Das aktuelle Wetter NRW 13°C
Wetter

Der milde, trübe Winter bleibt - Warnung vor Haselpollen

04.01.2013 | 17:08 Uhr
Der milde, trübe Winter bleibt - Warnung vor Haselpollen
Wegen des milden Winters sind bereits jetzt Haselpollen unterwegs. Foto: WAZ FotoPool

Essen.  Es bleibt dauergrau mit Nieselregen noch bis Mitte des Monats, das sagen die Meteorologen voraus. Das hat Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt - und für Allergiker, die jetzt schon mit Pollenflug rechnen müssen. Um den Winterschlaf der Igel muss man sich allerdings keine Sorgen machen.

Milde Temperaturen und Regen statt Kälte und Schnee: Winter ist den kommenden Tagen nicht in Sicht. Wer sich für das Wochenende Schnee wünscht, muss hoch hinaus. Lediglich in den Hochlagen über 1000 Meter wird es schneien, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Freitag in Offenbach mitteilte. Ansonsten bleibt es in Deutschland mit Temperaturen bis zu zehn Grad weiterhin sehr mild. Erst ab Ende kommender Woche kann es wieder kälter werden.

Vorerst jedoch beschert uns das Wochenende jedoch weiterhin mildes, dauergraues Mistwetter. Am Niederrhein klettert das Thermometer auf Höchstwerte bis zehn Grad, am kältesten wird es im östlichen Bergland mit fünf Grad. Die Sonne zeigt sich eher selten - und es gibt regelmäßig Nieselregen.

Allergiker vorsicht: Es können bereits Haselpollen unterwegs sein

Die anhaltend milden Temperaturen haben mittlerweile für Allergiker unangenehme Folgen. Der Meteorologe Dominik Jung vom Portal wetter.net sagte, es müsse in den kommenden Tagen bereits mit Pollenflug gerechnet werden. "Erle- und Haselpollen sind generell im Januar schon in der Vorblüte. Dieses Jahr hat sich diese noch mal um zwei bis drei Wochen nach vorne gezogen." Für die Pflanzen könne ihr frühes Wachstum im Januar auch gefährlich sein. Ein neuerlicher Kälteeinbruch hätte schädliche Auswirkungen.

Auch die eine oder andere Tierart könne durch die frühlingshaften Temperaturen verwirrt werde. "So wurden unter anderem bereits zahlreiche Igel gesichtet, die aus dem Winterschlaf erwacht und unterwegs sind", fügte Meteorologe Jung hinzu. Das allerdings sei nichts ungewöhnliches, erklärt Birgit Hansen, Experin der Organisation "Pro-Igel". "Solche Phasen gibt es praktisch in jedem Winter - das ist keine ungewöhnliche oder gefährliche Lage für Igel".

Der Schlaf der Igel ist nicht in erster Linie von der Temperatur abhängig.

Der Winterschlaf sei nicht in erster Linie abhängig von der Temperatur - "auch Luftdruck und Tageslichtmenge haben Einfluss auf den Schlaf der Tiere", so Hansen. Im Winterschlaf reduzieren die Tiere ihre Körperfunktionen, die  Körpertemperatur sinkt auf fünf bis sechs Grad. Diese Maßnahme hilft den Tieren, die nahrungsarme Periode zu überstehen. Bei milden Winterwetter bleibt die Körpertemperatur der Tiere natürlich entsprechend höher. Aber deswegen werden die Igel nicht öfter wach, erklärt Birgit Hansen - sondern es sei bei allen Wetterlagen normal, dass der Winterschlaf nicht durchgängig eingehalten werden. "Die Tiere erwachen immer mal wieder - das ist völlig normal."

Zufüttern oder nicht?

Nicht normal ist allerdings, wenn man die nachtaktiven Tiere bei Tag antrifft - dann stimmt in jedem Fall etwas nicht mit ihnen und man sollte sie aufnehmen. Bleibt die Frage des Zufütterns: Da die meisten Igel im Spätsommer geboren werden, bleibe ihnen häufig nicht genug Zeit, sich genügend Speck für den Winter anzufressen - also sind sie im Spätherbst dankbar für zusätzliche Nahrungsangebote. Das gleiche gilt für das Frühjahr, wenn sie aus dem Winterschlaf erwachen. Dann können man im Garten Katzen-  oder Hundefutter aus der Dose anbieten. Aber in keinem Fall Milch, wie Tierschutzexperte Till Hopf vom Nabu betont. Hopf empfiehlt: Auch im Winter sollte man die Igel generell in Freiheit lassen - nur wenn sie extrem unterernährt wirken, sollte man sie ins Haus holen. Weitere Tipps für den Umgang mit den stacheligen Gesellen gibt es auf den Seiten von "Pro Igel" oder bei den Nabu-Experten.    

Ach ja: Ungewöhnlich sind die derzeitigen Temperaturen nicht. "Vergessen wir bitte nicht: Von den letzten vier Wintern waren drei deutlich kälter als der langjährige Durchschnitt", so Meteorologe Jung. Außerdem sei die kalte Jahreszeit längst noch nicht vorbei. Für die Monatsmitte sei eine deutliche Abkühlung in Mitteleuropa zu erwarten. Den Wettermodellen zufolge strömt dann sehr kalte Luft aus Sibirien auch nach Deutschland und führt vielerorts zu Dauerfrost. "Auch Schnee könnte nach dem aktuellen Stand der Dinge dabei sein", sagte Jung. (dapd)



Kommentare
05.01.2013
05:54
Der milde, trübe Winter bleibt - Warnung vor Haselpollen
von MasterLangi | #2

Ich hab mich über den auch schon oft weggelacht, sogar seine "Prognosen" für kommende Sommer oder Winter, WM-Wetter usw. mal gespeichert und hinterher verglichen - es stimmte so gut wie nie und wenn es mal einigermassen passte war das dann wohl eher Zufall. Um so einen Beruf zu erlernen bedarf wohl nur ein paar Würfeln.

04.01.2013
23:32
Der milde, trübe Winter bleibt - Warnung vor Haselpollen
von draufen | #1

lol, Dominik Jung von wetter.net...reicht es nicht, wenn der seine komplette Unfähigkeit in unregelmäßigen Abständen bei bild.de unter Beweis stellt? Ich krame für Mitte Januar dann schon mal die Badehose raus.

Aus dem Ressort
Missbrauchskandal - Britische Behörden wussten Bescheid
Untersuchung
Nach dem massenhaften Missbrauch in Rotherham kommt heraus, dass die Polizei davon gewusst hatte. Auch die Sozialdienste schauten weg. Zwischen 1997 und 2013 wurden in der englischen Stadt mindestens 1400 Kinder sexuell missbraucht. Immer mehr grausige Details kommen ans Tageslicht.
Mädchen (9) tötet Schieß-Trainer mit Uzi-Maschinenpistole
Schießunfall
Ein neunjähriges Mädchen hat in den USA ihren Trainer am Schießstand erschossen. Das Mädchen hatte die Kontrolle über ihre vollautomatische Waffe verloren und traf den 39-jährigen Mann tödlich am Kopf. Es wird wohl keine strafrechtlichen Ermittlungen geben.
Polizei und Jugendamt schloss Augen vor Missbrauchs-Skandal
Missbrauch
Affären, Missbrauch, Leichenschändung — die Kette von Skandalen auf den britischen Inseln reißt nicht ab. Die Vergewaltigungen von Rotherham seien " kein Einzelfall", meint die eine britische Selbsthilfeorganisation für Missbrauchs-Opfer.
Bangkoks Polizei hilft als Geburtshelfer in Staus aus
Sondereinsatz
Eine Geburt ist selten planbar und wenn plötzlich die Wehen einsetzen, dann muss es oft schnell gehen. Auf Bangkoks Straßen ist das ein Problem. Die werdenden Mütter stecken oft im Stau fest. Bangkoks Lösung sind Polizei-Hebammen, die speziell für diesen Einsatz ausgebildet wurden.
Deutsche gehen in der Freizeit kaum noch aus dem Haus
Medienkonsum
Ausgehen oder Freunde treffen bleibt meist ein stiller Wunsch: Der Durchschnittsdeutsche sitzt abends vor dem Fernseher, die meisten Jugendlichen beschäftigen sich mit dem Internet. Bei Jüngeren wie Älteren gilt, dass sie kaum noch Freizeit außer Haus verbringen.
Umfrage
Duisburg droht seine U-Bahn zu verlieren, weil eine Sanierung des maroden Systems zu teuer wäre. Würde Ihnen die Bahn fehlen?

Duisburg droht seine U-Bahn zu verlieren, weil eine Sanierung des maroden Systems zu teuer wäre. Würde Ihnen die Bahn fehlen?

 
Fotos und Videos