"Hure" - Russischer Vize beschimpft Madonna nach Einsatz für "Pussy Riot"
10.08.2012 | 12:38 Uhr 2012-08-10T12:38:35+0200
Moskau. Die Sängerin Madonna ist von der russischen Regierung für ihr "Pussy Riot"-Engagement heftig attackiert worden. Der russische Vize-Regierungschef beleidigte die Sängerin als "Hure". Madonna wird aber auch von Homosexuellen kritisiert. Für die engagiere sie sich zwar - dies sei aber nur "Heuchelei".
Die US-Popikone Madonna hat in Russland mit ihrem Einsatz für die Punkband Pussy Riot und die Rechte von Homosexuellen Empörung ausgelöst. "Jede frühere b... will im Alter jedem moralische Lektionen erteilen, besonders bei Auftritten im Ausland", schrieb Vize-Regierungschef Dmitri Rogosin am Mittwochabend auf Twitter, wobei "b..." im Russischen für "Hure" steht. Ein Regionalabgeordneter drohte der Sängerin mit rechtlichen Konsequenzen.
"Leg' das Kreuz ab oder zieh' dir eine Unterhose an", schrieb Rogosin, der für seine verbalen Ausfälle bekannt ist, auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Madonna hatte am Dienstag bei ihrem Konzert in Moskau die Freilassung der drei inhaftierten Mitglieder der Punkband Pussy Riot gefordert. Sie sagte, sie bete für die Frauen, denen nach einem Auftritt in einer Moskauer Kathedrale wegen mutmaßlichen Rowdytums mehrere Jahre Haft drohen.
Madonna solidarisiert sich auch mit Homosexuellen in Russland
Für ihr Konzert am Donnerstagabend in St. Petersburg kündigte Madonna außerdem an, die Homosexuellen in der Stadt unterstützen zu wollen. Sie rief ihre Fans im Internet auf, zur Unterstützung der Schwulen rosa Armbänder zu tragen, die vor dem Konzert verteilt werden sollten. In St. Petersburg war im März ein Gesetz in Kraft getreten, das Kundgebungen Homosexueller vor den Augen Minderjähriger verbietet und Homosexualität mit Pädophilie gleichsetzt.
Der Kommunalpolitiker Witali Milonow, einer der Initiatoren des umstrittenen Gesetzes, drohte Madonna am Donnerstag mit Konsequenzen. Sollte sie das Gesetz gegen die Verbreitung "homosexueller Propaganda" verletzen, würden "Ermittlungen eingeleitet", sagte die Sprecherin des Abgeordneten der Regierungspartei Vereinigtes Russland. Milonow bekräftige seine Haltung, dass niemand den Russen westliche Werte aufzwingen dürfe, sagte die Sprecherin.
Homosexuelle kritisieren Madonna - Vorwurf: "Heuchelei"
Einige Homosexuelle hielten am Abend vor dem Konzert eine Mahnwache ab, weil ihnen Madonnas Unterstützung nicht weit genug geht. "Es reicht nicht, während eines Konzerts zwischen zwei Liedern einige Worte zur Unterstützung der Homosexuellen zu sagen", sagte der Leiter der Organisation Gay Russia, Juri Gawrikow, der Madonna "Heuchelei" vorwarf. Lieber hätte sie ihre Konzerte nach Inkrafttreten des Gesetzes in St. Petersburg absagen sollen, sagte Gawrikow.
Unterdessen kündigte die in Berlin lebende Elektro-Punk-Musikerin Peaches an, Anfang nächster Woche im Internet ein Video zur Unterstützung von Pussy Riot zu veröffentlichen. Die kanadische Sängerin sagte, sie habe gemeinsam mit der Musikerin Simonne Jones am Mittwoch in einem Berliner Park für die Videoaufnahmen 400 Menschen mit Sturmhauben versammelt. Peaches begründete ihre Aktion damit, dass sie ebenso wie Pussy Riot ihre musikalischen Wurzeln im feministischen Punk-Rock habe. (afp)

13:23
er hat doch eher das ehrenwerte Gewerbe durch Einbeziehung einer Amateuse beleidigt !
Wer sich so willig der Propaganda hingibt, sei es nun auf Bitte und Bezahlung von No10 oder Pensylvania Ave 1600 , dem/der ist eh kaum noch zu helfen, auch nicht mit sozialisierter Bezahlung zu erwartender Konzert-Ausfälle und Tour-Abbrüche mangels Interesse.. oder sollte die Dame zu den Scientologen übergetreten sein ? eine neuer Titan am Sternchen-Himmel ?