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Italienischer Anti-Mafia-Staatsanwalt tritt bei Wahl für Linke an

28.12.2012 | 19:36 Uhr
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Vor den Parlamentswahlen in Italien hat sich die in Umfragen führende Demokratische Partei (PD) die Unterstützung des angesehenen Anti-Mafia-Staatsanwalts Pietro Grosso gesichert. Grosso begründete seine Kandidatur auf dem Ticket der Partei mit dem Wunsch, ein besseres Land für seinen Enkelsohn hinterlassen zu wollen.

Rom (dapd). Vor den Parlamentswahlen in Italien hat sich die in Umfragen führende Demokratische Partei (PD) die Unterstützung des angesehenen Anti-Mafia-Staatsanwalts Pietro Grosso gesichert. Grosso begründete seine Kandidatur auf dem Ticket der Partei mit dem Wunsch, ein besseres Land für seinen Enkelsohn hinterlassen zu wollen. Der 67-Jährige will sich aber auf keinen Fall in seiner Heimat Sizilien zur Wahl stellen - weil seine Ermittlungen gegen die Verbrecherorganisation Cosa Nostra dort gewisse "Spuren hinterlassen" hätten. Keine Angaben machte er dazu, welches Amt er nach der Wahl besetzen könnte.

Als er nach 43 Jahren des Kampfes gegen die Mafia um seine Entlassung als Staatsanwalt gebeten habe, habe seine Hand gezittert, sagte Grosso. Seine Entscheidung habe er dennoch aus Überzeugung getroffen, weil Italien "den Gipfel der Konfusion" erreicht habe. Der PD-Vorsitzende und Spitzenkandidat des linken Lagers, Pier Luigi Bersani, genoss am Freitag sichtlich den politischen Triumph, einen bei der linken und rechten italienischen Szene respektierten Kandidaten in sein Team geholt zu haben. Jüngsten Umfragen zufolge kann die PD bei den für Februar geplanten Neuwahlen auf weit über 30 Prozent der Stimmen hoffen.

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