Das aktuelle Wetter NRW 21°C
Politik

Leutheusser dringt auf gemeinschaftliches Sorgerecht

30.12.2012 | 16:06 Uhr
Foto: /dapd/Axel Schmidt

Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger will die Rolle der Väter im Sorgerecht für Kinder nicht verheirateter Eltern stärken. "Ledige Männer sind als Väter nicht weniger geeignet als verheiratete", sagte die stellvertretende FDP-Vorsitzende den "Stuttgarter Nachrichten" (Montagausgabe) laut Vorabbericht.

Stuttgart (dapd). Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger will die Rolle der Väter im Sorgerecht für Kinder nicht verheirateter Eltern stärken. "Ledige Männer sind als Väter nicht weniger geeignet als verheiratete", sagte die stellvertretende FDP-Vorsitzende den "Stuttgarter Nachrichten" (Montagausgabe) laut Vorabbericht.

"Wenn ein Vater durch einen Antrag bei Gericht Interesse an elterlicher Verantwortung zeigt, soll er sich nicht erst einer umfassenden Tauglichkeitsprüfung unterziehen müssen."

Die Ministerin sagte, das sei der Kern der Sorgerechtsreform, die Bundestag und Bundesrat noch im Januar verabschieden sollten. "Es muss nicht geprüft werden, ob ein Mann gut genug als Vater ist, sondern umgekehrt, ob es dem Wohl seines Kindes ausnahmsweise widersprechen würde, wenn er Verantwortung übernimmt", sagte sie.

Das neue Gesetz gehe zunächst davon aus, dass beide Elternteile Verantwortung für Kinder übernehmen sollen, auch wenn sie kein Paar mehr sind, erläuterte sie. Um die gemeinschaftliche Sorge zu verhindern, müssten Mütter künftig nachweisen, dass das Kindswohl gefährdet ist, wenn auch der Ex-Partner für das Kind sorgt. Sobald es Anhaltspunkte dafür gebe, dass die gemeinsame Sorge dem Kind schaden würde, müsse ein Gericht dem sorgfältig nachgehen. Dies könne der Fall sein, wenn Eltern so zerstritten sind, dass sie nicht mehr miteinander sprechen.

dapd

dapd

Facebook
Kommentare
Umfrage
S-Bahnen in NRW sollen bald wieder mit Außenwerbung auf den Zügen herumfahren. Was halten Sie davon?
 
Aus dem Ressort
Gesundheitskarte - Pannenprojekt oder digitale Revolution?
Elektronische...
Teuer, kompliziert, nutzlos? Die elektronische Gesundheitskarte (eGK) macht bisher viel Ärger. Doch auf die Versicherten und Ärzte rollt eine Welle neuer Möglichkeiten zu. Ab Ende 2015 sollen etwa Adresse und Versichertenstatus auf der Karte online überprüft werden können.
Jugendämter nehmen so viele Kinder in Obhut wie nie zuvor
Behörden
Wenn Eltern mit der Betreuung ihres Nachwuchses völlig überfordert sind - oder Kindern und Jugendlichen aus anderen Gründen Gefahr droht, greifen die Behörden ein. Offenbar wird dies immer öfter notwendig. Denn noch nie haben die Jugendämter so viele Kinder in Obhut genommen wie im vergangenen Jahr.
Israels Sicherheitskabinett berät über Waffenruhe
Nahostkonflikt
Israel hält bislang am Gaza-Einsatz fest. Es gibt immer mehr zivile Opfer. Inzwischen starben 788 Menschen seit Kriegsbeginn. In mehreren deutschen Städten sind am Freitag Demonstrationen geplant. Im Westjordanland gab es in der Nacht erneut Gefechte mit Toten. Bringt ein US-Friedensplan die Wende?
Rocker-Verbote im Netz - Ralf Jäger als neue "Zensursula"?
Rocker
NRW-Innenminister Jäger will das Verbot von "Hells Angels"- und "Bandidos"-Abzeichen auch im Internet durchsetzen. Kritiker sehen ihn auf Spuren von "Zensursula" von der Leyen und ihren Internetsperren bei Kinderpornografie. Kein passender Vergleich. Aber ganz sauber ist Jägers vorgehen wohl nicht.
In NRW-Kitas fehlen laut neuer Studie 17.500 Erzieherinnen
Kinderbetreuung
Es fehlen Erzieherinnen: Beim Ausbau der Kinderbetreuung müsse der Quantität jetzt die Qualität folgen, fordert die Bertelsmann Stiftung und hat eine neue Studie zum Thema vorgelegt. Ein angemessener Personalschlüssel würde in Nordhein-Westfalen demnach jährlich 766 Millionen Euro zusätzlich kosten.