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Neue Klagen auf Schadenersatz nach Luftschlägen von Kundus

28.12.2012 | 11:01 Uhr
Neue Klagen auf Schadenersatz nach Luftschlägen von Kundus
Bei dem Angriff auf zwei Tanklastwagen in Afghanistan starben 2009 viele Menschen. Hinterbliebene fordern jetzt weitere Schadenersatz-Zahlungen.Foto: dpa

Bonn/Bremen.  Gut drei Jahre nach dem Luftschlag von Kundus fordern Hinterbliebene der Opfer weiteren Schadenersatz. Zehn Sammelklagen sind am Donnerstag beim Landgericht Bonn eingegangen. Bei dem Luftangriff der Bundeswehr auf zwei Tank-Lkw in Afghanistan waren im September 2009 viele Menschen gestorben.

Hinterbliebene des Luftschlags von Kundus fordern von Deutschland in weiteren Schadenersatzklagen insgesamt 3,3 Millionen Euro Entschädigung. Zehn Sammelklagen gingen am Donnerstag beim Landgericht Bonn ein. Die Klagen richten sich gegen die Bundesrepublik, vertreten durch das Verteidigungsministerium, sagte Rechtsanwalt Karim Popal in Bremen. Gerichtssprecher Michael Bräuer bestätigte der dpa den Eingang der Klagen, ohne nähere Angaben machen zu können.

Am 4. September 2009 waren bei einem von der Bundeswehr befohlenen Luftangriff auf zwei Tanklastwagen im Norden Afghanistans zahlreiche Menschen getötet und verletzt worden. Der damalige Bundeswehr-Kommandeur von Kundus, Oberst Georg Klein, hatte das Bombardement veranlasst, weil er einen Angriff befürchtete. Die Bundeswehr geht von 91 Toten und 11 Verletzten aus, macht aber keine Angaben zu dem Anteil von Zivilisten.

Hintergrund
Drei Jahre nach Kundus - Oberst Georg Klein wird zum General

Drei Jahre nach der Kunduz-Affäre wird Georg Klein zum General befördert. Grüne halten dies für ein „ein fatales Signal. Klein hatte am 4. September 2009 den Befehl zum Luftangriff auf zwei von Taliban gekaperte Tanklaster nahe Kundus in Afghanistan gegeben.

Popal hatte bereits im Herbst 2011 eine erste Sammelklage für vier Personen eingereicht. Diese Klage ist nach seinen Angaben noch anhängig. 79 Kläger seien in den nun eingereichten zehn Sammelklagen vertreten; hinter ihnen stünden zahlreiche weitere Hinterbliebene. Die Höhe der jeweils geforderten Entschädigungszahlungen liege zwischen 20 000 und 75 000 Euro. Das Verteidigungsministerium hatte im Sommer 2010 jeder betroffenen Familie 5000 US-Dollar (3600 Euro) Entschädigung zugestanden. (dpa)



Kommentare
29.12.2012
22:39
@AuroraBorealis
von weihnachtsmann78 | #17

Wenn Sie den Artikel (und die Begleitartikel zu dem Thema) lesen, wissen Sie das es nicht um tote Bundeswehrsoldaten geht. Dann wissen Sie auch das das Geld an Angehörige in Afghanistan gegangen ist.

Also erfinden Sie bitte nicht neue Szenarien.

Die äußerst diffizile "Angelegenheit" ist nun von den zuständigen Stellen mit den Anwälten zu klären. Wer nicht dabei war, kann m.E. kaum einschätzen wer welche und wieviel Schuld trägt.

Einen schönen Abend noch.

29.12.2012
21:13
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Name von Moderation entfernt | #16

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29.12.2012
12:29
Neue Klagen auf Schadenersatz nach Luftschlägen von Kundus
von altesholz | #15

ist das zuletzt gezahlte geld denn schon verbraucht? oder wollen da ein paar anwälte wieder reibach machen? wann endlich klagen die angehörigen deutscher soldaten, die in afghanistan von taliban und den dortigen bürgern ermordet wurden?

1 Antwort
Neue Klagen auf Schadenersatz nach Luftschlägen von Kundus
von Ismet | #15-1

@altesholz

Ich verstehe eins nicht. Sind die Taliban in Deutschland in die Kämpfe verwickelt oder immer noch in Afghanistan?
Ich wüsste nicht, das Afghanistan Deutschland den Krieg erklärt hätte?

29.12.2012
11:12
Neue Klagen auf Schadenersatz nach Luftschlägen von Kundus
von heindaddel | #14

Da erschließt sich ein Winkeladvokat neue Geldquellen.

1 Antwort
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Name von Moderation entfernt | #14-1

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29.12.2012
08:11
Berichtigung
von Schneefee4 | #13

LKW-Fahrer hatten sie ermordet, die LKW waren nur geklaut. Sorry. Aber wenn ich den Schwachsinn vieler Philoislamisten hier sehe schreibe ich zu schnell...

1 Antwort
Neue Klagen auf Schadenersatz nach Luftschlägen von Kundus
von Ismet | #13-1

Immer Tief durchatmen :-)

29.12.2012
08:06
Neue Klagen auf Schadenersatz nach Luftschlägen von Kundus
von Schneefee4 | #12

Entschuldigung, aber welche Angehörigen sollen den Schadenersatz bekommen? Die Angehörigen der Taliban-Terroristen, die vorher 2 LKW ermordet hatten, oder die Angehörigen der Plünderer, die das Bezin klauen wollten?

2 Antworten
@Schneefee4
von Ismet | #12-1

Es ist auch eine Form von Kriegsfinanzierung.
Es gibt einen berühmten Satz, leider kenne ich den Verfasser nicht.
Gibt es Krieg, gibt es Geld und umgekehrt...
Sie sehen, das damit nur die USA gemeint ist...

.
von AuroraBorealis | #12-2

Zu Ihrer Frage steht in obigem Artikel lediglich:
"Die Bundeswehr geht von 91 Toten und 11 Verletzten aus, macht aber keine Angaben zu dem Anteil von Zivilisten."
Es können somit auch die Angehörigen von getöteten Soldaten/Soldatinnen gemeint sein.

29.12.2012
03:39
Perverser geht es wohl nicht!
von Ismet | #11

Liebe Leute,
Keiner der Besatzungsmächte möchte aus Afghanistan heraus. Ihr solltet auch wissen warum. Unter dem Blutgetränktem afghanischem Boden sind riesige Bodenschätze. Vorsichtige Schätzungen gehen von Wert aus das locker 1000 mrd. € überschreitet.
Glaubt ihr das die Afghanen das know how dazu haben an diese Ressourcen heran zu kommen?
Die Klage Zuzulassen oder Abzuweisen, kann und will ich nicht Kommentieren. Was entscheidend ist, wie die weitere Vorgehensweise der Besatzungsmächte sein wird...

2 Antworten
Neue Klagen auf Schadenersatz nach Luftschlägen von Kundus
von GregoryHouse | #11-1

Sie haben den Drogenanbau vergessen, der 2001 praktisch dort nicht existierte. Die CIA muss sich ja auch irgendwie finanzieren.

Neue Klagen auf Schadenersatz nach Luftschlägen von Kundus
von Ismet | #11-2

@GregoryHouse
Danke für den Hinweis :-)

Einen Guten Rutsch ins neue Jahr wünsch ich.

28.12.2012
15:52
3600 Euro für eine Familie die Vater oder Mutter (?) in einem Wirtschaftskrieg der BRD verloren haben.
von AuroraBorealis | #10

Der Tod eines/einer Soldaten/Soldatin ist den Verantwortlichen in der Bundesregierung mit "sagenhaften" 3600 € als entschädigt betrachtet.

Vielleicht sollten die Verantwortlichen in den mit deutscher Mit-Verantwortung geführten Wirtschaftskriegen selber aktiv an der Front teilnehmen oder zumindest eigene Familienmitglieder an die Front zwangsverpflichten?!
Aber gut, man darf ja die Gewinnmarge dieser Wirtschaftskriege nicht mit "sentimentalen" Geldbeträgen schmälern. Das würde ja die Geldgewinne der am Krieg beteiligten Wirtschaftsunternehmen verringern, das wiederum würde die Aktionäre verprellen und diese ziehen sich dann zurück. Letztendlich kostet das in Deutschland dann wieder Arbeitsplätze.
Und wir haben ja gelernt, wegen der "Globalisierung" und "Standortsicherung" und anderen Gralsworten der Wirtschaft, scheint mittlerweile alles erlaubt zu sein.
Die Toten kann man nicht mehr zum Leben erwecken. Die Hinterbliebenen haben aber mehr Anspruch, als nur auf ein kleines Trinkgeld.

5 Antworten
Beträge
von knueppeljunge | #10-1

5.000 Dollar = 10 durchschnittliche Jahresgehälter in Afghanistan


Nicht, dass man ein Menschenleben in Geld bewerten kann. Aber man muss auch Relationen betrachten.

@ knueppeljunge | #10-1
von AuroraBorealis | #10-2

"Die Bundeswehr geht von 91 Toten und 11 Verletzten aus, macht aber keine Angaben zu dem Anteil von Zivilisten."

Jetzt versuchen Sie bitte einmal zu erklären, was Sie meinen, wenn Sie schreiben:
"5.000 Dollar = 10 durchschnittliche Jahresgehälter in Afghanistan
Nicht, dass man ein Menschenleben in Geld bewerten kann. Aber man muss auch Relationen betrachten."

Die Bundeswehr weigert sich, die korrekten Zahlen zu veröffentlichen.
So lange wie das nicht geschieht, so lange darf man ohne weiteres auch davon ausgehen, dass es 91 deutsche Soldaten/Soldatinnen sind, die durch diesen Wirtschaftskrieg umgekommen sind.
Nimmt man Ihre "Begründung" der 10-fachen durchschnittlichen Jahresgehälter als Grundlage für die deutschen Soldaten/Soldatinnen, dann dürfte jede Familie mit 500.000 € "Entschädigung" rechnen.
M. E. eigentlich immer noch viel zu wenig, für einen bewußt herbeigeführten Tod eines Menschen.

#10-2
von knueppeljunge | #10-3

Bedauerlicherweise bin ich davon ausgegangen, dass Sie den Artikel verstanden haben und die Hintergründe kennen. Sie belehren mich gerade eines Besseren.

Es geht nicht um tote deutsche Soldaten.

Nehmen Sie sich Zeit und lesen Sie noch mal.
Dann stellen Sie bitte fest wer/was die Opfer vermeintlich waren und wie hoch wohl deren Jahresverdienst war/sein könnte. Diesen Jahresverdienst (nach meinen Recherchen ca. 500 Dollar - vielleicht finden Sie etwas anderes) setzen Sie in Relation zu Ihrer Aussage "kleines Trinkgeld" und den Verhältnissen vor Ort und dem Betrag von 5.000 Dollar.

Und dann können wir uns hoffentlich darauf einigen, dass man ein Menschenleben nie in Geld bewerten kann - jede Summe ist falsch. Punkt.

@ von knueppeljunge | #10-3
von AuroraBorealis | #10-4

Leider sind Sie es, der nicht lesen kann.

In meinem Kommentar unter #10-2 habe ich entsprechenden Passus aus o. e. Artikel eingefügt gehabt.
Wo bitte lesen SIE (!), etwas anderes?
Sie scheinen Dinge in den Artikel hineininterpretieren zu wollen, die so dort eben nicht stehen.

Zu Ihrem letzten Absatz besteht Konsens, der aber war auf meiner Seite schon von Anfang an gegeben.

#10-3
von knueppeljunge | #10-5

Sie verstehen noch immer nicht.

Es gibt keine Angaben wie viele der Afghanen Zivilisten und wie viele davon "Kämpfer" waren. Es ist unstrittig, dass es sich um Afghanen handelte. Die Beträge wurden in Dollar berechnet (nur für uns Zeitungsleser erfolgte die Umrechnung in Euro) und an die Angehörigen in Afghanistan ausgezahlt. Und in Relation zu einem Jahresgehalt eines Afghanen ist die Summe relativ hoch.

Sie können also nicht davon ausgehen dass es sich um deutsche Soldaten/innen handelte - dafür fehlt jegliche Grundlage. Punkt.

28.12.2012
15:28
Es kann doch nicht sein...
von Diomedes | #9

Hätten sich die Tanklaster damals nicht im Dreck festgefahren, wären sie nur wenige Stunden später als rollenden Bomben gegen Nato-Stützpunkte zum Einsatz gekommen.

Ich halte es daher nach wie vor für absolut legitim, diese Dinger zu bombardieren. Auch die Zivilisten, die die Gelegenheit nutzen wollten, Sprit abzuzapfen, werden gewusst haben, wer die LKW geklaut hat und zu welchem Zweck sie dienen sollten.

Wer sich in Kriegszeiten in die unmittelbaren Nähe eines nicht nur potentiellen Ziels begibt, tut das auf eigenes Risiko. Im Falle des Falles dann auch noch Entschädigung einklagen zu wollen, mir fehlen die Worte...

4 Antworten
Neue Klagen auf Schadenersatz nach Luftschlägen von Kundus
von GregoryHouse | #9-1

"Hätten sich die Tanklaster damals nicht im Dreck festgefahren, wären sie nur wenige Stunden später als rollenden Bomben gegen Nato-Stützpunkte zum Einsatz gekommen"

Woher wissen Sie das?

?
von AuroraBorealis | #9-2

Im Nachgang zu GregoryHouse | #9-1 frage ich zusätzlich auch, wenn Sie schreiben:

"Auch die Zivilisten, die die Gelegenheit nutzen wollten, Sprit abzuzapfen, werden gewusst haben, wer die LKW geklaut hat und zu welchem Zweck sie dienen sollten.".

Woher wissen Sie das?

Wieso Entschädigung
von Schneefee4 | #9-3

Entschuldigung, aber welche Angehörigen sollen den Schadenersatz bekommen? Die Angehörigen der Taliban-Terroristen, die vorher 2 LKW ermordet hatten, oder die Angehörigen der Plünderer, die das Bezin klauen wollten?

Neue Klagen auf Schadenersatz nach Luftschlägen von Kundus
von ttturf | #9-4

von Schneefee4 | #9-3
Schadenersatz für
ANWÄLTE, ANWÄLTE und nochmals ANWÄLTE

28.12.2012
13:48
Ich hoffe, daß die Klagen erfolg haben,
von vantast | #8

damit die Verantwortlichen spüren, was sie in Gang gesetzt haben. Der maßgebliche Offizier ist unglaublicherweise sogar zur Beförderung vorgeschlagen worden. Man sieht, wie hartlaibig und rücksichtslos die Politik & Bürokratie ist. Und Merkel soll sehen, daß ihre christlichen Panzerlieferungen auch finanzielle Folgen haben können, leider ist das Geld unser Gott.

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