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Die neue Ernsthaftigkeit ist ein guter Start

30.12.2012 | 18:53 Uhr
Die neue Ernsthaftigkeit ist ein guter Start
Ganz Europa musste sich in 2012 fragen: Was benötigen wir an gemeinsamen Vereinbarungen und Disziplin, um unsere europäischen Ziele zu erreichen?
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Weniger EU-Kommissare, niedrigere Gehälter für EU-Beamte, mehr Effizienz: Die Europäische Union soll nach dem Willen der CSU abspecken und bürgernäher werden.
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Hagen.  Nachdem Europa 2012 ein echtes Krisenjahr durchleben musste, haben sich die Wolken zwar noch nicht verzogen - doch die Zeichen der Besserung sind unübersehbar: Hier blickt WP-Chefredakteur Stefan Hans Kläsener zuversichtlich ins Jahr 2013.

Stfan Hans Kläsener, Chefredakteur der WP.

Die Wolken haben sich noch nicht verzogen und sind, so schwarz und dräuend am Himmel, für nachtröpfelnde Regenschauer gut. Aber das Gewitter hat sich gelegt, die Luft ist klarer geworden. Aus deutscher Sicht ist sie sogar sehr viel klarer geworden.

Es gab hässliche Szenen in den notleidenden Ländern Europas. Die deutsche Dominanz in der Fiskalpolitik wurde bei Demonstrationen schnell mit den deutschen Grausamkeiten im Zweiten Weltkrieg verglichen, von denen Griechen, Italiener und Spanier ja auch in der Tat Entsetzliches berichten können. Aber es gab auch eine Einsicht in das ökonomisch Vernünftige. Es gab eine dramatische Niederlage für die naseweisen Experten, die eben nichts besser wussten und das meiste falsch vorhersagten. Banken und Rating-Agenturen haben erheblich an Macht verloren. Und ganz Europa musste sich mit einem lange nicht gekannten Ernst in die Augen schauen und sich fragen: Was wollen wir eigentlich miteinander? Und was nicht? Und was benötigen wir an gemeinsamen Vereinbarungen und Disziplin, um unsere europäischen Ziele zu erreichen?

Die Deutschen haben erstmals in der Nachkriegszeit ein politisches Gewicht in Europa, das der Größe und Bedeutung des Landes angemessen ist. Dennoch nutzt von den seriösen Politikern das nur selten jemand für großmäulige Belehrungen. Alle wissen: Wir brauchen unsere Nachbarn. Das Thema Europa wird nun erwachsener und ernster diskutiert. Ein guter Start für 2013.

Stefan Hans Kläsener

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