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"Es wird schlicht und ergreifend wärmer"

18.06.2012 | 10:36 Uhr
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Als "einigermaßen normal" würde der Potsdamer Klimaforscher Friedrich-Wilhelm Gerstengarbe den Sommer 2012 einstufen. Für das Klima sei jedoch ein einzelnes Jahr nicht aussagekräftig. Klima sei immer komplex zu betrachten.

Potsdam (dapd). Als "einigermaßen normal" würde der Potsdamer Klimaforscher Friedrich-Wilhelm Gerstengarbe den Sommer 2012 einstufen. Für das Klima sei jedoch ein einzelnes Jahr nicht aussagekräftig. Klima sei immer komplex zu betrachten.

"Einen deutlichen Anstieg der Jahresmitteltemperatur gab es in Deutschland von 1951 bis heute. Das Mittel hat in diesem Zeitraum um ein bis zwei Grad zugenommen, was man als eine deutliche klimatische Veränderung bezeichnen kann", sagte Gerstengarbe, Professor am Potsdam-Institut für Klimaforschung, im Interview mit der Nachrichtenagentur dapd. Natürlich gebe es in Bezug auf die erhöhte Jahresmitteltemperatur regionale Unterschiede: In den Küstenregionen sei sie um ein Grad, im Ober-Rhein-Graben um zwei Grad gestiegen.

"Die klimatische Veränderung der letzten 60 Jahre schlägt sich in wärmeren Sommern und milderen Wintern nieder. Der Anstieg der Jahresmitteltemperatur ist auf die allgemeine globale Erwärmung zurückzuführen, die wir seit Beginn der Industrialisierung beobachten und messen", sagte Gerstengarbe. Das habe im Wesentlichen damit zu tun, dass das Treibhausgas CO2 in die Atmosphäre gepumpt würde - und das würde nicht weniger, sondern mehr.

"Wir liegen jetzt bei einem CO2-Wert von 400 Parts per Million (ppm), das heißt 400 Moleküle CO2 pro einer Million Moleküle Luft", sagte Gerstengarbe. Im Jahr 1900 betrug dieser Wert noch 280 ppm. Das heißt, der CO2-Ausstoß hat sich um ein gutes Drittel erhöht", sagte der Forscher. Gehe zu viel CO2 in die Atmosphäre, verstärke sich der Treibhauseffekt. "Ein Teil der infraroten Strahlung wird von der Erde nicht ins Weltall abgestrahlt, sondern durch die CO2-Moleküle aufgenommen und auf die Erde zurückgestrahlt. Dadurch wird es schlicht und ergreifend wärmer", erklärte der Forscher.

dapd

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