Das aktuelle Wetter NRW 5°C
Politik

USA ziehen Botschafter aus Zentralafrikanischer Republik ab

28.12.2012 | 16:57 Uhr
Foto: /APTN/dapd

Angesichts der zunehmend schlechteren Sicherheitslage in der Zentralafrikanischen Republik haben die USA ihren Botschafter und mehrere andere Diplomaten aus dem Land abgezogen. Rund 40 Menschen wurden am Freitag mit einer Maschine der US-Luftwaffe nach Kenia in Sicherheit gebracht, wie aus US-Behördenkreisen verlautete.

Bangui (dapd). Angesichts der zunehmend schlechteren Sicherheitslage in der Zentralafrikanischen Republik haben die USA ihren Botschafter und mehrere andere Diplomaten aus dem Land abgezogen. Rund 40 Menschen wurden am Freitag mit einer Maschine der US-Luftwaffe nach Kenia in Sicherheit gebracht, wie aus US-Behördenkreisen verlautete. Zuvor hatte der Präsident der Zentralafrikanischen Republik, François Bozize, Frankreich und andere Länder um Unterstützung im Kampf gegen die Rebellen gebeten, die auf die Hauptstadt Bangui vorrücken.

Bozize sagte am Donnerstag, die ehemalige Kolonialmacht Frankreich habe die Mittel, um die Aufständischen zu stoppen. "Leider haben sie bisher nichts für uns getan." Der französische Präsident François Hollande hatte zuvor erklärt, Paris schütze in dem afrikanischen Land seine Interessen, nicht die Regierung.

Bozize hatte zuvor auch beim langjährigen Verbündeten Tschad um Unterstützung angefragt. Der Tschad sagte 2.000 Soldaten zu. Allerdings ist nicht klar, ob die Männer bereits in der Zentralafrikanischen Republik eintrafen und ob sie gemeinsam mit den Regierungssoldaten dort die Rebellen zurückschlagen können. In der Zentralafrikanischen Republik sind derzeit nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Paris etwa 200 französische Soldaten stationiert, die technische Unterstützung leisten und bei der Ausbildung von Soldaten helfen.

Gefechte in der Hauptstadt befürchtet

Aufgebrachte Demonstranten hatten am Mittwoch die französische Botschaft in Bangui mit Steinen beworfen. Sie warfen Frankreich vor, nicht genug gegen die jüngste Offensive der Aufständischen getan zu haben. Die Bewohner von Bangui befürchten, dass die Hauptstadt zu einem Schauplatz blutiger Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Rebellen wird. Die Aufständischen haben bereits mindestens zehn Städte erobert. Am Freitag wurden Kämpfe zwischen Rebellen und Regierungstruppen in Bambari, der drittgrößten Stadt des Landes, gemeldet. Die Stadt liegt etwa 385 Kilometer von Bangui entfernt.

Der UN-Sicherheitsrat äußerte sich besorgt über die Lage in der Zentralafrikanischen Republik. Er forderte die Rebellen auf, sich aus den von ihnen eingenommen Städten zurückzuziehen und ihren Vormarsch auf die Hauptstadt Bangui abzubrechen.

Die Rebellen hatten vor fünf Jahren einen Friedensvertrag unterzeichnet, der ihnen einen Beitritt zu den Regierungsstreitkräften ermöglichen sollte. Die Anführer der Aufständischen werfen der Regierung vor, das Abkommen nicht vollständig umgesetzt zu haben.

Die Zentralafrikanische Republik ist etwa so groß wie Frankreich und hat 4,4 Millionen Einwohner. Das Land erlebte seit seiner Unabhängigkeit 1960 wiederholt Militärputsche und Rebellionen. Die Zentralafrikanische Republik gehört zu den ärmsten Ländern der Welt.

© 2012 AP. All rights reserved

dapd

Facebook
Kommentare
Umfrage
Die Große Koalition hat sich auf die Einführung einer gesetzlichen Frauenquote geeinigt. Was halten Sie von der Maßnahme?

Die Große Koalition hat sich auf die Einführung einer gesetzlichen Frauenquote geeinigt. Was halten Sie von der Maßnahme?

 
Fotos und Videos
Sakurai und Co.
Bildgalerie
Fotostrecke
Aus dem Ressort
Juncker wirbt bei EU-Ländern um Milliarlden-Investitionen
EU-Kommission
EU-Kommissionspräsident Juncker hat am Mittwoch im EU-Parlament für das europäische Investitionspaket in Höhe von 315 Milliarden Euro geworben. Mit einem "ehrgeizigen und neuen Ansatz" will Juncker die EU-Mitgliedsstaaten zu Infrastruktur-Maßnahmen anregen. Es setzt auf eine "Hebelwirkung".
Land NRW springt bei Schulsozialarbeit ein
Finanzen
Im Ringen um die Finanzierung von 1500 Schulsozialarbeitern in NRW hat die rot-grüne Landesregierung am Mittwoch eine Lösung verkündet. Damit sind die Stellen der Sozialarbeiter an den Schulen für die kommenden drei Jahre gesichert. Aber auch Kommunen müssen zahlen.
Opposition wirft Merkel "Neuauflage des Kalten Krieges" vor
Generaldebatte
Grüne und Linke nutzen die Debatte über den Kanzleramtsetat für Grundsatzkritik an der Regierung Merkel - und erkennen "grauen Nebel", "Nullkompetenz". Die Kanzlerin verteidigte vor allem ihren ihren Sparkurs. Man habe "über die Verhältnisse gelebt". Damit sei nun Schluss.
Grüner Hofreiter greift Merkel für nebulöse Politik an
Bundestagsdebatte
Die Linke wirft der Kanzlerin soziale Spaltung vor. Die Grünen halten Merkels Politik für diffusen Nebel. Ihr Lieblingsgegner beim Schlagabtausch im Bundestag ist aber Volker Kauder wegen seiner Haltung zur Frauenquote. "Heul doch", rufen die Grünen.
CDU und Milli Görus - Politiker reagiert mit Partei-Austritt
Politik
Martin Reinhardt, Mitglied im Vorstand der Ortsunion Altenhagen, ist aus der CDU ausgetreten. Der Politiker begründet den Entschluss mit den Ereignissen um Cemile Giousouf. Die Bundestagsabgeordnete hatte eine Delegation der verfassungsfeindlichen Gruppe Gruppe Milli Görüs in Hagen empfangen.