Das aktuelle Wetter NRW 13°C
Bundespräsidentenamt

Wulff bremst offenbar von der Leyen aus

03.06.2010 | 12:19 Uhr
Wulff bremst offenbar von der Leyen aus

Berlin. Das Rennen um die Köhler-Nachfolge ist wieder völlig offen. Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU), die als Favoritin galt, soll noch gestoppt werden. Niedersachsens Regierungschef Wulff hat selbst Ambitionen angemeldet.

Machtkampf in der Union: Auf den letzten Metern soll Ursula von der Leyens Lauf ins Bundespräsidentenamt noch gestoppt werden. Die Arbeitsministerin ist zwar immer noch die Top-Favoritin der Kanzlerin, aber ausgerechnet ihr Landsmann und früherer Chef, der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff, macht ihr den Aufstieg streitig. Wulff hat sich dem Vernehmen nach gestern selbst ins Gespräch gebracht. Und: Seine Chancen stehen nicht schlecht. Denn bei der Wahl des Staatsoberhauptes sprechen die Länder ein großes Wort mit. Zudem gab es offenbar Vorbehalte in Unionskreisen gegen von der Leyens Präsidentschaftsambitionen, weil sie im Bundeskabinett nur schwer zu ersetzen wäre.

Völlig abgetaucht ist Bundestagspräsident Norbert Lammert. Wenn der CDU-Mann aus Bochum noch eine Chance haben sollte, dann als Kompromisskandidat. Wie der Machtkampf um Schloss Bellevue ausgehen wird, ist noch völlig offen. Die ARD meldet mit Bezug auf CDU-Kreise allerdings, dass von der Leyen aus dem Rennen sei. Eine Vorentscheidung dürfte heute abend fallen, wenn Merkel die CDU-Ministerpräsidenten trifft.

Die SPD hat derweil die Hoffnung auf einen Konsens-Bewerber aufgegeben. Wie die WAZ in SPD-Kreisen erfuhr, sind Parteichef Sigmar Gabriel und der Vorsitzende der Bundestags-Fraktion, Frank-Walter Steinmeier, auf Kandidatensuche. Wulff ist für sie viel zu sehr mit der schwarz-gelben Koalition verbunden, als dass die SPD ihn mitwählen könnte. Sollte von der Leyen es nicht schaffen, werden die Sozialdemokraten wohl gezielt nach einer Gegenkandidatin Ausschau halten.

Die Kandidatensuche für das Bundespräsidentenamt nähert sich der Schlussphase. Am heutigen Donnerstag berät spätnachmittags in Berlin das CDU-Präsidium, und abends trifft Kanzlerin Angela

Merkel in Berlin die Ministerpräsidenten der Union. Die Bundesversammlung wählt das neue Staatsoberhaupt am 30. Juni.

Miguel Sanches

Facebook
 
Kommentare
03.06.2010
18:05
Von der Leyen angeblich aus dem Rennen
von imaz | #39

Wenn Wulff sich selbst ins Gespräch gebracht
hat, würde ich das so werten:
Rette sich wer kann.
Koch, Köhler, Wulff, es wird einsam um Mutti.
Wundern tut es nicht. Laut Forsa von dieser
Woche kommt die Union noch auf 30% und die
Büchse der Pandora wird erst noch geöffnet.
Das kostet nochmal ein paar Prozente.
Eim bekannter Journalist, der in der Regel gut
informiert ist, hat im Februar geschrieben, noch
1 1/2 Jahre, dann macht Merkel die Fliege.
Kann sein, dass die 1 1/2 Jahre bald um sind.

03.06.2010
17:25
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #38

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

03.06.2010
17:09
Von der Leyen angeblich aus dem Rennen
von herc | #37

DDR 2.0

Bundespräsident steht fest - muß nur noch gewählt werden.

Mit mindestens 90 %, versteht sich!!

03.06.2010
17:08
Von der Leyen angeblich aus dem Rennen
von Fallari | #36

Von allen genannten Kandidaten gefällt mir immer noch Edmund Stoiber am besten. Aber mit Wulff könnte ich auch leben. Hauptsache keine Frau.

Außerdem steht Wulff dann in Zukunft keinem konservativen CDU-Kanzlerkandidaten im Wege.

03.06.2010
17:07
Von der Leyen angeblich aus dem Rennen
von oldbaer | #35

Was wurde Frau vdL doch von der Presse (auch der WAZ) hochgejubelt. Doch jetzt merkt man: Wulff ist konservativer und katholisch. Und keine Gefahr für Mutti Merkel. Einfach nur noch lächerlich. Wulff ein unabhängiges Staatsoberhaupt? Nur gut als Grußaugust. l

03.06.2010
17:06
Von der Leyen angeblich aus dem Rennen
von ursulahick | #34

Die Würfel sind gefallen. Christin Wulf ist soll der nächste Bundespräsident werden. Ein geschickter Schachzug von Angela Merkel. So wird man unbequeme Landesfürsten los.

03.06.2010
17:04
Von der Leyen angeblich aus dem Rennen
von smoki | #33

Wie wäre es mit Thomas Gottschalk? Ist doch sowiso alles nur noch show! Die Zeiten in denen ein Politiker bzw. ein Staatsoberhaupt Format hatte, Kritik vertragen konnte und wirklich den Interessen des Volkes diente sind doch vorbei. Alles nur noch machtgeile Laberköppe die sich wie Fähnlein im Wind drehn!

03.06.2010
17:01
Von der Leyen angeblich aus dem Rennen
von imaz | #32

Na, ich bin ja wohl alles andere als ein Anhänger
der CDU. Aber den Wulff könnte ich mir gut als
B.P. vorstellen.
Der stellt was dar, ist ruhig und sachlich und ich
glaube, als Präsident korrekt und neutral.
Also Wulff, machet.

03.06.2010
16:54
Von der Leyen angeblich aus dem Rennen
von Loddar | #31

Oder heißt der Matthäus? Vielleicht interessiert sich auch der Bundes-Jogi nach der WM für das Amt. Dieser Polit-Quark ist jedenfalls nur noch mit Sarkasmus zu ertragen.

03.06.2010
16:50
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #30

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/3544714/create

Fotos und Videos
Karikatur vom Tage
Bildgalerie
Politik
Spielabbruch nach Schlägen
Bildgalerie
Gewalt
Prinz mit 80 Jahren
Bildgalerie
Karneval
Aus dem Ressort
Bedauern und Überraschung über Rücktritt von Benedikt XVI.
Papstrücktritt
Der angekündigte Rücktritt von Papst Benedikt XVI. sorgt in Deutschland für große Betroffenheit und Überraschung. Politiker und Organisationen verleihen ihrem Mitgefühl und ihrem Respekt vor dem Würdenträger Ausdruck. Andere Gläubige hoffen auf einen Neuanfang.
Letzter Arbeitstag für Gießerei-Mitarbeiter in Oberhausen
Wirtschaft
In dieser Woche gingen die Mitarbeiter der Oberhausener Babcock-Gießerei zum letzten Mal zur Arbeit. Nur wenige von ihnen haben bisher einen neuen Job gefunden. Knapp drei Dutzend der Mitarbeiter haben noch Restarbeiten erledigt. Nun wurden die letzten Gießmodelle von den Auftraggebern abgeholt.