Klassen an Gymnasien sind oft zu groß
15.08.2009 | 08:21 Uhr 2009-08-15T08:21:00+0200
Düsseldorf. Schulministerin Barbara Sommer erkennt Handlungsbedarf bei der Größe der Klassen und will noch in diesem Jahr ein Konzept vorlegen. Die SPD kritisiert Sommers Bilanz.
Jede vierte Klasse an NRW-Gymnasien hat mehr als 30 Schüler. An Realschulen müssen weiter 18 Prozent, an Gesamtschulen 10 Prozent der Klassen mit mehr als 30 Schülern arbeiten. NRW-Schulministerin Barbara Sommer (CDU) sieht Handlungsbedarf und arbeitet fieberhaft an Lösungen.
Sommer sieht Handlungsbedarf und arbeitet fieberhaft an Lösungen. Die Ministerin will noch in diesem Schuljahr ein Konzept für kleinere Klassen vorlegen. Drei Tage vor dem Schulbeginn in NRW legte die Ministerin die neuesten Zahlen auf den Tisch. Die Hauptschule verliert im Vergleich zum Vorjahr dramatische 6,5 Prozent der Schüler und rutscht auf 203.000 Schüler ab. Inzwischen wechseln nur noch 17,8 Prozent der Grundschüler zur Hauptschule.
Debatte um Verbundschule
Schulministerin Sommer meldete eine Reihe von Fakten aus der Statistik:
- NRW stellt bis Jahresende 8000 neue Lehrer ein - davon 1831 zusätzlich.
- Die Sitzenbleiberquote ist auf 2,7 Prozent gesunken - an Gymnasien sogar von 3,1 auf 1,5 Prozent.
- Im Turbo-Abitur 2009 fielen am Gymnasium 3,1 Prozent durch - 2007: 1,8%.
- An Gesamtschulen verpatzten 6,9 Prozent das Abi. (2007: 7%)
- Die Durchschnittsnote im Abi am Gymnasium betrug 2,53, an der Gesamtschule 2,83.
- Die Zahl der Ganztagsrealschulen erhöht sich von 22 auf 65. Die Zahl der Ganztagsgymnasien von 27 auf 77.
- Die Schüler-Lehrer-Relation verbessert sich von 17,49 auf 17,06.
Diese Hiobsbotschaft beflügelt die Debatte über die Verbundschule aus Haupt- und Realschule. Im Koalitionsdisput verteidigte Sommer Pläne zur Öffnung von Verbundschulen auch in Großstädten. „Ab 2010 werden wir uns mit dieser Frage beschäftigen müssen”, preschte Sommer voraus. FDP-Schulexpertin Ingrid Pieper-von Heiden stellte klar: „Verbundschulen sind überall dort möglich, wo Schulträger und Schulen sich darauf verständigen.” VBE-Landeschef Udo Beckmann ist sicher, dass die Verbundschule nach der Landtagswahl im Mai 2005 auf der Tagesordnung steht.
Im Streit über das Schülerportal „Spickmich.de” stellte sich Sommer hinter die Verfassungsklage einer Lehrerin, die sich von Schülern im Internet abfällig bewertet sah. Die Ministerin will künftig in einem „geschlossenen System” Bewertungen der Schüler über ihre Lehrer ermöglichen. Allerdings erfährt dann nur der betroffene Lehrer selbst, was seine Schüler über ihn denken.
SPD-Schulexpertin Ute Schäfer ließ kein gutes Haar an Sommers Bilanz. Zum Schuljahresbeginn würden die Eltern merken, dass faktisch 5000 Lehrer in NRW fehlten. Grünen-Fraktionschefin Sylvia Löhrmann sprach mit Blick auf die Statistik von „Taschenspielertricks”. Die Lehrerverbände NRW begrüßten, dass Sommer im kommenden Schuljahr keine neuen Reformen anpacken will. „Vorrangig ist es, die Klassengrößen zu verringern” , forderte Sprecher Peter Silbernagel. Schulministerin Sommer will sich kümmern.

07:35
Die Frau muss weg. Punkt. Watt ein Plan ? Klassen zu groß = mehr Lehrer = sofort = Punkt. Wattn ein Plan ? Datt ist Verarsche pur.
07:32
@17
Vielleicht Schweinegrippe oder Nebenwirkungen der Impfe?
05:12
NRW-Schulministerin Barbara Sommer (CDU) sieht Handlungsbedarf und arbeitet fieberhaft an Lösungen. - Wovon sie nur das Fieber hat?
01:21
Die Klassenstärken müssen an allen Schulformen reduziert werden!!
Bei einer 20 bis 22 Klassenstärke haben unsere Kinder noch eine Chance von den Lehrkräften wahrgenommen zu werden.
So könnte auch noch eine individuelle Förderung stattfinden,wie sie im NRW-Schulgesetz gefordert wird!!
00:26
@4 von dcarleitermann
Meinen Sie im Ernst, unter einer CDU-Regierung lernen die Kinder kochen und nähen in der Schule? Lernt man das nicht eigentlich zuhause?
Ich bin übrigens noch zu Zeiten der CDU-Regierung in NRW zur Schule gegangen. Wir wurden in der Grundschule von unausgebildeten Lehrerinnen unterrichtet und starteten mit 42 Schülern pro Klasse ins Gymnasium.
23:33
Vor der Wahl ist nach der Wahl. Oder war das umgekehrt?
Ist auch egal, es bleibt, wie es ist!
22:41
Jetzt auf einmal werden die Probleme wahrgenommen - ist ja bald wieder ne Wahl.
Komisch, dass man 4 Jahre lang auf diese großen Klassen hinarbeitet um das dann vor der Wahl wieder zu kritisieren.
22:20
@akaz @ schoschana
Dem kann ich voll und ganz bepflichten!
Ob der Gitte - Verschnitt im Ministerium noch schnell versucht, sich / ihre Partei durch angeblich innovative und vor allem wichtigen Themen ins Gespräch zu bringen?
Wie es wirklich an den Schulen aussieht interessiert letztlich niemand! Schon gar nicht, was an den Hauptschulen läuft bzw. nicht läuft bzw auf dem Rücken der Lehrkräfte/Schüler ausgetragen wird!
Die WAZ/NRZ wissen z.B. von einigen Mülheimer Schulen, an denen der Unterricht am Montag auf Baustellen beginnt und nirgends wird es erwähnt! Mir wird mal wieder richtig übel!
Hauptsache man stellt die politische Stadtprominenz mit den richtigen Themen ins beste Licht! Bravo! Da kommt Frau Sommer mit ihrem geistlosen Ideen gerade recht, um Themen zur Bildung zu liefern!
21:49
Neue Lehrer eingestellt - ja vielleicht.
Aber nicht in der Höhe der Vorgriffstunden, die die Lehrer vor 10 Jahren unterrichtet haben und die ab diesem Schuljahr zurück erstattet werden müssen.
Einen Ausgleich bekommen die Schulen nicht, obwohl sie eigentlich einen Anspruch darauf haben. Also müssen die Kollegen, die eine Vorgriffstunde ersetzt bekommen, eine zusätzliche Stunde unterricht, weil sonst die Stundentafel nicht erfüllt werden kann.
21:48
Die KLassen waren früher noch größer!
Was sich geändert hat, ist, dass einige Schüler nicht mehr die nötige Ruhe haben, um einen ordentlichen Unterricht zu gestalten.
Erst dadurch werden die großen KLassen zum Problem!