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Fluggesellschaft Iberia vor historisch größter Streikwelle

18.02.2013 | 18:07 Uhr
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Fluggesellschaft Iberia vor historisch größter Streikwelle
Die Iberia-Mitarbeiter wollen streiken - damit droht Chaos an spanischen Flughäfen.Foto: Kote

Madrid.   Spanien wappnet sich für ein Flugchaos. Weil die Mitarbeiter der ehemaligen Staatsairline Iberia einen Streik angekündigt haben, könnten in dieser Woche bis zu 50 Prozent aller Flüge ausfallen. Mehr als 1200 Flüge wurden bereits vorsorglich abgesagt.

Chaos im Luftverkehr mit Spanien: Die größte Streikwelle der Geschichte wird in den nächsten Wochen und bis zu den Osterferien die Flugverbindungen mit Spanien behindern. Am Montag begann bei Iberia, der größten Fluglinie des Landes, ein Dauerstreik des Kabinen- und Bodenpersonals, der zunächst bis kommenden Freitag, 22. Februar, dauern soll. Im März sind zwei weitere Streikwochen geplant.

Am ersten Streiktag wurden Hunderte Flüge abgesagt oder waren verspätet. Auch ausländische Fluglinien, die vom Bodenpersonal Iberias bei der Abfertigung und Gepäckverladung abhängen, sind betroffen.

Mehr als 1200 Flüge der Iberia-Gruppe wurden allein in dieser ersten Streikwoche vorsorglich abgesagt. Darunter sind 415 Iberia-Verbindungen und mehr als 800 Flüge der Iberia-Ableger Iberia Express, Vueling und des Partners Air Nostrum. Iberia verschmolz im Jahr 2011 mit British Airways zur International Airlines Group (IAG). Die IAG ist nach der Lufthansa-Gruppe, Ryanair, Air France/KLM und Easyjet die fünftgrößte Airline Europas.

Auch Lufthansa-Flüge gestrichen

Auch die Lufthansa-Gruppe, zu der Swiss und Austrian Airlines gehören, wies ihre Fluggäste darauf hin, dass es „zu Behinderungen“ auf der Spanien-Strecke kommen könne. Passagiere sollten sich vor Reiseantritt über ihren Flug informieren. Zwei Lufthansa-Verbindungen von Frankfurt und München Richtung Bilbao wurden gestrichen.

Um einen totalen Zusammenbruch des Iberia-Luftverkehrs in Spanien zu vermeiden, hatte das spanische Verkehrsministerium eine Mindest-Flugversorgung von annähernd 50 Prozent aller programmierten Flüge durchgesetzt.

Stewardessen und Piloten

In den zwei folgenden Streikwochen im März dürfte sich die Lage noch verschärfen, weil dann nicht nur Stewardessen und das Abfertigungspersonal, sondern auch die Iberia-Piloten ihre Arbeit niederlegen wollen. Den bisherigen Ankündigungen zufolge soll in den Wochen vom 4. bis 8. März und vom 18. bis 22. März gestreikt werden.

Das Iberia-Personal protestiert gegen Sparmaßnahmen, die die Entlassung von 3800 der etwa 20.000 Mitarbeiter vorsehen, zudem empfindliche Gehaltskürzungen und die Streichung von Routen. Die frühere Staatsfluglinie hatte in den letzten Jahren hohe Verluste eingeflogen. Allein in den ersten neun Monaten des Jahres 2012 soll die Airline rund 260 Millionen Euro Verlust eingefahren haben. Iberia-Chef Rafael Sanchez-Lozano warnte, dass es nun „ums Überleben“ gehe. Die Gewerkschaften bezeichnen den Sparplan derweil als „Projekt zur Zerschlagung“ der Linie.

Konkurrenz durch Billig-Airlines

Spaniens Verkehrsministerin hatte den Konzern und die Arbeitnehmer vergeblich aufgefordert, einen neuen Streik zu vermeiden.

Iberia macht die Konkurrenz der Billig-Airlines Richtung Spanien immer stärker zu schaffen. Gut zwei Drittel des Spanien-Flugmarktes haben inzwischen die sogenannten Billig-Fluglinien unter sich aufgeteilt, auch wenn deren Tarife oft gar nicht unbedingt günstiger sind als jene der traditionellen Airlines.

Ralph Schulze

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