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Syrische Rebellen forcieren Offensive auf Militärbasis im Norden

28.12.2012 | 17:22 Uhr
Foto: /dapd

Die Rebellen in Syrien haben ihre Angriffe auf eine Militärbasis im Norden des Landes verstärkt und sich dort erbitterte Gefechte mit Regierungstruppen geliefert. Die Kämpfe um den an der türkischen Grenze gelegenen Luftwaffenstützpunkt Mannagh hätten bis in die Nacht auf Freitag angedauert, berichteten Aktivisten.

Moskau (dapd). Die Rebellen in Syrien haben ihre Angriffe auf eine Militärbasis im Norden des Landes verstärkt und sich dort erbitterte Gefechte mit Regierungstruppen geliefert. Die Kämpfe um den an der türkischen Grenze gelegenen Luftwaffenstützpunkt Mannagh hätten bis in die Nacht auf Freitag angedauert, berichteten Aktivisten. Das syrische Regime geriet derweil auch an anderen Fronten immer stärker unter Druck: Während der Verbündete Russland seine Fühler zur Opposition ausstreckte, sagten sich weitere Generäle von Präsident Baschar al-Assad los.

Die Aufständischen richten ihr Augenmerk verstärkt auf verschiedene Ziele im Norden Syriens. Etliche Militärbasen rund um die umkämpfte Wirtschaftsmetropole Aleppo brachten sie in jüngster Zeit bereits in ihre Gewalt. Am Donnerstagabend seien Einheiten der Rebellen an den Rand des Luftwaffenstützpunkts Mannagh vorgestoßen, berichtete die in London ansässige Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Der örtliche Aktivist Mohammed Saeed erklärte, syrische Kampfjets hätten mit dem Beschuss von nahegelegenen Stellungen der Aufständischen reagiert. "Die Kämpfe am Flughafen von Mannagh dauerten die ganze Nacht über", sagte er.

Auch aus dem in Aleppo gelegenen palästinensischen Flüchtlingslager Handarat seien heftige Gefechte zwischen Regierungstruppen und Rebellen gemeldet worden, meldeten Saeed und die Beobachtungsstelle übereinstimmend. Kämpfe und Bombardements habe es auch in einigen Vierteln und Vororten der Hauptstadt Damaskus, in der zentralen Provinz Hama und der Stadt Homs sowie in der am Rand der Golanhöhen gelegenen Region Kuneitra gegeben.

Russisches Gesprächsangebot an Syrische Nationalkoalition

Unterdessen nahm Russland Kontakt zur syrischen Opposition auf: Die Regierung bot der Syrischen Nationalkoalition Gespräche an, wie der russische Außenminister Sergej Lawrow am Freitag in Moskau erklärte. Russland sei bereit zu einem Treffen mit dem Vorsitzenden der Koalition, Muas al-Chatib. Bisher hatte Moskau westliche Länder kritisiert, die die Nationalkoalition als legitime Vertretung des syrischen Volks anerkannten.

Al-Chatib erteilte der Offerte in einem Interview des TV-Senders Al-Dschasira jedoch umgehend eine Absage. "Wenn wir das syrische Volk nicht repräsentieren, warum lädt er uns dann ein?", fragte er in Richtung Lawrow. Stattdessen rief al-Chatib die russische Regierung auf, den Rücktritt Assads zu fordern. Dies sei "eine Hauptbedingung in jeglichen Verhandlungen".

Lawrow erklärte in seiner Stellungnahme, Russland fordere die syrische Regierung auf, sich um eine politische Lösung des Konflikts zu bemühen. Die syrische Führung müsse konkret sagen, inwieweit sie zu einem Dialog mit der Opposition bereit sei. Dies habe er auch dem stellvertretenden syrischen Außenminister Faisal Mekdad bei einem Treffen am Donnerstag gesagt.

Die im November gebildete Nationalkoalition wird inzwischen von vielen westlichen Ländern anerkannt. Russland zufolge stört das die Bemühungen um einen politischen Übergangsprozess in Syrien. Der Kreml hat Assad bislang stets gestützt und Forderungen nach seinem Rücktritt abgelehnt, scheint sich nun aber langsam von ihm zu distanzieren. Der russische Präsident Wladimir Putin erklärte vergangene Woche, das Schicksal des Assad-Regimes beschäftige sein Land nicht besonders, auch wenn es zweifellos den Ruf nach Veränderungen gebe. Der internationale Syrien-Gesandte Lakhdar Brahimi wird am Samstag zu Gesprächen in Moskau erwartet.

Generäle desertieren

Derweil kehrten weitere Generäle Assad den Rücken: Zwei regionale Kommandeure der Luftwaffe flüchteten über die Grenze in die Türkei, wie aus Kreisen des Außenministeriums in Ankara verlautete. Sie hielten sich derzeit in einem Lager für Deserteure in der Türkei auf. Einzelheiten wurden nicht genannt.

Seit Beginn des Aufstands gegen den Assad sind dem Regime Dutzende Generäle von Bord gegangen. Zuletzt war der Chef der Militärpolizei, Generalmajor Abdul Asis Jassem al Schallal, zur Opposition übergelaufen. Auch er flüchtete in die Türkei.

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