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Landtagswahlergebnis

Rot-Grün gewinnt Niedersachsen-Wahl denkbar knapp

20.01.2013 | 18:02 Uhr

Hannover.  Herzschlagfinale in Niedersachsen: Bei der Landtagswahl hat Rot-Grün eine hauchdünne Mehrheit von einer Stimme im Parlament gewonnen. Dem bisherigen schwarz-gelben Regierungsbündnis half auch das Sensationsergebnis der Liberalen nichts.

Schwarz-gelbe Pleite zum Auftakt des Bundestagswahljahres: Trotz eines FDP-Rekordergebnisses ist die Koalition von CDU-Ministerpräsident David McAllister in Niedersachsen abgewählt. Nach einer stundenlangen Zitterpartie mit unklaren Mehrheitsverhältnissen zog Rot-Grün auf den letzten Metern an der seit 2003 regierenden Koalition vorbei. Neuer Ministerpräsident wird der bisherige hannoversche Oberbürgermeister Stephan Weil, der seinen Erfolg einem Spitzenwert der Grünen verdankt Die Linke flog aus dem Landtag, auch die Piratenpartei scheiterte klar an der Fünf-Prozent-Hürde. Die Wahlbeteiligung stieg auf rund 60 Prozent.

Eine Stimme mehr für Rot-Grün

Der Wahlsieger: SPD-Spitzenkandidat Staphan weil

Von einem klaren Sieg in Niedersachsen hatten sich die Parteien Rückenwind für die Bundestagswahl im Herbst erwartet. Die Abstimmung im zweitgrößten Flächenland mit 6,1 Millionen Wahlberechtigten gilt als wichtiger Stimmungstest. Vor dem Bundestag wird nur noch in Bayern ein neuer Landtag gewählt.

Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis wurde die CDU mit 36,0 Prozent stärkste Kraft, gefolgt von der SPD, die auf 32,6 Prozent kam. Die Grünen erzielten 13,7 Prozent, die FDP erreichte 9,9, die Linke 3,1 bis 3,2 Prozent. Mit Überhang- und Ausgleichsmandaten ergab sich damit folgende Sitzverteilung: CDU: 54; SPD: 49; Grüne: 20; FDP: 14. Das bedeutet eine Ein-Stimmen-Mehrheit im neuen Landtag für Rot-Grün mit 69 zu 68 Mandaten.

McAllister hatte die Landesregierung 2010 nach der Wahl seines Vorgängers Christian Wulff zum Bundespräsidenten übernommen.

Die FDP mit Umweltminister Stefan Birkner an der Spitze, der das Scheitern an der Fünf-Prozent-Hürde drohte,  hatte im Wahlkampf massiv um Zweitstimmen von CDU-Wählern geworben - laut Forschungsgruppe Wahlen erfolgreich. Diese sprach von einem "Last-Minute-Transfer im schwarz-gelben Lager": 80 Prozent der aktuellen FDP-Wähler wählten eigentlich CDU. Am Ende verteidigte die FDP nach Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen den dritten Landtag in Folge. Für Schwarz-Gelb reichte es dennoch nicht.

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Kommentare
21.01.2013
07:56
Koalitions-Desaster
von Okling | #93

Wahlen sind nur noch eine Sache von Koalitionen, die von einer geringen Anzahl Wähler (meist Grün) gesteuert werden.

Genau genommen, hat die CDU die...
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2 Antworten
Rot-Grün gewinnt Niedersachsen-Wahl denkbar knapp
von marwang | #93-1

dass die CDU hoch verloren hat wird gerne verschwiegen zu nrw kraft macht ihre sache gegenüber rüttgers sehr gut

Denkfehler
von 1980yann | #93-2

Problem an dieser Theorie ist: nirgendwo steht, dass die größte Partei automatisch den Ministerpräsidenten stellt. Eingebürgert hat sich lediglich, dass die größte Partei innerhalb einer Koalition dies tut - aber nicht einmal das ist in Stein gemeißelt, das Grundgesetz und die Landesverfassungen fordern das keineswegs.
Es gilt kurz gesagt: wer die Mehrheit des Parlaments findet, der darf sie behalten.

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http://www.derwesten.de/wp/politik/kopf-an-kopf-rennen-bei-landtagswahl-in-niedersachsen-id7491770.html
2013-01-20 18:02
Landtagswahl,Niedersachsen,Ergebnis,McAllister,Rösler
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