Das aktuelle Wetter NRW 12°C
Riesen-Flugzeug

Warum der Airbus A 380 trotz aller Pannen fasziniert

27.12.2012 | 17:10 Uhr
87 A 380 hat Airbus in den letzten fünf Jahren ausgeliefert: die letzten an Thai Airways.Foto: HGE

Frankfurt.   Allen Pannen zum Trotz: Fünf Jahre nach dem ersten Start der größten Passagiermaschine der Welt ist die Begeisterung für den Riesenvogel A 380 ungebrochen. Bei Fluggesellschaften, Flughäfen und Passagieren gleichermaßen. Und er soll noch größer werden.

Vor dem Terminal 1 des Frankfurter Flughafens wehen lila Fahnen. Thai Airways hat großflächig geflaggt, hat am Check-In und Abflug-Gate alles in Magnolientöne getaucht. Die staatliche Fluggesellschaft aus dem südostasiatischen Land feiert: Fünf Jahre, nachdem in Frankfurt das größte Passagierflugzeug der Welt erstmals Richtung Singapur abhob, bietet mit Thai Airways die fünfte Fluggesellschaft neben Lufthansa, Corean, Singapore und Emirates in Deutschland Flüge mit dem Riesenvogel an.

Die Faszination ist ungebrochen. „Für mich ist es etwas Besonderes mit dem größten Flugzeug der Welt zu fliegen“, sagt Sebastian Liebers aus Mannheim vor dem Start nach Bangkok. Die Massen an Menschen vor, neben und hinter ihm? Stören ihn nicht. „Die Leute schauen bei der Buchung genau hin“, sagt Robert Wilhelm, Sprecher des Münchener Flughafens, „sie wollen mit der A 380 fliegen“.

Lufthansas Riesenvogel

Haarrissen in den Tragflächen, Problemen mit den Triebwerken und dicker Luft in der Kabine zum Trotz: Die A 380 ist bei Fluggesellschaften, Flughafenbetreibern und Passagieren beliebt. Das Image des Riesen hat nicht gelitten. 87 Exemplare hat Airbus inzwischen an neun Airlines ausgeliefert. 80 000 Flüge wurden absolviert, knapp 30 Millionen Passagiere transportiert. Alle sieben Minuten startet und landet eine A 380 weltweit. Sagt Hersteller Airbus. Meist auf Interkontinentalflügen.

Flughäfen mussten umbauen

Die Flughäfen mussten für den Superflieger umbauen. Im Allgemeinen wird die doppelstöckige Maschine über drei Finger mit dem Gate verbunden. Zwischen 491 (Singapore Airlines) und 526 (Lufthansa) Menschen müssen schließlich möglichst zügig ein- und wieder aussteigen. 700 Millionen Euro hat Fraport allein für den Bau des neuen Flugsteigs A+ investiert. „Hier haben wir vier Parkpositionen für den A 380“, sagt Flughafensprecher Dieter Hulig.

Meldung vom 12.11.2012
Super-Airbus kehrt nach Triebwerksproblemen um

Kurz nach dem Stadt musste ein A 380 der Flugesellschaft Emirates wegen Triebwerksproblemen wieder zum Startflughafen Sydney zurückkehren. Der Pilot sprach von einer Vorsichtsmaßnahme, ein Journalist an Bord will einen hellen Blitz bemerkt haben.

Trotz aller Euphorie: Momentan verdient noch niemand Geld mit dem Giganten der Lüfte. Die Fluggesellschaften haben die Anschaffungskosten von 375 Millionen Dollar pro Maschine noch nicht eingeflogen. Die Flughafenbetreiber haben im Vergleich zum guten alten Jumbo keine höheren Einnahmen. Und Airbus wird laut eigenen Angaben frühestens 2015 Gewinne mit der A 380 erzielen. Dennoch sind alle Beteiligten optimistisch. „Der Kerosinverbrauch und die Emissionen der A 380 sind gering“, erläutert Florian Grenzdörffer, Sprecher der Lufthansa. Daher fallen weniger Flughafengebühren an. Der Verbrauch pro Passagier pro 100 Kilometer gehe beim A380 Richtung 3-Liter Flugzeug. „Es ist das umweltfreundlichste Flugzeug der Welt“, fügt Sorajak Kasemsuvan hinzu, Präsident von Thai Airways. Im Vergleich zu einem alten Jumbo zahle man für die A 380 pro Passagier nur 75 Prozent der bisherigen Kosten.

Erste Maschine für 840 Passagiere geordert

In einer globalen Welt mit wachsender Bevölkerung wollen immer mehr Menschen von Frankfurt nach Tokio, Manila oder Bangkok transportiert werden. Am Himmel wird es eng. „Wir können nicht mehr beliebig viele Flugzeuge von A nach B schicken“, erklärt Grenzdörffer.

Was ein Glück, dass die Menschen die A 380 lieben. Kasemsuvan liefert Zahlen: Hatte Thai Airways in der Vor-A-380-Zeit eine Auslastung von 73 Prozent, verzeichnet sie jetzt eine Quote von über 80 Prozent.

Allerdings: Der A 380 mit seiner jetzigen Bestuhlung ist nur ein Zwischengeplänkel. Air Austral von der Insel La Réunion hat die Zukunft eingeläutet und bei Airbus zwei Maschinen für 840 Passagiere geordert. Ob die Liebe der Passagiere das verkraftet? Man wird sehen.

Angelika Wölke



Kommentare
29.12.2012
18:42
Warum der Airbus A 380 trotz aller Pannen fasziniert
von Ruhrius | #3

Airbus und der A 380 - ein Highlight made in Europe. Lasst uns auch in anderen Marktfeldern durch Zusammenhang mit Frankreich u.a. weitere paneuropäische Erfolgsprojekte angehen, um vor allem den Amis und den Chinesen von ihrer Dominanz zu nehmen. Win-Win-Situation kann die nationalen Interessen überflügeln. Ich hoffe, dass z.B.das europäische GPS-Galileo-Projekt noch mal aus den Puschen kommt. Ein Riesenmarkt wäre auch etwa der Filmmarkt. Warum dominiert hier so sehr diese monotone Ami-Ware den Kino- und TV-/DVD-Markt? ff

28.12.2012
10:06
Warum der Airbus A 380 trotz aller Pannen fasziniert
von wohlzufrieden | #2

Ein wunderbares Flugzeug und eine Sternstunde der Technik!

1 Antwort
@ Wohlzufrieden
von cui.bono | #2-1

Und wie oft sind Sie schon mit der A380 geflogen? Wo sehen Sie die Unterscheide zur 747 bzw. A340.

Welche First finden Sie eigentlich besser. Die in der A380 oder die in der 747?

Finde ich schon toll, dass man so einen Experten unter den Kommentatoren hat.

Übrigens: Welche Techniksternstunde verkörpert die A380 eigentlich?

28.12.2012
07:39
Kannste mal sehen
von meigustu | #1

einfache Verbote oder Strafgebühren wie in diesem Fall beflügeln die Schaffenskraft der Menschen genauso wie es ein Krieg täte.

Aus dem Ressort
Schwedisches Militär sucht nach ausländischem U-Boot
U-Boot
Wie im Kalten Krieg: In den Schären vor Stockholm suchen Hubschrauber und Marineschiffe nach einem unbekannten Unterwasserobjekt. Ein russisches U-Boot soll einen Notruf abgesetzt haben. Das schwedische Militär will das nicht bestätigen. Auch Moskau dementiert.
Burkaverbot – Verschleierte Frau fliegt aus der Pariser Oper
Frankreich
Die Touristin aus den Golfstaaten wollte sich einen schönen Abend in der Oper machen. Doch einige Chorsänger fühlten sich von ihrer traditionellen Verhüllung provoziert. Ihr Protest sorgte dafür, dass die Frau nach dem zweiten Akt des Hauses verwiesen wurde.
Verschwörungstheoretiker verbreiten absurde Thesen zu Ebola
Ebola-Gerüchte
Noch nie zuvor hat es eine so große Ebola-Epidemie gegeben, wie in diesen Tagen. Das sorgt auch bei Verschwörungstheoretikern für Hochkonjunktur. Ihre absurden Thesen verbreiten sich übers Netz fast schneller als der Virus. Selbst Hip-Hop-Star Chris Brown beteiligt sich an den wilden Spekulationen.
Die Ehe ist für junge Deutsche längst ein Auslaufmodell
Familie
Das Familienleben in Deutschland verändert sich. Noch Mitte der 1990er Jahre waren mehr als 80 Prozent der Eltern verheiratet. Doch gerade junge Menschen lehnen die Ehe mittlerweile als längst überholte Einrichtung ab. Heute wachsen deutlich mehr Kinder in anderen Strukturen auf.
Indischer Fußballer stirbt nach missglücktem Tor-Salto
Sportunfall
Er wollte den Ausgleich seiner Mannschaft mit zahlreichen Saltos feiern. Doch der ausgelassene Torjubel endete für einen 23-jährigen indischen Fußballspieler in der Regionalliga mit dem Tod. Der junge Mann ist bei dem missglückten Stunt falsch gelandet und hat sich den Nacken gebrochen.
Umfrage
Der Streik der Lokführer erhitzt weiter die Gemüter. Bahn und Gewerkschaft werfen sich gegenseitig verantwortungsloses Verhalten vor. Wie sehen Sie das?

Der Streik der Lokführer erhitzt weiter die Gemüter. Bahn und Gewerkschaft werfen sich gegenseitig verantwortungsloses Verhalten vor. Wie sehen Sie das?