Das aktuelle Wetter NRW 16°C
Tierschutz

Jäger wegen Wolf-Abschusses zu 3.500 Euro Geldstrafe verurteilt

17.01.2013 | 16:55 Uhr
Jäger wegen Wolf-Abschusses zu 3.500 Euro Geldstrafe verurteilt
Weil er einen Wolf erschossen hat, ist ein Jäger zu einer Geldstrafe von 3500 Euro verurteilt worden. Der Mann aus dem Raum Köln hatte den Wolf im Westerwald erschossen, wo zuletzt 1879 ein Wolf gesichtet worden war.Foto: dpa

Montabaur.  Weil er im Westerwald einen Wolf erschossen hat, muss ein Jäger aus dem Raum Köln eine Geldstrafe von insgesamt 3500 Euro zahlen. Das entschied das Amtsgericht Montabaur am Donnerstag. Der Jäger habe gegen das Tierschutzgesetz verstoßen, weil er ein Wirbeltier ohne Grund getötet habe.

Im Prozess um den Abschuss eines Wolfs im Westerwald ist der angeklagte Jäger wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz zu einer Geldstrafe von 3.500 Euro (70 Tagessätze) verurteilt worden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, wie das Amtsgericht Montabaur am Donnerstag mitteilte.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Wolf ungerechtfertigterweise erschossen wurde. Er habe vor seinem Tod nicht gewildert. Bei dem im April 2012 nahe Hachenburg erlegten Tier handelt es sich um einen Wolf aus der sogenannten italienischen Alpenpopulation. Das hatten Experten des Senckenberg-Institutes in Frankfurt am Main mit einer Gen-Analyse belegt.

Erster gesichteter Wolf im Westerwald seit 1879

Ein Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz wurde den Angaben zufolge allerdings vom Gericht nicht erkannt, weil der Mann nicht damit rechnen konnte, dass das Tier in der Region unterwegs ist. Bei dem getöteten Tier handelt es sich um den ersten gesichteten Wolf im Westerwald seit dem Jahr 1879.

Meldung vom 24.4.2012
Toter Wolf - Schütze stellt sich der Polizei

Drei Tage nach dem Fund eines toten Wolfs im Westerwald hat die Polizei den Schützen. Ein 71-jähriger Mann habe sich den Behörden gestellt, gab ein Sprecher der zuständigen Polizeidirektion in Montabaur am Dienstag bekannt. Noch wird untersucht, ob das tote Tier tatsächlich ein Wolf war.

Der inzwischen 72 Jahre alte Jäger hatte das Tier im April 2012 nahe Hachenburg erschossen. Er war nach eigenen Angaben davon ausgegangen, auf einen wildernden Hund anzulegen. Der Fall hatte für Zorn und Protest bei Naturschützern gesorgt. Der Wolf unterliegt dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen. (dapd)


Kommentare
17.01.2013
19:15
Der hat den Wolf doch absichtlich erschossen, damit er dann damit am Stammtisch
von cui.bono | #5

angeben konnte!

Die Strafe ist viel zu gering!

Man sollte solchen Typen den Jagdschein abnehmen, insbesondere in dem Alter, wenn man wohl nicht mehr richtig sehen kann.

Irgendwann hält er noch einen harmlosen Spaziergänger für einen Wolf und knallt den auch noch ab!

17.01.2013
19:10
Jäger wegen Wolf-Abschusses zu 3.500 Euro Geldstrafe verurteilt
von buntspecht2 | #4

Sonst ist dem halb blinden Jäger nichts passiert der Richter ist wohl auch Jäger ?

17.01.2013
18:59
Jäger wegen Wolf-Abschusses zu 3.500 Euro Geldstrafe verurteilt
von tierfreund61 | #3

Also wieder nur eine Geldstrafe? Kein Jagdschein weg, keine Waffen abgenommen? Ja, amo 17. das würde mich auch mal interessieren.

17.01.2013
18:57
Jäger wegen Wolf-Abschusses zu 3.500 Euro Geldstrafe verurteilt
von Weisskolhl | #2

Bei einem eventuel vergleichbaren Verkehrsdelikt wäre wohl der Entzug der Fahrerlaubnis fällig gewesen. Bei einem offenbar so schießwütigen Grünrock erscheint der Entzug der Jagderlaubnis und des Waffenscheins angemessen, da mit einer Schusswaffe und der entsprechenden Unbeherschtheit Schlimmeres anzurichten ist als mit einem Fahrzeug.

17.01.2013
17:08
Jäger wegen Wolf-Abschusses zu 3.500 Euro Geldstrafe verurteilt
von amo17 | #1

Hat man dem schieswütigem Senior auch seine Waffen abgenommen?

Aus dem Ressort
An Ebola erkrankter Arzt aus Westafrika erliegt Krankheit
Ebola
Ebola breitet sich in Westafrika aus. Auch Ärzte haben sich schon bei Patienten angesteckt. Ein Mediziner, der möglicherweise in Hamburg hätte behandelt werden können, ist nun gestorben.
Fahnder setzen Belohnung nach Mord an Armani (8) aus
Mord
Nach dem Mord an Armani (8) haben die Staatsanwaltschaft und ein weiterer Geldgeber eine Belohnung von insgesamt 10.000 Euro ausgesetzt. Die Leiche des Jungen war vor einer Woche in Freiburg gefunden worden — einen Verdächtigen gibt es bislang nicht.
Senioren-Freizeitpark erntet Kritik - noch vor der Eröffnung
Seniorenfreizeit
Elvis-Imitator, Weltkriegs-Care-Pakete und eine nachgebaute Terracotta-Armee: Deutschlands erster Senioren-Freizeitpark eröffnet am Sonntag. Statt mit wilden Fahrgeschäften lockt der Park mit kulturellen Attraktionen. Wissenschaftler kritisieren das Konzept.
Esoterik-Anhänger aus ganz Deutschland pilgern zu Kornkreis
Kornkreis
Tausende Esoterik-Anhänger sind in der letzten Woche zu einem Kornkreis in Bayern gepilgert. Waren es Außerirdische, die uns eine Botschaft hinterlassen haben, oder gibt es eine natürliche Erklärung? Einige Besucher sind sicher: Aliens wollten den Erdenbürgern ihre Liebe zeigen.
Nature One 2014 - Tickets für das Festival sind ausverkauft
Nature One
Mit 72.000 Besuchern wird das Elektro-Festival Nature One erstmals ausverkauft sein. Zum Line up gehören Star-DJs wie Axwell, Carl Cox, ATB, Paul van Dyk und Robin Schulz. Im Netz wird ein Livestream von dem zweitägigen Open-Air-Festival angeboten. Festival Nature One feiert 20-jähriges Jubiläum.
Umfrage
Bei Paketdiensten herrschen vielfach üble Arbeitsbedingungen für Beschäftigte. Das haben Kontrollen von Behörden ergeben. Welche Reaktionen erwarten Sie?

Bei Paketdiensten herrschen vielfach üble Arbeitsbedingungen für Beschäftigte. Das haben Kontrollen von Behörden ergeben. Welche Reaktionen erwarten Sie?