Das aktuelle Wetter NRW 4°C
Rechtsextremismus

Razzia gegen Betreiber eines rechtsextremen Internet-Forums

14.06.2012 | 12:22 Uhr
Razzia gegen Betreiber eines rechtsextremen Internet-Forums
Bei einer Razzia gegen die Betreiber einer rechtsextremistischen Internetplattform wurden auch Wohnungen in NRW durchsucht.Foto: dapd

Wiesbaden.  Auch in Nordrhein-Westfalen wurden Wohnungen durchsucht. Auf der Internetplatform "Thiazi.net" wurden rechtsextremistische Liedtexte und Tonträger zum Download angeboten. Die Ermittlungen richten sich gegen die Betreiber der Internetplattform.

Die Polizei ist mit einer bundesweiten Razzia gegen die Betreiber des rechtsextremen Internet-Forums "Thiazi.net" vorgegangen. Im Auftrag der Staatsanwaltschaft Rostock wurden am Donnerstag Wohnungen und Geschäftsräume in elf Bundesländern, auch in NRW, wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung durchsucht, wie das Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden mitteilte. Vier Beschuldigte wurden demnach festgenommen.

Das "Thiazi"-Forum ist laut BKA das bedeutendste deutschsprachige rechtsextremistische Internetforum. Die Betreiber bezeichnen das Forum als "germanische Weltnetzgemeinschaft" und verstehen dieses als "das größte und bekannteste deutschsprachige Forum seiner Art" mit weit über einer Million Foren-Beiträgen.

Durchsuchungen auch in NRW

Die Schwerpunkte der Durchsuchungen von 24 Wohnungen und Geschäftsräumen lagen dem BKA zufolge in Mecklenburg-Vorpommern und Baden-Württemberg. Weitere Durchsuchungen fanden demnach in Niedersachsen, Bayern, Brandenburg, Berlin, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Rheinland-Pfalz und Thüringen statt. Auch in Großbritannien sei eine Wohnung durchsucht worden.

Die Ermittlungen richten sich insgesamt gegen 26 Beschuldigte im Alter von 22 bis 64 Jahren. Sie werden verdächtigt, mehr als 2400 Liedtexte und mehr als 1400 Tonträger zum Download angeboten zu haben. Hauptbeschuldigte sind ein 30-jähriger Erzieher sowie eine 30-jährige Hausfrau und Mutter.

In einer Vielzahl der Liedtexte werde zum Hass gegen Ausländer, Juden und Menschen anderer Hautfarbe aufgestachelt und zu gewalttätigen Übergriffen gegen diese aufgerufen, erklärte das BKA. Zudem werde der Holocaust geleugnet und die nationalsozialistische Gewalt- und Willkürherrschaft verherrlicht.

BKA-Präsident Jörg Ziercke wertete die Ermittlungen auch als "klare Botschaft an die Betreiber vergleichbarer Internetforen." Die Verbreitung von rechtsextremistischem und fremdenfeindlichem Gedankengut sowie die Verherrlichung des Nationalsozialismus würden konsequent verfolgt, erklärte Ziercke. (afp)

Kommentare
14.06.2012
23:22
Razzia gegen Betreiber eines rechtsextremen Internet-Forums
von drengler | #2

Je mehr die Krise des Systems zunimmt um so mehr sollen offenbar "rechte" Internetplattformen wie "Altermedia" und "Thiazi" durch strafrechtliche Ermittlungsverfahren lahm gelegt werden. Wie das Beispiel Altermedia zeigt - wohl ohne nachhaltigen Erfolg.

Die Botschaft, die beim Volk ankommt ist doch, dass diejenigen, die unbequeme Wahrheiten verkünden und politische Alternativen vortragen können, mundtot gemacht werden sollen. Da kann man also eher von gegenteiligen Folgewirkungen solcher Polizeiaktionen ausgehen.

14.06.2012
16:10
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #1

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

Funktionen
Aus dem Ressort
Sahra Wagenknecht kandidiert doch nicht für Fraktionsvorsitz
Linkspartei
Neuer Ärger bei der Linkspartei: Sahra Wagenknecht erklärt ihren Verzicht auf eine Kandidatur für den Fraktionsvorsitz. Wie geht es nun weiter?
Bundesgerichtshof verhandelt im Juni über „Kutten-Verbot“
Rocker
Im Juni wird der Bundesgerichtshof über das so genannte „Kutten-Verbot“ verhandeln. Anlass ist eine Selbstanzeige von zwei Mitgliedern der Bandidos.
Düsseldorfer Gericht verteidigt Genehmigung von Dügida-Demos
Dügida
Die Dügida-freundlichen Entscheidungen des Düsseldorfer Verwaltungsgerichts sorgten im ganzen Land für Aufsehen. Jetzt rechtfertigen sich die Richter.
EBE-Affäre endet für Essens OB juristisch mit Bußgeld
Untreue
Oberbürgermeister Paß und sein ehemaliger Büroleiter sollen jeweils 1000 Euro zahlen, damit die Staatsanwaltschaft die Ermittlungsverfahren einstellt.
Was die SPD aus der Selbstkritik von Steinbrück lernen muss
Kommentar
Die Selbstkritik von Peer Steinbrück mit Blick auf seine gescheiterte Kanzlerkandidatur für die SPD ist bemerkenswert. Ein Kommentar von Walter Bau.
article
6765211
Razzia gegen Betreiber eines rechtsextremen Internet-Forums
Razzia gegen Betreiber eines rechtsextremen Internet-Forums
$description$
http://www.derwesten.de/wp/politik/razzia-gegen-betreiber-eines-rechtsextremen-internet-forums-id6765211.html
2012-06-14 12:22
Thiazi.net, Rechtsextremismus, Internetplatform, Bundeskriminalamt, Razzia
Politik