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Linkspopulist Zeman wird neuer Präsident in Tschechien

26.01.2013 | 17:49 Uhr
Linkspopulist Zeman wird neuer Präsident in Tschechien
Der erste direkt gewählte Präsident der Tschechischen Republik heißt Milos Zeman. Foto: CTK, Michal Dolezal/AP/dapd

Prag.  Der linke Ex-Ministerpräsident Milos Zeman (68) hat die Präsidentenwahl in Tschechien klar für sich entschieden. Nach der Auszählung aller Wahlbezirke erreichte er 54,8 Prozent der Stimmen. Sein konservativer Herausforderer Karel Schwarzenberg (75) landete abgeschlagen bei 45,19 Prozent.

Milos Zeman ist nie um einen provokanten Ausspruch verlegen. Journalisten bezeichnete der Tscheche schon einmal als "Dung", den früheren Palästinenserpräsidenten Jassir Arafat verglich er mit Adolf Hitler. Es ist zu erwarten, dass der 68-Jährige auch in seinem neuen Amt als tschechischer Präsident kein Blatt vor den Mund nimmt. Der frühere Regierungschef kündigte bereits an, sich stärker in die Politik einmischen zu wollen als seine Amtsvorgänger.

Nach einem Wahlkampf, in dem er sowohl linke als auch rechte Wähler anzusprechen versuchte, erhielt Zeman in der Stichwahl am Samstag rund 55 Prozent der Stimmen und setzte sich damit gegen den liberalkonservativen Außenminister Karel Schwarzenberg durch. "Ich bin ein linker Politiker, aber ich werbe um Stimmen von links bis rechts. Ein linker Idiot ist genauso gefährlich wie ein rechter Idiot", sagte Zeman im Wahlkampf.

"Ab jetzt spiele ich für die Nationalmannschaft"

Nach seinem Sieg erklärte er, "Präsident aller Bürger" sein zu wollen. Der Wahlkampf sei "ein Spiel zwischen Sparta Prag und Slavia Prag gewesen", zwei wichtigen tschechischen Fußballmannschaften. "Ab jetzt spiele ich für die Nationalmannschaft", sagte Zeman.

Der Wirtschaftswissenschaftler sorgte erstmals in der früheren Tschechoslowakei für Aufsehen, als er kurz vor dem Zusammenbruch des Kommunismus 1989 in einem Zeitschriftenartikel das Versagen der kommunistischen Wirtschaft anprangerte. Während des Prager Frühlings 1968 war er in die KP eingetreten, die ihn jedoch zwei Jahre später hinauswarf. Zeman verlor in der Folge seinen Job als Ökonomie-Professor.

Nach dem Umbruch machte er in den 90er-Jahren erste Schritte in der Politik und trat den Sozialdemokraten bei, deren Vorsitzender er 1993 wurde. Zwischen 1998 und 2002 war Zeman Chef einer linksliberalen Minderheitsregierung. Während seiner Amtszeit handelte er Tschechiens Beitritt zur EU aus.

Kritik an Freundschaft zu einstigem kommunistischem Apparatschik

Nachdem es ihm 2003 nicht gelang, den damaligen Präsidenten Vaclav Havel abzulösen, zog sich Zeman zunächst aus der Politik zurück. Er wolle auf seinem Landsitz "Bäume umarmen", erklärte er. Doch das währte nicht lange. Immer wieder schaltete sich Zeman mit Lob und Kritik sowohl für linke wie für rechte Politiker in die öffentliche Debatte ein. 2010 startete er dann ein politisches Comeback mit der Gründung der linksgerichteten Bürgerrechtspartei SPOZ.

Kritik handelte sich der zweifache Vater insbesondere mit seiner Freundschaft zum einstigen kommunistischen Apparatschik Miroslav Slouf ein. Diesem werden enge Verbindungen zur tschechischen Mafia sowie zu großen russischen Konzernen nachgesagt.

"Der Präsident ist kein Ficus oder Oleander, der in der Ecke steht"

Von Zurückhaltung hält Zeman nach wie vor wenig. Er kündigte bereits vor seiner Wahl an, als Staatsoberhaupt viel öfter an Regierungstreffen teilzunehmen als seine Amtsvorgänger Havel und Vaclav Klaus. "Der Präsident ist kein Ficus oder Oleander, der in der Ecke des Raumes steht und dessen Rolle nur darin besteht, von Zeit zu Zeit gegossen zu werden", urteilte er.

Offen zeigte sich der Kettenraucher auch bei seinem Alkoholkonsum. Während er früher oft beim Genuss von Bier oder dem tschechischen Kräuterschnaps Becherovka gesehen wurde, erklärte er kürzlich, auf Wein und Pflaumenschnaps umgestiegen zu sein. Täglich trinke er sechs Gläser Wein und leere zudem drei Schnapsgläser, sagte er der Zeitung "Blesk". "In diesen Dingen muss man konsequent sein", befand Zeman. (afp/dpa)


Kommentare
27.01.2013
22:45
Linkspopulist Zeman wird neuer Präsident in Tschechien
von Karlot | #18

@weihnachtsmann78

Zeman ist Sozialdemokrat, kein Linker.
Links sind in Tschechien KSČM und NS-LEV 2.

1 Antwort
Sie sollten sich wirklich informieren
von weihnachtsmann78 | #18-1

Er hat die Sozialdemokraten schon lange verlassen und seine eigene links-populistische Partei SPOZ gegründet.
Nicht umsonst umjubeln ihm hier die LINKEN im Blog.

Außerdem versucht er - obwohl "nur" Präsident - Einfluss auf die Regierungspolitik zu nehmen.

27.01.2013
15:57
Verdrehte Wahrheiten? - Informieren hilft.
von weihnachtsmann78 | #17

Wahrheit ist also das, was die LINKEN im Blog als Wahrheit zulassen.

In Zeiten des Internet müssen Sie nicht tschechisch sprechen um der Pressevielfalt im Netz zu entnehmen um was für einen Menschen es bei Zeman geht. Wer auch Stern, TAZ, ZEIT als "rechts-konservativ" einstuft lebt in einer Scheinwelt mit unüberwindbar hohen Mauern.

Die ZEIT schrieb u.a.: "Mit Miloš Zeman ist nun jemand an der Macht, der mit seinem Vorgänger Václav Klaus in den neunziger Jahren nicht nur eine Brüderschaft jenseits aller politischen Werte zum alleinigen Machterhalt schloss. Er ähnelt diesem auch stilistisch. Auf die zehn Jahre eines Präsidenten, der sich allzu oft in der Provokation um ihrer selbst Willen und in eitler Trotzigkeit gefiel, könnten nun fünf weitere Jahre folgen.Es bleibt nur zu hoffen, dass Zeman sich gegenüber seiner Zeit als Premierminister geändert hat."


http://www.zeit.de/politik/ausland/2013-01/wahl-tschechien-kommentar/seite-2

Ja die Hoffnung stirbt zuletzt.

27.01.2013
13:47
Linkspopulist Zeman wird neuer Präsident in Tschechien
von Karlot | #16

@buerger33

Woher wissen Sie das? Können Sie etwa Tschechisch?

Es geht hier vor allem um eine rechts-konservative Presse, die die Wahrheit verdreht.

Es geht hier im übrigen nicht um eine neue Regierung.
Zeman ist zum Präsidenten gewählt worden.

Tschechien wird nach wie vor von einer rechts-konservativen "schwarzen" Koalition regiert.

Populisten sind in Deutschland Standard: bei CDU/CDU, FDP, SPD und auch bei den Grünen.


1 Antwort
Gedächtsnislücken
von buerger33 | #16-1

Der bekannteste Populist in Deutschland ist Oskar - von den LINKEN.

Den sollten Sie nicht vergessen.
Aber anscheinen blenden Sie gerne Ihnen unliebsame Wahrheiten aus.
Erstaunlich auch das anscheinend die komplette deutschsprachige Presse Ihrer Meinung nach rechts- konservativ ist.

Was Zeman will und was er ist habe ich den vielfältigen Meldungen und Infos schon entnommen - und Sie?

27.01.2013
12:14
Forts
von buerger33 | #15

Der Man hat in Stammtischmanier Wahlkampf gemacht. Mit Diffamierungen statt Argumenten hantiert.

Aber die meisten Kommentatoren hier scheint dies nicht zu interessieren . Sie diskutieren in ihrer eigenen klein begrenzten Welt - driften ab in die deutsche Parteienpoltik, "faseln von Strafanzeigen",... - und beweisen abolute Unkenntnis zum Thema "Zeman". Es wäre zum Lachen wäre es nicht zum Weinen. Wie schreibt die WELT: die Zeitung, in der die Anzeige erschien wird von "Menschen gelesen, die als wenig gebildet gelten - den potentiellen Wählern Zemans". Zeman weiß also wo er Unterstützung findet, ob die Kommentatoren hier auch so erkannt haben - die,die ihn unterstützen.

Es geht hier um Tschechien, um den Präsidenten dort, der lt. Medien mit Unterstützung ehemaliger Stasi-Leute an die Macht gekommen ist.

Dazu- ein NEIN DANKE. So etwas können wir in Deutschland nicht gebrauchen. Weder Rechts- noch Linkspopulisten.

27.01.2013
11:49
Zeman gewinnt mit Schmutzkampagne -
von buerger33 | #14

"...war am Freitag, dem ersten Tag der Wahlen, eine ganzseitige Anzeige in der meistgelesenen Zeitung des Landes, "Blesk". Darin wurden die Leser aufgefordert, unter keinen Umständen Schwarzenberg zu wählen. Der wolle die Sudetendeutschen entschädigen, er bereite "den Boden für die Rückgabe des Eigentums an die Nachfahren der Kriegsverbrecher", hieß es da unter anderem. Die Anzeige hatte ein früherer Stasi-Offizier in das Blatt lanciert, der enge Kontakte zum Umfeld Zemans hat."

www.welt.de/politik/ausland/article113154135/Nationalistische-Kampagne-bringt-Zeman-auf-die-Burg.html


"Empört berichtete die seriöse Zeitung "Lidove Noviny", wie Zeman-Mitarbeiter böse Gerüchte verbreiteten: Auf dem Familienschloss der Schwarzenbergs in Österreich würden Bilder von Hakenkreuzen und Hitler-Grüßen hängen. Am nächsten Tag sah sich der 68-jährige Zeman zu einer öffentlichen Entschuldigung gezwungen."
www.stern.de/politik/ausland/tschechische-stichwahl-um-das-praesidentenamt-patriotismus-t...

27.01.2013
10:32
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #13

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

27.01.2013
10:14
AuroraBorealis | #4 über "cui.bornierto"
von wohlzufrieden | #12

Sie schreiben:"Übrigens, Ihre "Kommentare" beziehen sich in den seltensten Fällen auf den Artikelinhalt. Sie geifern stets nur andere Kommentatoren an, das sollte Ihnen zu denken geben, sofern intellektuell dazu fähig." Damit haben Sie den besagten Kommentator bestens beschrieben. Dem ist nicht mehr hinzuzufügen. Außer vielleicht, das er immer die Linke mit der Ost/CDU/SED verwechselt. Ansonsten gilt: Nicht beachten ist am besten.

27.01.2013
10:09
Linkspopulist Zeman wird neuer Präsident in Tschechien
von Karlot | #11

@cui bono

Tja, ja,Cui Bono. Weshalb Arbeitnehmer arbeitnehmerfeindliche Partei wählen, das fragt man sich schon seit über 60 Jahren.
Das gilt natürlich sowohl für CDU/CSU und FDP als auch für die SPD und die Grünen.


Man wählt im Kapitalismus eben immer die Parteien der Kapitalistenfreunde.

1 Antwort
Karlot | #11
von wohlzufrieden | #11-1

Bitte lesen Sie sich Wort für Wort den "Kommentar" von "cui. bono #9" gut durch, im Hinblick auf seinem Wunsch nach "mehr Bildung" anderer Kommentatoren, für die er sich "fremdshcämen" (Originalton) muss. Viel Vergnügen! Interessant ist auch, das der Rechte Flügel immer nur die Spritzer auf der linken Seite sieht, aber nie die Dreckflecken auf der rechten Seite, wie von mir unter #10 beschrieben. Ich wünsche Ihnen noch ein schönes Wochenende!

27.01.2013
10:00
Wer anderen eine linke Grube gräbt, fällt selbst von rechts herein
von wohlzufrieden | #10

Das Internet offenbart auch Interessantes über CDU/CSU Politiker zum Beispiel im Bezug auf Bestechlichkeit (Lockheed) Strauss, Schwarzgeld (Kohl, Schäuble) erschwindelte Doktortitel, Waffenschieberei (Mafia), sowie systematische Folter und Vergewaltigung von Frauen und Kinder ( Colonia Dignidad ) und anderes. Wer also von der Partei mit dem "C" im Namen dem Finger auf Zeman zeigt, der zeigt mit drei Fingern auf sich selber und seine eigene Partei.

27.01.2013
09:52
@ Karrot
von cui.bono | #9

Ja, ich stuanbe auch immer, wie viele Bürger die begriffe links un d rechts nicht einordnen könne.

Da gibt es doch tatsächlich Typen die glauben, dass die FDP recht sei. Und die völlig sinnfeie Aussage, das die CDU arbeitnehmerfeindlich sei.

Die CDU wird zum großen Teil von Arbeitern gewählt.

Ich würde mir von einigen Kommentatoren hier ein wenig mehr Bildung und Allgemeinwissen wünschen, dann müsst man sich für viele Kommentare auch nicht fremdshcämen1

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