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Mehr Chancen als Risiken

04.01.2013 | 19:54 Uhr

Das Nürnberger Modehaus Wöhrl steht nicht im Ruf, ein eiskalter Sanierer zu sein. Das ist eine gute Nachricht für Sinn-Leffers. Denn die Franken werden nach der Übernahme des Hagener Textil-Filialisten nicht mit dem eisernen Besen durch das Unternehmen kehren. Eine solche Strategie passt nicht zum Image der bodenständigen, familiär geprägten und traditionsbewussten Kaufleute aus Süddeutschland.

Für Wöhrl liegen die Übernahme-Vorteile auf der Hand. Als Modehändler mit demnächst insgesamt 60 Filialen, mehr als 4000 Mitarbeitern und einem Umsatz von mehr als 600 Millionen Euro kann das Unternehmen bei den Lieferanten mit einer ganz neuen Marktmacht auftreten. Sprich: die Einkaufspreise senken. Da es regional kaum Überschneidungen zwischen den beiden Firmen gibt, wird Wöhrl darüber hinaus das Filialnetz weitgehend unangetastet lassen. Allerdings, und auch das ist kaufmännisch nachvollziehbar, können die Nürnberger nicht lange damit warten, die berühmt-berüchtigten Synergieeffekte gewinnbringend einzusetzen. Kurzfristig gibt es für die Sinn-Leffers-Zentrale in Hagen zwar noch keine Pläne - sagt Wöhrl -, auf Dauer aber stehen Doppelstrukturen in der Verwaltung sicher auf dem Prüfstand.

Denn das Marktumfeld ist schwierig. Billiganbieter treiben die Preise in den Keller, vor allem jüngere Menschen kaufen Mode nicht mehr im Laden, sondern im Internet. Beim Online-Geschäft hat Wöhrl noch erheblichen Nachholbedarf. Und das ist freundlich ausgedrückt: Im Grunde hat das Unternehmen die Entwicklung dieses Geschäftsfeldes verschlafen. Wenn Sinn-Leffers in diesem Segment seine Chance als Innovations-Treiber nutzt, dann könnte die Übernahme tatsächlich für beide Seiten ein gutes Geschäft sein.

Martin Korte


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