Das aktuelle Wetter NRW 15°C
Piraten-Parteitag

Neuer Kapitän auf der Piratenbrücke

29.04.2012 | 18:19 Uhr
Neuer Kapitän auf der Piratenbrücke
Der neue Bundesvorsitzende der Piratenpartei, Bernd Schloemer. Foto: dapd

Neumünster.   Der neue Vorsitzende gilt als pragmatisch und will seine Partei auf Kurs in Richtung Bundestag bringen. Abteilungsleiter im Verteidigungsministerium

Bernd Schlömer wirkt erstaunlich entspannt. „Mir geht’s gut, ich bin glücklich“, meint der 40-Jährige. Soeben haben die Piraten den Hamburger zum Vorsitzenden gewählt. Für ein Jahr ist Schlömer nun der oberste Verwalter bei den Politik-Überfliegern und soll sie erfolgreich ins Wahljahr 2013 führen.

Schlömer selbst bezeichnet sich als „Feierabendpolitiker“. Hauptberuflich arbeitet der gelernte Kriminologe als Abteilungsleiter im Verteidigungsministerium. Interessenkonflikte zwischen Arbeitgeber und Partei sieht er deswegen nicht. Wenn sich die Piraten gegen Bundeswehreinsätze positionieren sollten, dann will er sich dem anschließen.

„Es gibt Megathemen, die kommentiert werden müssen“

Seit 2009 ist der gebürtige Meppener bei den Piraten. Es ist die Diskussion um die Vorratsdatenspeicherung, die den zweifachen Familienvater in die junge Partei treibt. Bis 2011 ist Schlömer Schatzmeister, anschließend Vize-Vorsitzender. Mit Schlömer setzen die Piraten nun auf Kontinuität. Er gilt als pragmatisch und ausgleichend, er polarisiert wenig und predigt Bescheidenheit. Vielen Mitgliedern dürfte gefallen, dass Schlömer nicht für den Bundestag kandidieren will.

Schlömer hat sich mehrere Ziele gesetzt: Er will die Piraten für den Bundestagswahlkampf vorbereiten, die interne Kommunikation stärken und das parteiinterne Meinungsfindungssystem „Liquid Feedback“ weiterentwickeln. Nach außen möchte er vor allem die Prozesse innerhalb der Piraten beschreiben. Zudem steht ihm die Debatte ins Haus, wie stark sich der Vorstand künftig auch zu nicht abgestimmten aktuellen Themen äußern darf. „Es gibt Megathemen, die man kommentieren muss“, sagt Schlömer. „Völlig meinungslos“ zu sein – das sei nicht seine Vorstandsrolle.

Daniel Freudenreich



Kommentare
Aus dem Ressort
13-Jähriger zieht aus Deutschland in den Dschihad
Dschihad
Unter den radikalisierten Islamisten, die aus Deutschland in den Dschihad gezogen sind, befinden sich laut einem Medienbericht auch mehrere Kinder und Jugendliche. Nach Auskunft des Bundesamtes für Verfassungsschutz sei der Jüngste erst 13 Jahre alt.
Brücken-Milliarde reicht für 78 verfallene Brücken
Verkehr
Mit der Sondermilliarde des Bundesverkehrsministeriums werden 78 besonders verfallene Brücken erneuert. Experten schätzen allerdings, das bundesweit fast 6000 der insgesamt 39 000 Brücken marode sind. Von den Grünen kam heftige Kritik.
49 Türken aus monatelanger IS-Geiselhaft befreit
Konflikte
Nach mehr als drei Monaten in der Gewalt der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sind 49 türkische Geiseln wieder frei. Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan teilte mit, der Geheimdienst MIT habe die Geiseln während einer nächtlichen "Rettungsoperation" befreit.
Schottland-Referendum löst politische Nachwehen aus
Verfassung
Nach dem Referendum über die Unabhängigkeit Schottlands ist in der britischen Politik ein Streit zwischen den regierenden Tories und der oppositionellen Labour-Partei ausgebrochen.
„Idiotentest“ für Autofahrer schon nach 1,1 Promille?
Verkehr
Können Autofahrer auch in NRW künftig schon nach Alkoholfahrten mit 1,1 Promille zum „Idiotentest“ gebeten werden.? Diese Grenze gilt zumindest schon in Baden-Württemberg. In NRW müssen Ersttäter bislang erst ab 1,6 Promille zum Test.
Umfrage
Die Schotten haben sich gegen die Unabhängigkeit entschieden, Großbritannien bleibt intakt. Wie finden Sie das?

Die Schotten haben sich gegen die Unabhängigkeit entschieden, Großbritannien bleibt intakt. Wie finden Sie das?

 
Fotos und Videos