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Interview

Pinkwart: "Uns fehlen nur noch zwei Prozentpunkte"

23.04.2010 | 22:03 Uhr
Pinkwart: "Uns fehlen nur noch zwei Prozentpunkte"

Hagen. Zwei Wochen vor der Landtagswahl und kurz vor dem FDP-Parteitag in Köln warnt der Landesvorsitzende in NRW, Andreas Pinkwart, vor dem Einzug von Linksextremisten in die nächste Landesregierung. Von Umfragen, die zurzeit gegen Schwarz-Gelb sprechen, lässt er sich nicht irritieren.

„Es geht bei der Wahl darum, ob Nordrhein-Westfalen weiter aus der Mitte regiert wird”, sagte der stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende Andreas Pinkwart bei einem Besuch unserer Redaktion.

Westfalenpost: Zwei Wochen vor der NRW-Landtagswahl verfügt die schwarz-gelbe Koalition in Umfragen über keine Mehrheit. Werden Sie nervös?

Pinkwart: Überhaupt nicht. Die FDP zieht an, Schwarz-Gelb fehlen mit zusammen 46 Prozent gerade zwei Punkte. Die schaffen wir noch. Die Koalition hat sich bewährt.

Frage: Die FDP liegt bei acht Prozent. Halten Sie am Ziel 10 plus x fest?

Pinkwart: Natürlich. Es geht bei der NRW-Wahl darum, ob das Land weiter aus der Mitte regiert wird oder ob die Linksextremisten an die Macht kommen. Das werden wir noch deutlicher machen.

Frage: Das FDP-Image im Bund schwächelt. Fürchten Sie Einbußen durch Berlin?

Pinkwart: Die Berliner Koalition hat Tritt gefasst. Die Erfolge werden klarer: Die FDP hat mit der Union Familien mit Kindern entlastet, die SPD hat sie mit der Union durch die Mehrwertsteuererhöhung belastet.

Frage: Bei den Steuersenkungen hakt es aber. Was tun?

Pinkwart: Der Kompromiss mit der Union sieht vor, dass wir 2011 das Steuersystem vereinfachen und spätestens 2012 den zweiten Teil der Entlastung haben. Es gibt Spielraum für 16 Milliarden Euro. Schließlich nimmt der Staat 2013 rund 65 Milliarden Euro mehr Steuern ein als heute. Wir werden vor allem die kleinen und mittleren Einkommen zwischen 10 000 und 53 000 Euro im Jahr entlasten.

Frage: Wie wollen Sie das Steuersystem vereinfachen?

Pinkwart: Mit Einführung einer elektronischen Steuererklärung wird unser kompliziertes Regelwerk schon mal ein Stück einfacher. Das Finanzamt füllt die Steuererklärung vorher aus. Dann müssen bei Veränderungen nur noch Details korrigiert werden.

Frage: Der Vorwurf, Sie machten Politik für Besserverdiener, trifft nicht zu?

Pinkwart: Wir machen Politik für alle, die sich anstrengen. Für die, die persönlich aufsteigen möchten und damit auch am Aufstieg des Landes mitarbeiten. Deshalb entlasten wir vorrangig die kleinen und mittleren Einkommen und schaffen Handlungsspielraum für die, die den Karren ziehen.

Frage: Die CDU zweifelt an der Finanzierbarkeit der FDP-Steuerpläne. Was sagen Sie?

Pinkwart: Wir sind uns in der Steuerpolitik entgegen gekommen. Für den erzielten Kompromiss kämpfen wir, weil er notwendig, fair und machbar ist. Es wird einen Stufentarif mit Entlastungen für Millionen Steuerzahler geben.

Frage: An diesem Wochenende findet Ihr Bundesparteitag in Köln statt. Mit welchen Themen wollen Sie noch punkten?

Pinkwart: Alles steht unter dem Motto „Arbeit muss sich lohnen”. Die FDP ist die einzige Partei, die sich noch ums Erwirtschaften kümmert. SPD, CDU und Grüne sind doch im Grunde sozialdemokratisch. Wenn wir aus der Krise heraus wollen, müssen wir den Kuchen größer machen. Ohne Wachstum gibt es keine soziale Sicherheit und keine sicheren Renten. Ein Prozent Wachstum bedeuten 13 Milliarden Euro für den Staat.

Frage: Die Umfragewerte für FDP-Chef Guido Westerwelle sind im Keller. Eine schwere Hypothek für die NRW-FDP?

Pinkwart: Die FDP hat viel erreicht im Koalitionsvertrag mit der Union. Es ist aber zunächst nicht gelungen, die gemeinsame Philosophie der Berliner Koalition deutlich zu machen. Das gelingt jetzt besser. Guido Westerwelle wird das auf dem Parteitag und seinen vielen Wahlkampfauftritten in NRW transportieren.

Frage: Der politische Gegner wirft der FDP Klientelpolitik vor. War die Steuersenkung für Hoteliers richtig?

Pinkwart: Die FDP in NRW hat in den vergangenen fünf Jahre in der Regierung für alle Bürger gearbeitet, nicht nur für ihre Wähler. Trotzdem vertreten politische Parteien natürlich bestimmte Interessen, und das ist auch legitim. Wir polemisieren jedenfalls nicht gegen die Grünen, weil sie Spenden von der hoch subventionierten Solar- oder Windkraftindustrie erhalten.

Frage: Ihr NRW-Koalitionspartner CDU flirtet mit den Grünen. Stört Sie das?

Pinkwart: Nein, das bringt uns eher zusätzliche Stimmen. Am 9. Mai hat der Wähler zwei Stimmen. Die Zweitstimme bestimmt die Richtung. Wer die FDP wählt, wählt Schwarz-Gelb.

Frage: Wenn es nicht reicht, droht eine Große Koalition?

Pinkwart: Nein, dann gibt es Rot-Rot-Grün. Da darf sich niemand etwas vormachen. Die FDP kämpft darum, die Aufholjagd Nordrhein-Westfalens fortzusetzen.

Frage: Wie soll das aussehen?

Pinkwart: Wir wollen an das anknüpfen, was in den vergangenen fünf Jahren wichtig und erfolgreich war: Wir wollen die Kinderbetreuung weiter ausbauen, kleinere Schulklassen, noch mehr Studienanfänger und Absolventen. Weiter aufholen bei Forschung, Innovation und zukunftssicheren Arbeitsplätzen. Und die soziale Mobilität erhöhen: Nichts schafft so viele Aufstiegschancen wie gute Bildung.

Frage: Als Wissenschaftsminister setzen Sie auf den Bildungsbereich. Trotzdem protestieren Tausende gegen die NRW-Bildungspolitik. Trifft sie das?

Pinkwart: Es gibt immer noch viel zu verbessern, deshalb freue ich mich, wenn Schüler und Studenten mithelfen, unsere Schulen und Unis noch besser zu machen. Ich weise allerdings auch darauf hin, dass wir 8124 zusätzliche Lehrer eingestellt, Ganztagsangebote ausgebaut, Sprachförderung verbessert haben. Unsere Hochschulen haben in diesem Jahr 650 Millionen Euro mehr als 2005, wir hatten noch nie so viele Studienanfänger und Absolventen wie derzeit. Die Studiendauer sinkt. Das sind Dinge, die im Interesse der Schüler und Studenten sind.

Das Gespräch mit dem stellvertretenden NRW-Ministerpräsidenten und FDP-Landesvorsitzenden Andreas Pinkwart fasste Wilfried Goebels zusammen.

Wilfried Goebels

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Kommentare
24.04.2010
09:17
Pinkwart: Uns fehlen nur noch zwei Prozentpunkte
von Herold58 | #54

Angstschweiß, man kann ihn förmlich riechen ;-.

Aufgrund der Erfahrungen, die der Bürger/ Wähler bisher mit Schwarz/Gelb machen durften, wissen wir Normal/Geringverdiener was uns unterm Strich erwartet, wenn diese Koalition weiter regiert. Gesetze, Verordnungen etc. werden an die Bedürfnisse einzelner Großunternehmen angepasst. Die Möglichkeiten um den Bürger besser überwachen und kontrollieren zu können werden verfeinert. Die Entlastung für Familien mit Kindern, ich suche sie noch. Studieren kann ja jeder, wenn das „Kleingeld“ stimmt, Steuern sparen wenn das entsprechende Einkommen dafür da ist, usw. Irgendwie habe ich das Gefühl, H. Pinkwart will uns ganz schön auf den Arm nehmen. Zusammenfassend kann ich nur sagen, solange ich kein sogenannter Besserverdiener bin, ist die FDP auf keinen Fall wählbar.
Glückauf!

24.04.2010
08:43
Pinkwart: Uns fehlen nur noch zwei Prozentpunkte
von Non FDP | #53

zu # 48: da kannst du auch gleich FDP wählen. Der Schaden bleibt gleich.

24.04.2010
08:39
Pinkwart: Uns fehlen nur noch zwei Prozentpunkte
von Herold Schincke | #52

Kleine Denksportaufgabe:

Mein OPA hat immer gesagt JESUS CHRISTUS war der erste Kommunist !!!
Das Programm ist bekannt !!!

Die CDU CHRISTLICH demokratische Union baut auf der Lehre Christi auf !!!

Folgerichtig müsste die CDU mit den LINKEN eine Koalition eingehen, das heißt wenn mein Opa recht hat !!!
.

24.04.2010
08:33
Pinkwart: Uns fehlen nur noch zwei Prozentpunkte
von Filz muß weg | #51

Ich wage die Prognose: Kein 5 für die FDP. Und das ist gut so. Filz muß weg.

24.04.2010
08:31
Blockierter Kommentar.
von Herold Schincke | #50

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

24.04.2010
08:21
Pinkwart: Uns fehlen nur noch zwei Prozentpunkte
von Diana | #49

Schwarz/Gelb abwählen heißt Kopfprämie abwählen !

24.04.2010
08:02
Pinkwart: Uns fehlen nur noch zwei Prozentpunkte
von nie88 | #48

Ich bleibe bei die Linke^^!!

24.04.2010
07:56
Pinkwart: Uns fehlen nur noch zwei Prozentpunkte
von Glueck.Auf | #47

Wer diesmal FDP wählt,dem ist eh nicht mehr zu helfen.Was diese Klientelpartei der Besserverdienerim Bund als auch in NRW abgeliefert hat,ist schlicht ungenügend.Damit sollte eine Wiederholung einer Regierungsbeteiligung ausgeschlossen sein.Stillstand ist das einzige was diese Herren produzieren,außer für deren Interessen.

24.04.2010
07:52
Pinkwart: Uns fehlen nur noch zwei Prozentpunkte
von Tschüß Pinki | #46

Ich bin eigentlich politisch eher rechts konservativ mit sozialer Grundhaltung orientiert. Aber was freue ich mich, wenn die Lobbyistenfreunde Pinkwart und & Co und vor allem Wolf, dem unsere innere Sicherheit zur Freude der Weiße-Kragen-Täter scheißegal erscheint, in die Wüste geschickt würden. Dafür würde ich vielleicht sogar einen gewissen Einfluß der linksextremen Parteien tolerieren.

24.04.2010
07:49
Pinkwart: Uns fehlen nur noch zwei Prozentpunkte
von wattsolldattdenn | #45

@43 ..mspoetnik.....Sie sind nicht ganz im bilde.Ich weiß nicht wie alt Sie sind,aber gerade die FDP taktierte immer bei Wahlen.Schon vergessen,die ständigen Zweitstimmenkampagnen?Erststimme an Partei X,aber die Zweitstimme an FD-Übel.Es gibt in D keine Partei,die mehr taktiert als die FDP.Damit setzt diese zugleich auf die Unwissenheit und leider oft auch Dummheit so mancher Wähler.Ich Sachen Taktik könnten sich Bundesligavereine bei der FD-Übel einiges abschauen....,vor allem wie man ohne eigene Leistung an die Fleischtöpfe kommt,indem man lediglich die Schwäche des anderen schamlosausnutzt! Möllemann lässt grüßen....

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