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ADFC fordert mehr Fahrradfreundlichkeit im Ruhrgebiet

04.01.2013 | 06:54 Uhr
ADFC fordert mehr Fahrradfreundlichkeit im Ruhrgebiet
Der ADFC hält die Infrastruktur für Radfahrer im Ruhrgebiet für verbesserungswürdig.Foto: dapd

Düsseldorf.   Die Situation für Fahrradfahrer in NRW lässt nach Meinung von Experten des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club ADFC besonders im Ruhrgebiet noch zu wünschen übrig. Die Ruhr-Kommunen müssten mehr Geld in den Radwegebau investieren, das helfe auch, die Feinstaubbelastung zu senken.

Die Infrastruktur für Fahrradfahrer in Nordrhein-Westfalen ist nach Ansicht von Experten besonders im Ruhrgebiet noch verbesserungswürdig. "Ich weiß, dass es einige Ruhrgebietsstädte gibt, in denen es noch Nachholbedarf gibt", sagte der Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) in NRW, Thomas Semmelmann.

Aber auch diese Städte hätten sich inzwischen Gedanken über das Thema gemacht und überlegten, Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Städte zu werden. "Weil man entdeckt hat, dass Fahrradfahren nicht nur ein Freizeitspaß ist, sondern eine wirkliche Alternative in den Ballungszentren." Gerade bei hoher Feinstaubbelastung sei eine Umstellung auf Radverkehr sinnvoll. "Die Städteregion Aachen versucht dieses Problem mit einer massiven Förderung des Radverkehrs in den Griff zu bekommen", sagte Semmelmann. Er wünsche sich, dass auch das Ruhrgebiet stärker als bisher auf Radverkehr setze, um den Luftreinhalteplan zu erfüllen.

Land soll Kommunen bei Radwegebau unter die Arme greifen

Er wies auf den geplanten Radschnellweg im Ruhrgebiet hin, der von Duisburg bis nach Hamm führen soll. Gerade im Zusammenhang mit Elektrofahrrädern sei das Projekt spannend. "Das ist eine echte Alternative für Pendler."

Der ADFC-Landesvorsitzende forderte zudem vom Land mehr finanzielle Hilfe für die Kommunen für den Bau von Radwegen. "Wir wünschen uns, dass die Landesregierung ein eigenes Gesetz auf den Weg bringt, was die Finanzierung des Radwegebaus sichern würde." Derzeit sei der Bau von vielen Zufällen abhängig. Semmelmann sagte, ähnlich wie für den Straßenbau solle Geld für den Radwegebau zur Verfügung gestellt werden. "Da müsste dann natürlich ein ganz neues Finanzierungssystem erarbeitet werden." (dapd)

Radwegs-Vergleich im Ruhrgebiet

Kommentare
05.01.2013
17:56
ADFC fordert mehr Fahrradfreundlichkeit im Ruhrgebiet
von xxyz | #5

Der ADFC mag Mitglieder haben, die täglich gerne 20-40 KM mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren. Dabei handelt es sich aber um eine sehr kleine, wenn auch laute, Gruppe.

Das Problem in vielen Städten des Ruhrgebiets ist, dass die Bevölkerung keine Lust aufs Fahrrad hat. Zu dieser Jahreszeit sieht man kaum Fahrräder auf der Strasse. Das ist in anderen Städten nicht der Fall. In meiner Heimatstadt Dortmund haben die meisten Menschen nicht sehr viel Geld, aber für eine hohe Fahrzeugdichte reicht es. Auch werden die Kinder zur Grundschule mit dem Auto gebracht etc.

Es gibt sicherlich Optimierungen in den Städten, eine Radautobahn ist aber eine Geldverschwendung ohne Nutzen. Wer durchs Ruhrgebiet Fahrrad fahren will, kann den Emscher- oder Ruhrradweg nehmen. Es gibt auch viele Seitenstrassen. Der Rest würde sich eher über Optimierungen im Stadtgebiet freuen. Ich gehe aber davon aus, dass es die meisten überhaupt nicht interessiert, was mit den Rädern los ist, da sie Auto fahren.

1 Antwort
ADFC fordert mehr Fahrradfreundlichkeit im Ruhrgebiet
von uwekause | #5-1

#5

"....Zu dieser Jahreszeit sieht man kaum Fahrräder auf der Strasse....."
Ich habe gestern etliche Leute gesehen, die mit dem Rad in Essen unterwegs waren. Leider waren die in schwarze Regenkleidung gehüllt und kaum wahrnehmbar. Ist schwarz der neue Farbtrend beim Radeln?

04.01.2013
18:05
ADFC fordert mehr Fahrradfreundlichkeit im Ruhrgebiet
von kajoshima | #4

bitte die Rheinische Bahn weiter über Mülheim bis kurz vor dem Rhein fertigstellen.

04.01.2013
14:32
ADFC fordert mehr Fahrradfreundlichkeit im Ruhrgebiet
von XPeddaX | #3

Ich hoffe die Erzbahntrasse wird demnächst mal auf dem letzten Stück asphaltiert, der Schotter ist zwar mit dem Renner noch fahrbar aber als Pendler hätte ich nichts gegen einen schönen glatten Weg, da könnte man noch mal 1-2 kmh mehr fahren.
Schön wäre es wenn die Radwege auch nach dem Herbst mal saubergemacht würden, dieser Laubmodder ist wirklich sehr rutschig.

04.01.2013
12:09
ADFC fordert mehr Fahrradfreundlichkeit im Ruhrgebiet
von ulrics | #2

In Duisburg ist insbesondere in der Innenstadt die Fahrwegesitutation extrem mies. Man kommt hier nur schwerlich zum Hauptbahnhof.

In Wedau gibt es Radwege, die wegen Wurzeln gesperrt sind und durch Peusdofahrradwege ersetzt wurden.

Viele Autofahrer haben völlige Unkenntnis über die Regelungen und Urteile zum Abstand beim überholen von Fahrrädern. Die wissen nicht, dass ein Abstand von mind. 1,5 m eingehalten werden muss.

4 Antworten
ADFC fordert mehr Fahrradfreundlichkeit im Ruhrgebiet
von cliodriver86 | #2-1

1. Es gibt keinen vorgeschriebenen Seitenabstand. In der StVO gibt es lediglich den Hinweis, dass ein ausreichender Seitenabstand eingehalten werden muss.
2. Viele Radfahrer vergessen aber auch, dass auch für sie das Rechtsfahrgebot gilt.

ADFC fordert mehr Fahrradfreundlichkeit im Ruhrgebiet
von XPeddaX | #2-2

Laut Gerichten ist ein ausreichender Seitenabstand von mindestens 1,5-2 Metern einzuhalten, je nach Fahrsituation. Wird leider oft nicht getan, hab schon über die Montage einer Actioncam am Lenker nachgedacht, da hat man dann wenigstens einen Beweis sollte man wirklich mal in den Graben befördert werden.
Rechtsfahrgebot bedeutet aber nicht dass ich permanent am Seitenstreifen entlangschrammeln muss sondern dass ich nicht in der Mitte oder Links fahren darf. Der ADFC rät sogar aus Sicherheitsgründen (Gullideckel und andere Hindernisse) nicht ganz rechts zu fahren.

ADFC fordert mehr Fahrradfreundlichkeit im Ruhrgebiet
von osis | #2-3

Mehr inFos zu den Urteilen hier: http://www.adfc-nrw.de/kreisverbaende/kv-bottrop/radverkehr/verkehrsregeln/ueberholen-von-radfahrern.html

Tja @Cliodriver
von truckerchen | #2-4

Das nennt man wohl einen Tritt ins Fettnäpfchen! ;-)

04.01.2013
09:54
ADFC fordert mehr Fahrradfreundlichkeit im Ruhrgebiet
von fuffzigpfennig | #1

Der ewige linksgrüne Tagtraum vom elektroradelnden Berufspendler, der sich vor und nach seines 10 Stunden Arbeitstages noch extra zwei Stunden Zeit nimmt, um sich bei Wind und Wetter über den "Radschnellweg" zu quälen, um das Klima und den heimischen Juchtenkäfer zu retten.

Wirklich, total romantisch, aber leider auch total weltfremd!

4 Antworten
ADFC fordert mehr Fahrradfreundlichkeit im Ruhrgebiet
von truckerchen | #1-1

Ich empfehle mal, die Fahrradabstellanlagen vieler Unternehmen und Bahnhöfe zu beachten. Zumindest in den Sommermonaten quellen viele über und zeugen von einem regen Pendler-Verkehr.

ADFC fordert mehr Fahrradfreundlichkeit im Ruhrgebiet
von XPeddaX | #1-2

Ich fahre so oft das Wetter es zulässt mit dem Rad zur Arbeit, eine Strecke 25 km. So spare ich jeden Tag 5 Euro und halte mich mit geringem Zeitmehraufwand fit. Und ich bin morgens um halb sieben nicht der einzige Radfahrer auf der Erzbahntrasse.

@1: Wohl schon lange nicht mehr selber mit dem Fahrrad gefahren?
von radfahrer.ruhr | #1-3

Ich fahre seit Jahren jeden Tag 13 km/Strecke von meiner Wohnung zur Firma und wieder zurück. Eine oder zwei Stunden brauche ich für die Strecke mit dem Rad jedenfalls nicht. Diese bräuchte ich wohl eher mit dem Auto, wenn ich wieder im Stau stehen würde ...

Mit fällt in den letzten Jahren auf, dass die Anzahl der Radpendler steigt. Auch von Jahr zu Jahr steigt die Anzahl der Elektroräder, durch diese Räder braucht kein Radpendler durchgeschwitzt mehr in die Firma kommen.

ADFC fordert mehr Fahrradfreundlichkeit im Ruhrgebiet
von osis | #1-4

Ich bin auch Radpenlder und sehe eine steigende Anzahl von Freunden und Kollegen die das als Lebensqualität betrachten. Und als Feierabendsport ist es mehr als angenehm. Und auch die Radanlagen wachen nicht mit. Städte wie Essen haben enormen Nachholbedarf. Wobei ich viele Verkehrsanlagen nciht verstehe. Gerade Ampelanlagen sind Fußgänger- und Radfahrerunfreundlich geschaltet, entsprechend werden sie massiv ignoriert, weil keine Akzeptanz vorhanden ist minutenlang für eine Strassenquerung zu brauchen. Und wenn ich hier Auto fahre, dann stellt man fest, dass die Schaltung auch nicht für Autos gemacht wurde... Jeder Radfahrer entlastet den Autoverkehr, auch wenn man nicht radelt (oder kann) sollte man sich darüber freuen.

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