Das aktuelle Wetter NRW 19°C
Fahndung

Kanadischer Pornodarsteller unter Mordverdacht in Berlin festgenommen

04.06.2012 | 17:12 Uhr
Kanadischer Pornodarsteller unter Mordverdacht in Berlin festgenommen
Per internationalem Haftbefehl und diesem Foto suchte die kanadische Polizei nach dem mutmaßlichen Mörder Luka Rocco Magnotta. In Berlin wurde er gefasst.Foto: afp

Berlin.  Der mutmaßliche Mörder von Montréal ist in Berlin gefasst worden. Der 29-jährige Luka Rocco Magnotta, der einen Mann in Kanada grausam ermordet und zerstückelt haben soll, sei in einem Internet-Café in Neukölln festgenommen worden, bestätigte ein Polizeisprecher.

"You've got me" (ihr habt mich) - mit diesen Worten endete die Flucht eines wegen Mordverdachts weltweit gesuchten kanadischen Pornodarstellers in Berlin. Beamten nahmen den Mann am Montagnachmittag in einem Internetcafé im Bezirk Neukölln fest. Der Mann steht unter dem Verdacht, einen Bekannten getötet, die Tat gefilmt und das Video ins Internet gestellt zu haben. Teile der Leiche soll er an politische Parteien in Kanada geschickt haben. Am Dienstag werde die Generalstaatsanwaltschaft gegen den Mann einen Auslieferungshaftbefehl beantragen, sagte ein Polizeisprecher auf dapd-Anfrage.

Ein Zeuge hatte den Mann in dem Internetcafé erkannt und eine Streife angesprochen. Er habe zugegeben, dass er die gesuchte Person sei, sagte eine Berliner Polizeisprecherin und bestätigte damit Berichte der "Bild"-Zeitung und der "B.Z.". Zuvor soll der 29-Jährige bei seiner Überprüfung in dem Internetcafé "sehr nervös" gewesen sein, teilte die Polizei mit. Schließlich habe er zu den Beamten gesagt: "You've got me". Anschließende Ermittlungen der Behörden hätten die Identität des mutmaßlichen Mörders zweifelsfrei festgestellt.

Die Berliner Staatsanwaltschaft wollte diese Angaben am Abend noch nicht bestätigen. Es scheine sich um den gesuchten 29-Jährigen zu handeln, sagte ihr Sprecher Martin Steltner. Die Ermittlung der Identität sei aber noch nicht abgeschlossen.

Zunächst hatte ein Polizeisprecher lediglich bestätigt, dass in einem Internetcafé in Neukölln ein international gesuchter Mann festgenommen worden sei. Der Haftbefehl sei aus Kanada gekommen. Da die Berliner Polizei nicht die ermittelnde Dienststelle sei, könne er keine weiteren Angaben zu dem Festgenommenen machen, sagte der Sprecher.

Körperteile verschickt

Der Verdächtige soll sich vor seiner Festnahme an einem Computer Berichte zu seinem Fall durchgelesen haben. Er sei in Handschellen abgeführt worden, schreibt die Zeitung "B.Z.".

In der vergangenen Woche waren in einem Paket an die Partei des kanadischen Ministerpräsidenten Stephen Harper ein abgetrennter Fuß und in einem weiteren Päckchen in einem Gebäude der Post in der Hauptstadt Ottawa eine Hand entdeckt worden. Nach Angaben der zuständige Polizeibehörde in Kanada stammten die Körperteile von einem chinesischen Studenten.

Möglicherweise auch in Frankreich Ermittlungen

Nach seiner Festnahme ist der unter Mordverdacht stehende Mann in eine Gefangenensammelstelle im Bezirk Tempelhof-Schöneberg gebracht worden. Am Dienstag soll ihm von der Generalstaatsanwaltschaft Berlin eine sogenannte Festhalteanordnung verkündet werden, sagte ein Polizeisprecher auf dapd-Anfrage.

Die Generalstaatsanwaltschaft werde danach beim Kammergericht einen Auslieferungshaftbefehl beantragen. Infolge könne Kanada mit Deutschland wegen eines Auslieferungsverfahrens in Kontakt treten. Zudem besteht womöglich auch in Frankreich ein Ermittlungsverfahren, wie der Sprecher ohne nähere Erläuterung hinzufügte. (dapd)



Kommentare
Aus dem Ressort
Eurocity der Bahn in Mannheim entgleist - Waggons kippen um
Bahn
Ein Eurocity-Zug der Deutschen Bahn ist am Freitagabend in Mannheim entgleist. Zwei Waggons stürzten um, als ein parallel fahrenden Güterzug plötzlich auf das Gleis einscherte. Laut Feuerwehr gab es nur wenige Verletzte.
Hohe Anwaltskosten - Oscar Pistorius verkauft sein Haus
Prozess
Das Haus, in dem die Freundin des südafrikanischen Sportlers Oskar Pistorius getötet wurde, hat nun einen neuen Besitzer. Laut einem Medienbericht hat der wegen Mordes vor Gericht stehende Sportler die Villa jetzt verkauft. Er braucht angeblich das Geld.
Deutscher ertrinkt vor Dänemarks Westküste
Dänemark
Bei heftiger Strömung in der Nordsee ist am Freitag ein Deutscher vor der Westküste Dänemarks ertrunken. Rettungskräfte konnten den Mann nur noch tot bergen. Die Strömung, heißt es, sei dort derzeit ungewöhnlich tückisch.
Smileys sind in Ordnung, Schwafeln nicht - der E-Mail Knigge
E-Mail-Knigge
Am 2. August 1984, also vor 30 Jahren, wurde in Deutschland die erste E-Mail verschickt. Längst hat die elektronische Post die Büros des Landes erobert. Ohne sie geht im Beruf (fast) nichts. In unserem Knigge erfahren Sie, wie lang E-Mails sein dürfen und warum Sie auch mal Smileys benutzen können.
Zwei Menschen sterben bei Sportflugzeug-Absturz in Bremen
Unglück
Es hätte eine Katastrophe werden können: Direkt neben Mehrfamilienhäusern in Bremen kracht ein Kleinflugzeug auf das Gelände eines Autohauses. Zwei Männer im Flugzeug sterben. Die Mitarbeiter in den Hallen können gerade noch rechtzeitig fliehen.
Umfrage
Nach der jüngsten Preiserhöhung kehren viele Wirte Sky den Rücken . Wo verfolgt ihr Bundesliga- und Champions-League-Spiele?

Nach der jüngsten Preiserhöhung kehren viele Wirte Sky den Rücken . Wo verfolgt ihr Bundesliga- und Champions-League-Spiele?