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Säkulare Politiker in Ägypten verärgert über Präsident Mursi

28.07.2012 | 20:00 Uhr

Die säkulare Nationale Front in Ägypten hat auf die Ernennung von Hescham Kandil zum Ministerpräsidenten mit heftiger Kritik reagiert und Präsident Mohammed Mursi Wortbruch vorgeworfen.

Kairo (dapd). Die säkulare Nationale Front in Ägypten hat auf die Ernennung von Hescham Kandil zum Ministerpräsidenten mit heftiger Kritik reagiert und Präsident Mohammed Mursi Wortbruch vorgeworfen. Der islamistische Staatschef habe die Bildung einer Regierung der nationalen Einheit zugesagt, nun aber ohne Rücksprache mit anderen politischen Gruppen einen weitgehend unbekannten Technokraten zum Ministerpräsidenten gemacht, sagten Mitglieder der Nationalen Front am Samstag auf einer Pressekonferenz.

Die Vertreter der Bewegung erinnerten Mursi daran, dass sie ihn bei der Stichwahl gegen Ahmed Schafik unterstützt hatten. Sein Vorgehen lasse Transparenz und Klarheit vermissen, erklärte die Nationale Front. Ihr gehören demokratische, säkulare und gemäßigt islamistische Gruppen an.

Bei einem Treffen mit der Front im Juni hatte Mursi erklärt, er werde einen unabhängigen, nationalistischen Politiker als Ministerpräsidenten ernennen. Diese Kriterien seien nicht erfüllt worden, "und das ist der erste Indikator für den Weg, den wir nehmen", sagte die Politikprofessorin Heba Rauf, eine gemäßigte Islamistin. Gespräche über die neue Regierung seien "hinter verschlossenen Türen" geführt worden.

Mursi ernannte Kadil erst einen Monat nach seinem Amtsantritt als erster gewählter ziviler Staatspräsident Ägyptens. Dies deutet nach Ansicht mancher Beobachter auf ein Zögern Mursis und seiner Muslimbruderschaft hin, auf starke Persönlichkeiten zuzugehen, über die Konsens herrsche. Kandil kündigte am Samstag die Vorstellung seines Kabinetts für kommenden Donnerstag an, wie die amtliche Nachrichtenagentur MENA berichtete.

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dapd

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