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Experten fürchten nordkoreanischen Atomwaffentest

28.12.2012 | 17:16 Uhr

Nordkorea hat die Flutschäden auf seinem Testgelände für Atomtechnik offenbar behoben und könnte binnen zwei Wochen einen unterirdischen Atombombentest durchführen. Das geht aus jüngsten Satellitenaufnahmen hervor, die Experten der Internetseite "38 North" des US-koreanischen Instituts der John Hopkins Universität ausgewertet haben.

Seoul (dapd). Nordkorea hat die Flutschäden auf seinem Testgelände für Atomtechnik offenbar behoben und könnte binnen zwei Wochen einen unterirdischen Atombombentest durchführen. Das geht aus jüngsten Satellitenaufnahmen hervor, die Experten der Internetseite "38 North" des US-koreanischen Instituts der John Hopkins Universität ausgewertet haben. Die neuesten Aufnahmen datierten vom 13. Dezember und zeigten, dass die Testanlage Punggye Ri in einem "Zustand der Bereitschaft" gehalten werde.

Allerdings deute Wasser, das aus einem der Tunnel fließe, auf weitere technische Probleme hin, heißt es in dem Bericht vom Donnerstag. Zudem gebe eine auf den Satellitenbildern "nicht identifizierte Struktur" Rätsel auf, die zum Schutz vor schlechtem Wetter gedacht sein könnte.

Auch wenn es keine Anzeichen für einen unmittelbar bevorstehenden Atombombentest gibt, befürchten die USA und Südkorea, dass Pjöngjang jederzeit auf den roten Knopf drücken könne. Einige Experten zweifeln jedoch daran, dass Machthaber Kim Jong Un das Risiko internationaler Empörung und Sanktionen eingehen und vor allem China verärgern wird.

Dritter Test nach 2006 und 2009?

Pjöngjang hat schon 2006 und 2009 zwei Mal Atomwaffen getestet. "Mit einem weiteren Atomtest könnte Nordkorea die Fähigkeit entwickeln, Nuklearsprengkörper auf Langstreckenraketen zu montieren", sagte der Direktor der Arms Control Association (ACA), Daryl Kimball. Schon der Abschuss eines Satelliten am 12. Dezember wurde von internationalen Beobachtern als gemäß UN-Regelung verbotener Test einer ballistischen Langstreckenrakete gewertet. Pjöngjang beharrt darauf, die Raketentechnik für ein Weltraumforschungsprogramm nutzen zu wollen.

Gerade in Washington geht die Angst um, dass Pjöngjang einen Sprengkörper entwickeln könnte, der klein genug ist, um mithilfe von Langstreckenraketen die USA zu erreichen. Nordkorea verfügt nach allgemeiner Einschätzung über genügend Plutonium für mehrere einfache Atombomben und hat 2010 eine Anlage für die Urananreicherung enthüllt. Allerdings sind für die Verkleinerung des Sprengkopfes und ein umfassendes Kernwaffenprogramm wohl noch weitere Tests erforderlich.

Die jüngsten Erfolge von Barack Obama und Park Geun Hye bei den Präsidentschaftswahlen in den USA und Südkorea könnten Kim Jong Un nach Einschätzung von Experten auf einen weniger konfrontativen Kurs umschwenken lassen. "Ich glaube, Nordkorea wird sich im kommenden Jahr mehr auf die wirtschaftliche Erholung als auf Nukleartests konzentrieren", sagte Chang Yong Seok vom privaten Institut für Friedensforschung in Seoul.

(Bericht auf "38 North": http://url.dapd.de/8DlfKj )

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