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Internationale Grüne Woche in Berlin eröffnet

17.01.2013 | 20:15 Uhr
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Mit einer positiven Zukunftsprognose für die Landwirte hat Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) am Donnerstagabend die 78. Internationale Grüne Woche in Berlin eröffnet. In der Hauptstadt zeigen bis zum 27. Januar 1.630 Aussteller aus 67 Ländern ihre Neuheiten in den Bereichen Landwirtschaft, Ernährung und Gartenbau.

Berlin (dapd). Mit einer positiven Zukunftsprognose für die Landwirte hat Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) am Donnerstagabend die 78. Internationale Grüne Woche in Berlin eröffnet. In der Hauptstadt zeigen bis zum 27. Januar 1.630 Aussteller aus 67 Ländern ihre Neuheiten in den Bereichen Landwirtschaft, Ernährung und Gartenbau. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird am Freitag mit einem Rundgang die Messe unter dem Funkturm für Fachbesucher und Verbraucher freigeben. In diesem Jahr ist Holland das Partnerland. Die Messe Berlin erwartet über 400.000 Besucher.

Aigner sagte auf der Eröffnungsveranstaltung am Donnerstagabend, die deutschen Landwirte könnten mit Zuversicht und Selbstbewusstsein ins neue Jahr gehen. Einkommen und Erlöse entwickelten sich besser als in den Vorjahren. Deutsche Produkte seien weltweit anerkannt, die Nachfrage nach Lebensmitteln "Made in Germany" steige weiter. Auch seien die deutschen Verbraucher sehr zufrieden mit Qualität und Vielfalt des Angebots.

Dennoch wurde auch heftige Kritik an Aigners Politik laut. Der Sprecher des Bundesverbands der Deutschen Milchviehhalter (BDM), Hans Foldenauer, hatte Aigner zuvor vorgeworfen: "Aus Sicht der Milchviehhalter ist die aktuelle Milchpolitik auf ganzer Linie gescheitert. Sie führt uns ins wirtschaftliche Abseits." Die Milchbauern hätten 2012 ein Wertschöpfungsdefizit von rund vier Milliarden Euro. Knapp fünf Prozent der Milchbauern hätten ihre "Tore für immer geschlossen", etwa 10.000 Arbeitsplätze seien verloren gegangen.

Die Bundesregierung dürfe sich nicht "einer Weiterentwicklung der im EU-Milchpaket bisher vorgesehenen Marktmaßnahmen verschließen", forderte der BDM und empfahl einen freiwilligen Produktionsverzicht bei einer Ausfallentschädigung. Eine Erhöhung der Milchquote lehnt der Verband dagegen ab.

Auch Aigners Einstellung zur EU-Agrarpolitik geriet in die Schusslinie. Die Ministerin "dürfe nicht länger Vorhut der europäischen Agrarindustrie" sein und müsse "ihren Widerstand gegen eine echte Reform" zugunsten von mehr Tier- und Naturschutz und den Verbraucherinteressen aufgeben, forderte das Agrarbündnis aus Bauern, Umwelt- und Tierschützern am Morgen. So enthalte der Vorschlag der Kommission sinnvolle Ansätze, wie den Vorschlag, sieben Prozent der Äcker und Felder pro Betrieb aus der landwirtschaftlichen Nutzung für ökologische Zwecke herauszunehmen. Der Reformvorschlag drohe jedoch aufgeweicht zu werden.

Aigner kritisierte die EU-Agrarreformvorschläge dagegen als nicht ausreichend. Auch Deutschland unterstütze mehr Umweltschutz in der Agrarpolitik, aber es müsse auch eine "Anerkennung der bisher erbrachten Leistungen" geben. "Wenn ich sehe, was unsere Bauern von Schleswig-Holstein bis Baden-Württemberg, vom Saarland bis nach Sachsen alles leisten, dann muss ich sagen: Sieben Prozent ökologische Vorrangfläche brach liegen zu lassen, das wäre absurd", sagte die Ministerin.

Rückendeckung bei ihrer Kritik an den von EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos vorgeschlagenen Maßnahmen für einen verbesserten Umweltschutz in der Landwirtschaft erhielt Aigner vom Präsidenten des Deutschen Bauernverbands, Joachim Rukwied. Die deutsche Landwirtschaft erbringe bereits ökologische Leistungen, sagte er und stellte der Ministerin, die Berlin in diesem Jahr verlassen und in ihre bayerische Heimat zurückkehren will, eine positive Bilanz ihrer Amtszeit aus: "Frau Aigner setzt sich massiv für die deutschen Landwirte ein."

dapd

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