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B 236 gesperrt

Motorrad-Raser vorläufig ausgebremst

11.05.2009 | 18:39 Uhr

Hagen. Ausgebremst: Die B 236 von Schwerte nach Lethmathe über die Ortschaft Schälk ist an Wochenenden für Motorradfahrer gesperrt. Zu viele Raser, zu viele Unfälle. Verkehrsexperten fürchten, dass sich die Zweiradfahrer neue Rennstrecken suchen.

Nicht immer fahren Motorradfahrer im Sauerland so gemütlich wie hier zwischen Netphen und Frohnhausen. Foto: wp

Am Anfang war die Baustelle: 2005 bekam die B 236 eine neue glatte Fahrbahndecke. Von da an häuften sich schwerste Unfälle auf der bei Motorradfahrern beliebten Straße, die ins Sauerland führt. Denn die nun holperfreie, aber doch kurvenreiche Strecke verführte zum Rasen.

Vorsichtsmaßnahmen wurden nicht ernst genommen

Alles wurde versucht: Zunächst wies die Polzei mit Schildern auf die gefährlichen Kurven hin. Dann wurde die Geschwindkeit auf höchstens 70, teils auf 50 Stundenkilometer beschränkt. Die Polizei baute Lasergeräte und Radarfallen auf. Ohne dauerhaften Erfolg. Sie sprach mit den Motorradfahrern über die Gefahren. „Die haben uns nur belächelt”, erinnert sich Werner Feldhaus vom Polizeipräsidium Hagen. Die Unfallzahlen blieben hoch.

Schließlich sollten Rüttelstreifen auf der Fahrbahn die Biker ausbremsen. Doch daraufhin gab mancher umso mehr Gas: Herauszufinden, mit welcher Geschwindigkeit das Hindernis zu nehmen ist, war Feldhaus zufolge ein „zusätzlicher Spaßfaktor”.

Applauskurven

Er berichtet von Applauskurven, in denen die Biker einander Beifall klatschen, wenn einer zügig die Straße entlang gefahren kommt. „Wir sind es leid, die verunglückten auf der Straße zu sehen”, sollen sich Feldhaus zufolge die Anwohner beschwert haben. Leid waren sie auch den Lärm der hochtourig gefahrenen Maschinen.

Nun ist die Strecke sonntags für Motorradfahrer vorläufig gesperrt. „Solche Sperrungen gibt es immer wieder”, berichtet Maximilian Maurer vom ADAC. Verhindert worden ist dem Bundesverband der Motorradfahrer zufolge die Sperrung einer Strecke in Dortmund-Hohensyburg. Seit Jahren bereits ist in Hagen-Priorei die Osemundstraße gesperrt. Ebenso ist die L685 von Arnsberg über den Ochsenkopf nach Sundern an Wochenende nicht zu passieren.

Stattdessen werde nun allerdings die Hellefelder Höhe „verstärkt genutzt”, räumt Bergerbusch ein. Doch hätten sich dort weder die Unfallzahlen gravierend erhöht, noch beschwerten sich Anwohner massiv. „Sperrungen werden auf anderen Strecken kompensiert”, gibt Lars Rößger, Verkehrspsychologe an der Universität Dresden zu bedenken.

Ein gutes Gefühl?

„Ein Unfall passiert dem Einzelnen selten. Viel häufiger dagegen fühlt er sich offenbar gut, wenn er schnell fährt, die Kurve nehmen kann. Und das verstärkt dieses problematische Verhalten”, erklärt der Psychologe die Fahrweise. Er fordert zum einen, korrektes Verhalten öfter zu belohnen. Als Beispiel nennt er Messgeräte an Ortseingängen, die auf einem Display ein „Danke” einblenden, wenn sich ein Fahrer an die Geschwindigkeit gehalten hat. Zudem schlägt der Experte vor, für Motorradfahrer, die einen Helm tragen und vorn kein Nummernschild haben, das Risiko zu erhöhen, entdeckt zu werden. Und schließlich will der Psychologe auf Aufklärungskampagnen setzen.

Doch wie gesagt: Damit ist die Hagener Polizei bei den Bikern auf der B 236 vor die Wand gefahren.

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Von Nina Grunsky

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Kommentare
11.05.2009
22:45
Blockierter Kommentar.
von Hans | #1

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