Das aktuelle Wetter NRW 15°C
Nahost

Israels Außenminister Lieberman tritt nach Anklage zurück

14.12.2012 | 17:11 Uhr
Israels Außenminister Lieberman tritt nach Anklage zurück
Israels Außenminister Avigdor Lieberman (links), hier mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, hat am Freitag seinen Rücktritt angekündigt.Foto: dpa

Jerusalem.  Israels Außenminister Avigdor Lieberman wird zurücktreten. Das erklärte er am Freitag, nachdem eine Betrugsklage gegen ihn erhoben worden war. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wird seine Aufgaben zunächst übernehmen. Beobachter befürchten dennoch Turbulenzen für die Parlamentswahl im Januar.

Knapp sechs Wochen vor der Parlamentswahl in Israel hat Außenminister Avigdor Lieberman seinen Rücktritt angekündigt. Er sei nach seiner Anklage wegen Vertrauensbruchs und Betrugs zwar nicht zum Rücktritt verpflichtet, werde aber dennoch aus dem Kabinett von Regierungschef Benjamin Netanjahu ausscheiden, erklärte Lieberman am Freitag.

Gegen Lieberman war am Donnerstag im Zusammenhang mit der Beförderung eines Diplomaten Anklage erhoben worden. Dieser soll Lieberman vertrauliche Informationen übermittelt haben, insbesondere zu Polizeiermittlungen gegen ihn.

Netanjahu übernimmt die Aufgaben seines Außenministers

Nach dem Rücktritt übernimmt Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu vorübergehend auch die Aufgaben von Lieberman. Das berichtete Radio Israel am Freitag. Netanjahu habe die Hoffnung geäußert, dass Lieberman die gegen ihn erhobenen Vorwürfe schnell ausräumen könne. Netanjahus national-konservative Likud-Partei und die ultrarechte Partei Israel Beitenu (Unser Haus Israel) von Lieberman treten bei der Parlamentswahl am 22. Januar mit einer gemeinsamen Liste an.

Beobachter befürchten Turbulenzen für Israels Parlamentswahl

Der Rücktritt Liebermans könnte für die Koalitionsregierung vor der Parlamentswahl am 22. Januar in Turbulenzen stürzen. Israel Beitenu ist mit 15 der 120 Knesset-Abgeordneten eine Säule der Mitte-rechts-Regierung.

Die Lieberman-Partei und Netanjahus Likud-Partei hatten im November angekündigt, eine gemeinsame Wahlliste zu bilden. Anfang Dezember kam es innerhalb der Partei zu Streit, als Lieberman die Nummer zwei seiner Partei, Vize-Außenminister Danny Ajalon, von der Liste für die Parlamentswahlen strich. (afp/dpa)



Kommentare
Aus dem Ressort
Secret-Service-Chefin tritt nach Pannenserie zurück
Leibwächter
Reihenweise Pannen bei Barack Obamas Leibwache - das konnte die Regierung nicht mehr mit ansehen. Jetzt zog sie die Reißleine: Offiziell heißt es zwar, die Secret-Service-Chefin habe den Rücktritt angeboten. Aber es war wohl eher ein Rauswurf. Die Pannen der Leibgarde waren teilweise haarsträubend.
Koalition bombardiert Terrormiliz - heftige Kämpfe um Kobane
Terror
Seit Tagen versuchen die IS-Extremisten, die kurdische Stadt Kobane einzunehmen. Sie sind nur noch zwei Kilometer entfernt. Mit Luftangriffen versucht eine internationale Allianz den Vormarsch zu stoppen. Das türkische Parlament will der Regierung die Erlaubnis für Militäreinsätze geben.
Trickdieb-Opfer Jäger muss sich im Landtag rechtfertigen
Trickdiebstahl
"Augen auf und Tasche zu": Während NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) vor Taschendieben warnt, wird er selbst bestohlen - obwohl von drei Personenschützern umgeben. Die Opposition verlangt Auskunft, wie das geschehen konnte - und verweist auf bekannte Attentate auf Politiker.
Wieder Sicherheitspanne - Mann mit Waffe bei Obama im Aufzug
Weißes Haus
US-Präsident Barack Obama gehört zu den bestbewachten Menschen der Welt. Umso erstaunlicher sind die Pannen, die den erfahrenen Personenschützern des Secret Service dabei unterlaufen. Jetzt wurde bekannt: Beim Besuch einer Behörde fuhr ein Mann mit Obama Aufzug und trug dabei eine Waffe.
Stoltenberg tritt Amt als Nato-Generalsekretär an
Nato
Der neue Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg ist offiziell im Amt. Der 55 Jahre alte frühere norwegische Ministerpräsident trat am Morgen seinen Dienst im Brüsseler Hauptquartier der Militärallianz an.
Umfrage
Fastfood-Ketten wollen den Mindestlohn aushebeln - verstehen Sie die Empörung der Angestellten?

Fastfood-Ketten wollen den Mindestlohn aushebeln - verstehen Sie die Empörung der Angestellten?

 
Fotos und Videos