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Kampfdrohnen für die Bundeswehr

Kein Wendepunkt

25.01.2013 | 18:11 Uhr
Kein Wendepunkt
Eine Kampfdrohne ist eine Angriffswaffe. Wie diese Systeme zu der Doktrin des Verteidigungsauftrags passen, muss die Bundesregierung noch schlüssig erklären. Foto: Lt Col Leslie Pratt/DOD/U.S. Air Force/dapd

Dass die Bundeswehr gerne Kampfdrohnen hätte, ist nur verständlich: Die fliegenden und tötenden Roboter erweitern die Einsatzmöglichkeiten und können das Leben deutscher Soldaten schützen. Genau so verständlich ist allerdings die Reaktion der Kritiker: Sie befürchten, dass die Schwelle zum Töten sinkt.

Allerdings bildet das ferngesteuerte, bewaffnete Flugobjekt keinen Wendepunkt in der Militärstrategie: Die Kriege, die Nato-Staaten führen, verlaufen schon länger asymmetrisch. Es stehen sich keine ähnlich ausgestatteten Heere gegenüber, sondern zu allem entschlossene Guerilla-Kämpfer auf der einen Seite, denen die andere Seite mit Luftschlägen aus großer Höhe den Garaus zu machen versucht. Das testet moderne Technik und spart eigene Menschenleben, was wegen der Reaktionen in der Heimat von Bedeutung ist. Dafür kommen viele fremde Zivilisten um. Das nimmt man in Kauf.

Die Kampfdrohnen sind nur eine Fortschreibung dieser Taktik - zumindest in der Form, wie sie die Bundeswehr hoffentlich verwenden möchte. Dass Angela Merkel Todesurteile fällt, die dann von Robotern vollstreckt werden, so wie es die USA praktizieren, mag man sich nicht vorstellen. Ein Drohnen-Krieg ist kein fairer Krieg? Den gibt es nicht und hat es nie gegeben.

Harald Ries


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