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Böller im Dixi-Klo - Gericht bestätigt fristlose Kündigung

22.01.2013 | 22:06 Uhr
Böller im Dixi-Klo - Gericht bestätigt fristlose Kündigung
Ein Gerüstbauer hatte einen Böller in ein Dixi-Klo geworfen, in dem gerade ein Kollege saß. Die Folge war eine fristlose Kündigung gegen die der Arbeiter vor Gericht zog.Foto: Yannik Willing/WAZ FotoPool

Krefeld.  Dieser Scherz ging nach hinten los: Ein Gerüstbauer hatte einen Böller in ein Dixi-Klo geworfen, in dem gerade ein Kollege saß. Die Folge war eine fristlose Kündigung gegen die der Arbeiter vor Gericht zog. Das Arbeitsgericht Krefeld hat jetzt die Klage abgewiesen.

Was als harmloser Scherz unter Kollegen gedacht war, endete vor dem Arbeitsgericht Krefeld: Der Vorarbeiter einer kleinen Gerüstbaufirma hatte vergangenen August einen Silvesterböller in einer Dixi-Toilette hochgehen lassen, in der gerade ein Mitarbeiter saß. Der Kollege erlitt Verbrennungen am rechten Oberschenkel, am rechten Hodensack und an der rechten Leiste. Daraufhin wurde der Gerüstbauer fristlos entlassen.

Gegen die Kündigung zog der heute 41-Jährige vor das Arbeitsgericht Krefeld. Seine Begründung: Der an der Klotür angebrachte Böller sei versehentlich in die Toilettenkabine gerutscht und explodiert. Außerdem seien Scherze mit Feuerwerkskörpern unter den Kollegen durchaus üblich und hätten im Kollegenkreis als Stimmungsaufheller gegolten. Auch die Verletzungen des Kollegen waren aus Sicht des Gerüstbauers weniger gravierend.

Gericht sieht Vorarbeiter als schlechtes Vorbild

Das Arbeitsgericht Krefeld wollte sich dieser Argumentation nicht anschließen und bekräftigte die fristlose Kündigung. „Ein tätlicher Angriff auf einen Arbeitskollegen ist eine schwerwiegende Verletzung arbeitsvertraglicher Nebenpflichten“, heißt es im Urteil. Der Kläger hätte wissen müssen, dass ein unsachgemäßer Umgang mit Böllern zu Verletzungen führen kann.

Als Vorarbeiter habe der Kläger eine besondere Vorbildfunktion im Unternehmen und hätte bereits vorher Scherze mit Chinakrachern verbieten müssen. Das gelte besonders in risikoreichen Berufsfeldern wie dem Gerüstbau: „Ein Vorgesetzter muss sich unbedingt darauf verlassen können, dass durch die Mitarbeiter nicht noch zusätzliche Gefahren geschaffen werden“, urteilten die Richter.

Bereits vor dem Böller-Vorfall hatte der Gerüstbauer, seit 15 Jahren für das Unternehmen arbeitete,  Abmahnungen erhalten. Er kann gegen das Urteil Berufung am Landesarbeitsgericht in Düsseldorf einlegen.

Sebastian Schürmann


Kommentare
23.01.2013
17:07
Böller im Dixi-Klo - Gericht bestätigt fristlose Kündigung
von Fake1 | #5

Als ob das Benutzen müssen eines Dixi Klos allein nicht schon übel genug ist!
Mit Unterschrift auf dem Arbeitsvertrag verpflichtet sich ausnahmslos jeder Mitarbeiter zur Mitwirkung im Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie der Arbeitssicherheit. Ein hier gezeigtes Verhalten ist eine wiederholte Verletzung strikt einzuhaltender Vorschriften der Berufsgenossenschaften. Diese Vorschriften wurden mit Blut geschrieben.
Somit ist sein Verhalten mit fristloser Kündigung zu belohnen nur konsequent und auch keine höhere Instanz wird dieses Urteil revidieren. Eine fahrlässige Körperverletzung ist schon übel genug. Als Wiederholungstäter handelt dieser Typ aber vorsätzlich. Und Vorsatz bedeutet : Du hast gewusst, was Du tust!
Der Unternehmer hat Fürsorgepflichten gegenüber allen Mitarbeitern nachzukommen
Eine fristlose Entlassung ist hier nur konsequent.

23.01.2013
11:01
Böller im Dixi-Klo - Gericht bestätigt fristlose Kündigung
von gudelia | #4

"Und ist man jung setzt man sich über vieles weg,
denkt wenig nach, denkt nicht an dauerhafte Schäden." (Regina Korn)
Aber, mit 41? Der ist entweder boshaft oder immer Kind geblieben. Beides möchte ich nicht als Kollegen haben.

23.01.2013
09:39
Böller im Dixi-Klo - Gericht bestätigt fristlose Kündigung
von nulpe2 | #3

waaasss.....am rechten hodensack .....hat der zwei

23.01.2013
07:39
Böller im Dixi-Klo - Gericht bestätigt fristlose Kündigung
von Shy_Eye | #2

Völlig zu Recht dieses Urteil!

23.01.2013
02:52
Sowas ist kein harmloser Scherz,
von vantast | #1

Leute könnten dabei einen Herzinfarkt bekommen. Ein gutes Urteil. Auch das Erschrecken anderer bei Youtube-Videos sind schlimm, gar nicht lustig. Die Urheber haben kein Einfühlungsvermögen, sind, in gewisser Weise, asozial.

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