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Thierse wirft deutschen Konzernen Versagen bei Großprojekten vor

30.12.2012 | 16:01 Uhr

Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) hat zum Jahreswechsel deutschen Konzernen Versagen bei Großprojekten wie dem Berliner Flughafen oder dem Bahnhofsbau Stuttgart 21 vorgeworfen. "Ich lasse es nicht zu, dass immer nur mit dem Finger auf die Politik gezeigt wird", sagte Thierse der "Berliner Morgenpost" (Silvesterausgabe).

Berlin (dapd). Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) hat zum Jahreswechsel deutschen Konzernen Versagen bei Großprojekten wie dem Berliner Flughafen oder dem Bahnhofsbau Stuttgart 21 vorgeworfen. "Ich lasse es nicht zu, dass immer nur mit dem Finger auf die Politik gezeigt wird", sagte Thierse der "Berliner Morgenpost" (Silvesterausgabe).

"Beim Großflughafen sind es die Firmen Bosch und Siemens, die die Brandschutzanlage nicht zum Laufen kriegen." Ebenso stelle sich die Lage bei Stuttgart 21 dar, wo die Deutsche Bahn verantwortlich sei. Bei der Elbphilharmonie in Hamburg habe wiederum der größte deutsche Baukonzern Hochtief den "Schlammassel" verursacht.

Die Politiker könnten bei derart großen Projekten zwar die Aufsicht führen, doch seien sie "auf eine peinlich brutale Weise abhängig von den Informationen, die ihnen gegeben werden". Er wünsche sich, dass die tatsächlich Verantwortlichen benannt und nicht Politiker als "Ersatzschuldige" an den Pranger gestellt werden, sagte Thierse.

dapd

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Kommentare
30.12.2012
18:35
Thierse wirft deutschen Konzernen Versagen bei Großprojekten vor
von berni44 | #2

Man merkt, dass H. Thierse aus der alten DDR kommt. Er kennt nicht die Auftragsvergaben nach VOB . Die Leistungsverzeichnisse, auch für Grossanlagen, werden in 100 derte Positionen, mit genauen Beschreibungen aufgeteilt und mit den ausführenden Untenehmen abgerechnet. Hierdurch verschwimmt der grosse Blick für die ganze Anlage. Es muss mit Sonderarbeiten an vielen Stellen in der Grossanlagee
nachgearbeitet werden.
Dieses ist auch der Grund, dass die Anlagen immer viel teurer werden, als vor angeboten. Viele Unternehmen setzen auch auf diese Sonderarbeiten, damit sie überhaupt an den öffentlichen Aufträgen etwas verdienen.
Diese Vergabesystem der öffentlichen Hand soll Korruption und Betrug verhindern, aber leider wird beides begünstigt.
Das Vergabesystem muss geändert werden. Es muss so sein, dass das Ziel, die Anlage oder Bauwerk, im Blick steht.
Die einzelnen Schritte, wie das Ziel ereicht wird, sollte dem Auftragnehmer überlassen werden.Für das Ziel sollte der Unt.-nehmer haften.

30.12.2012
16:43
Kommunikationsprobleme
von knueppeljunge | #1

Die Aufsicht funktioniert nicht wg fehlender Informationen - das ist die Kernaussage.

Welche Konsequenzen zieht die Aufsicht daraus? Wer führt eigentlich die Aufsicht in den Konzernen?
Es ist so einfach den Schwarzen Peter weiterzureichen. Zumal wenn die Aufsicht gänzlich "ehrenamtlich" (???) arbeitet.

Die einzig bekannte Konsequenz:
Weitermachen - der Bürger bezahlt - wir können keine Schuldigen benennen.

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