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Die gefühlte Unsicherheit

04.01.2013 | 20:00 Uhr

Das Beseitigen eines unguten Gefühls ist ein schwieriges Unterfangen. Es gibt keine andere Zufallsbeziehung, die so sehr auf Vertrauen angewiesen ist: Die Hilfe eines Arztes beginnt nun mal mit der Kommunikation. Erst recht in einer Notsituation. Der Patient, der sich dem Mediziner nicht richtig mitteilen kann, weil sich eine Sprachbarriere auftut, fühlt sich eher hilflos als gut aufgehoben. Abhilfe ist also nötig.

Ärzten mit Migrationshintergrund ein gewisses Sprachniveau abzuverlangen, das ist ein wichtiger Schritt. Wenn denn solche Tests den Alltagsstress und seine Unwägbarkeiten berücksichtigen könnten. In der Praxis jedoch wird die Personalnot immer ein stärkeres Argument sein als der noch fehlende virtuose Umgang des Mediziners mit Dativ und Akkusativ.

Die gefühlte Unsicherheit erkrankter Menschen wird geringer, wenn das Gespräch mit dem Arzt nicht mit Händen und Füßen geführt werden muss. Erst dann eröffnet sich für den Mediziner die Möglichkeit, auf den zumeist fremden Menschen eingehen und Vertrauen gewinnen zu können. Diese Kunst können Lehrgänge leider nur unzureichend vermitteln. Die unfreiwillige Sprachlosigkeit erweitert also das Problem medizinischer Grundversorgung. Reden hilft – hoffentlich.

André Schweins


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