Opel-Proteste in Bochum
Ministerpräsident Rüttgers: "Der Kampf geht weiter"
05.11.2009 | 18:15 Uhr 2009-11-05T18:15:00+0100
Bochum. Die Wut über den gescheiterten Verkauf von Opel an Magna und die russische Sberbank wächst. 3000 Beschäftigte haben gestern Nachmittag im Bochumer Werk gegen die Entscheidung des GM-Verwaltungsrates demonstriert.
Die Wut über den gescheiterten Verkauf von Opel an Magna und die russische Sberbank wächst. 3000 Beschäftigte haben gestern Nachmittag im Bochumer Werk gegen die Entscheidung des GM-Verwaltungsrates demonstriert.
Die Medien bleiben draußen. Die Werksleitung will es so. Aus 40 Meter Entfernung verfolgen Kameramänner, Fotografen und Reporter die Szenerie in der Halle. Vor dem geschlossenen Tor 4 steht auch Gisela Achenbach und fängt Fetzen der Reden auf. Die Situation bei Opel kommt ihr seltsam vertraut vor. „Was hier abläuft, erinnert mich an die Vorgänge bei uns.”
"Ungewissheit macht krank"
Mit uns meint sie Nokia. Achenbach war die Betriebsratsvorsitzende des Nokia-Werkes. Vor einem Jahr verlagerte es der finnische Konzern nach Rumänien. 2300 Frauen und Männer verloren ihren Arbeitsplatz. „Die soziale Verantwortung ist verloren gegangen. Die Ungewissheit macht krank. Die Menschen zählen nichts mehr, nur der Profit.”
Der Betriebsratsvorsitzende von Opel Bochum, Rainer Einenkel, sagt nichts anderes. „Da haben einige mit unserem Schicksal gezockt.” Den vielen Autoexperten, die das Aus für den Standort Bochum verkünden, widerspricht er energisch: „Wir leben immer noch, und das wird so bleiben. Ohne Opel hat GM keine Zukunft, und ohne Bochum hat Opel keine Zukunft.” Sätze, bei denen Beifall aufflammt, und Plakate vor dem Werkstor mit Botschaften wie „Zum Teufel mit General Motors”, „Immer auf die Kleinen” und „Arbeit statt Angst” in die Kameras gehalten werden.”
Pläne auf den Tisch
Ministerpräsident Jürgen Rüttgers macht in Bochum Zwischenstation, um im Anschluss in Berlin über die Lage zu beraten. Er rechnet mit GM ab. „Sie haben mit den Mitarbeitern Katz und Maus gespielt.” An Detroit stellt der Christdemokrat die Forderung, in Kürze die Pläne für Bochum vorzulegen. „Die Unsicherheit muss weg.” Und fügt hinzu: „Wir werden kein Geld zur Verfügung stellen, wenn Bochum nicht erhalten bleibt.” Die Angst um ihren Arbeitsplatz kann Rüttgers nicht nehmen, er verspricht Rückendeckung und Solidarität in den nächsten Wochen: „Der Kampf geht weiter.”
Oliver Burkhard, Chef der IG Metall in NRW, erinnert an die Zusagen der Belegschaft, die Tariferhöhung vom Februar zu verschieben. „Wir sind nicht bereit, weiter in Vorleistung zu treten. Wir wollen das Geld, das uns seit Monaten zusteht.” Für den Gipfel der Unverschämtheit hält er, die Drohung von GM an die Arbeitnehmer, Opel in die Insolvenz zu schicken, wenn sie sich nicht kooperativ verhielten: „Die Verantwortlichen bei GM sollten sich schämen für das, was sie der Belegschaft zumuten.”
Peter Leiß aus Witten nickt zustimmend. 30 Jahre hat der 66-Jährige im Werk als Maschinenschlosser gearbeitet. „GM hat immer Geld herausgezogen. Die mögliche Insolvenz wird als Druckmittel benutzt. Wenn sie wirklich eintreten sollte, kauft niemand mehr Opel.” Neben ihm steht Otto Liebert, 74 Jahre alt. 29 Jahre Endmontage. Er will nicht glauben, was mit Opel passiert. Seine Stimme stockt und Tränen schießen aus seinen Augen: „Diese Schweine.”

11:12
Egal ob Rütgers , Koch oder Brüderle. Sie alle nutzen
die Not der Arbeitnehmer sehr gerne für die
Bestätigung ihres eigenen Egos. Viel Geschrei vor den Mikrofonen und am Ende regiert das Geld.
18:41
rüttgers abwählen hat schon genug gelogen
11:55
Langsam aber sicher kommt die Bevölkerung dahinter,
dass jeder DEUTSCHE
in „HARTZ IV“ landen kann
und was dann?
Herold Schincke