflasche könnte zu einem bersten des Sicherheitsventils oder aber zum Platzen der Falsche führen. Das ist dann sicherlich nicht ganz ungefährlich, aber keinesfalls mit Sprengstoff oder dergleichen zu vergleichen. In der Regel gibt es bei einer Zündung (Gas-Luft-Verhältnis!) eine Verpuffung.

Was das ganze natürlich nicht besser macht.
Aber manchmal glaueb ich, dass beim BKA niemand Ahnung von technischen Dingen hat!

15.12.2012
08:30
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Name von Moderation entfernt | #10

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14.12.2012
23:13
Bundesanwaltschaft übernimmt Ermittlungen zu Bombe in Bonn
von rockingmom | #9

Sollen wir jetzt noch mehr überwacht werden? Da höre ich doch lieber Radio.
Ach, da machen die auch auf Panik. Na dann gehe ich mit einem guten Buch ins Bett.

14.12.2012
23:02
Bundesanwaltschaft übernimmt Ermittlungen zu Bombe in Bonn
von J-23 | #8

Die größte Interesse an dem,
dass hier nichts passiert müssten die Islam gläubigen selbst haben.
Und ich bin mir sicher, dass sie die auch haben.
Zumindest die, die im Geschichtsunterricht aufgepasst haben.

14.12.2012
22:10
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14.12.2012
22:04
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14.12.2012
21:07
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14.12.2012
19:42
Bundesanwaltschaft übernimmt Ermittlungen zu Bombe in Bonn
von Hanseman | #4

Da muss einem ja Angst und Bange werden um die innere Sicherheit! Nach vier Tagen stellt man fest das es zureichende Hinweise auf einen islamistischen Terroranschlag gibt.

Die Innere Sicherheit ist ja anscheinend nur auf den Rängen von Fußballstadien gefährdet; sämtliche personellen Ressourcen waren diese Woche durch dieses Thema gebunden.
Mir war bisher nicht bekannt, dass die Polizei in NRW soviele Standesorganisationen hat und jede sich zu diesem Thema äussern musste.
Mehr den den Schreibtisch und auf die Strasse, weniger in die Medien.
Und dann noch einen Dank an unsere Frau Bundeskanzlerin, Panzer nach Saudi-Arabien, weil das ein Stabilitätsanker ist. Der salafistische Terror kommt aus Saudi-Arabien und wird von dort finanziert. Dank von Freunden sieht anders aus, oder sind es vielleicht die falschen Freunde?


14.12.2012
18:22
Bundesanwaltschaft übernimmt Ermittlungen zu Bombe in Bonn...
von mspoetnik | #3

...na,Gott sei Dank.Dann kann ja nichts mehr schief gehen.

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