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Historiker Benz fordert NS-Studien in allen Landtagen

20.02.2013 | 06:02 Uhr
Foto: /dapd/dapd

Alle Bundesländer sollten nach Ansicht des Berliner Historikers Wolfgang Benz dem Beispiel Hessens folgen und ihre ehemaligen Landtagsabgeordneten auf deren NS-Vergangenheit hin untersuchen. "Es ist spät genug", sagte Benz der "Frankfurter Rundschau".

Frankfurt/Main (dapd). Alle Bundesländer sollten nach Ansicht des Berliner Historikers Wolfgang Benz dem Beispiel Hessens folgen und ihre ehemaligen Landtagsabgeordneten auf deren NS-Vergangenheit hin untersuchen. "Es ist spät genug", sagte Benz der "Frankfurter Rundschau".

Der hessische Landtagspräsident Norbert Kartmann (CDU) hatte am Dienstag eine Studie vorgestellt, wonach von 403 früheren Parlamentariern mit Geburtsjahr 1928 oder früher 92 Mitglied der NSDAP gewesen waren. In allen Fraktionen außer denen der KPD hatte es bis 1999 mindestens einen solchen Abgeordneten gegeben.

Darunter waren so Prominente wie der langjährige Unions-Bundestagsfraktionsvorsitzende Alfred Dregger (CDU) und Georg August Zinn (SPD), der fast zwei Jahrzehnte lang hessischer Ministerpräsident war. Zinn gehörte einer SA-Reiterstaffel an. Historiker Benz hält es laut dem Zeitungsbericht für ausgeschlossen, dass der Sozialdemokrat zwangsweise zu der Staffel eingezogen wurde. Die Studie zeige, "dass auch Georg August Zinn der Versuchung erlegen ist, irgendwie ein Minimum an Gefolgschaft zum Nationalsozialismus zu erbringen und zu zeigen", sagte Benz.

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