Jahresablauf der Hirsche von Fotofreunden dokumentiert
03.04.2009 | 00:03 Uhr 2009-04-03T00:03:00+0200
„Manni” und „Rudi” sind die Racker im Wildgehege am Forsthaus Hohenroth. Wie die beiden kapitalen Rothirsche dort gemeinsam mit ihren Freundinnen und den Kälber leben, haben seit Jahren einige tausend Besucher, darunter zahlreiche Schulklassen, hautnah beobachten können.
Zwei Männer waren womöglich häufiger als andere dort oben auf 640 Meter Höhe. Friedhelm Stark aus Feudingen und der gebürtige Richsteiner Bernhard Fesser sind auf Pirsch gegangen - und zwar mit der Kamera. Was die beiden Mitglieder der Fotofreunde Feudingen im Jahreszyklus der Tiere in der Natur festgehalten haben, ist bis Ende Mai in der sehenswerten Bilder-Ausstellung „Manni, Rudi & Co” im Waldinformationszentrum (WIZ) auf Hohenroth zu bestaunen.
Ergänzt werden die rund 50 Bilder auf 13 Schautafeln durch Illustrationen des Allround-Künstlers Hartmut Gerlach, sowie mit schweren Abwurfstangen von „Manni” und einem präparierten Hirsch. Wie die Tiere mit ihren Geweihen „fegen” oder wie sie Buche, Fichte Douglasie oder Hasel „schälen”, demonstrieren aufgebaute Stämme.
Fünf Stationen in der Ausstellung
Den hohen Stellenwert des Geheges für die Besucher unterstrich WIZ-Leiterin Christa Vitt-Lechtenberg und erläuterte die fünf Stationen der Ausstellung. Beginnend mit der Geschichte des beliebten Ausflugszieles wird die Ernährung des Rotwildes gezeigt; dazu gehören Kräuter, Gräser, Blätter und Knospen. Herrliche Fotos zeigen die Hirsche auf ihren Winteräsungsflächen; Bäche und Quellbereiche auf dem 43 Hektar großen Gelände machen Tränken überflüssig.
Wie sich die Tiere reinigen oder reinigen lassen, wird bei der „Körperpflege” sehr schön veranschaulicht. Vortrefflich hierbei ist die Aufnahme der kleinen Bachstelze, die den Hirschen Mücken und Fliegen vom Leib hält.
„Herr Wolzenburg ist kein Mensch für die Tiere im Gehege, sondern er ist für sie auch 'n Hirsch.” Forstdirektor Altrogge
Beim Thema „Verhalten des Rotwildes” nehmen die Fotografen den Betrachter mit auf eine Reise durch das Jahr. Es geht über die Brunft in den Winter, weiter zur Setzzeit und Geburten von Hirschkälbern bis zum Wechsel auf das Sommerfell.
Geweihbildung dokumentiert
Spannend anzusehen ist auch die Geweihbildung. Der jährliche Stangenabwurf lässt die männlichen Hirsche - fotografiert aus tollen Perspektiven - mit den im Aufbau befindlichen Kolben recht ungewöhnlich aussehen.
Bester Freund der Hirsche ist übrigens Gehegebetreuer Tasso Wolzenburg. Auf seinen Ruf hin kommen die Tiere aus der Dickung und lassen sich sogar anfassen - aber nur von ihm. Forstdirektor Diethard Altrogge wusste das witzig zu kommentieren: „Herr Wolzenburg ist kein Mensch für die Tiere im Gehege, sondern er ist für sie auch 'n Hirsch.”
Dem Leiter des Regionalforstamtes Siegen-Wittgenstein war es aber auch wichtig herauszustellen, dass die vielen Besucher der Hirsche auf Hohenroth nicht andernorts durch die Wälder oder unerlaubt in Dickungen streifen und damit das Wild oder auch Jäger verärgern. „Durch unser Gehege nehmen wir den Störfaktor raus".
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