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Das Hauptrisiko im Verkehr bleibt der Mensch

22.02.2013 | 19:36 Uhr
Das Hauptrisiko im Verkehr bleibt der Mensch
Die Zahl der Verkehrstoten ist im vergangenen Jahr gesunken.Foto: dapd

Die jüngste Unfallstatistik in NRW ist kein Grund zum Aufatmen: Zwar starben im letzten Jahr deutlich weniger Menschen auf den Straßen, aber auch 524 Verkehrstote bleiben eine Bilanz des Schreckens. Die technische Entwicklung mit Airbag und ABS rettet Leben – das größte Risiko im Verkehr aber ist der Mensch. Häufig entscheidet die Geschwindigkeit über Leben und Tod. Ohne einen Bewusstseinswandel der Raser gibt es keine Verkehrssicherheit. Auf dem Land lebt es sich gefährlich: 60 Prozent der tödlichen Unfälle ereignen sich auf Landstraßen, weil Fahrer beim Überholen in den Gegenverkehr oder vor Bäume prallen.

Nordrhein-Westfalen profitiert von seinem dichten Autobahnnetz in den Großstädten – hohe Verkehrsbelastung, Staus und getrennte Fahrspuren tragen zu mehr Sicherheit bei als Alleestraßen ohne Leitplanken. Forderungen nach einem generellen Tempo 30 in den Städten sind nicht die Lösung. Ziel muss die angepasste Geschwindigkeit sein: Wer auf einer breiten, vierspurigen Straße Tempo-30-Schilder errichtet, wird auf Unverständnis der Autofahrer stoßen. Auf manchen Straßen ist Tempo 70 ungefährlich, auf anderen kann Tempo 20 schon zu schnell sein.

Mit mehr Kreisverkehren und Ampelanlagen lassen sich Unfallrisiken oft beseitigen. NRW hat 2012 die niedrigste Zahl der Verkehrsopfer seit Einführung der Unfallstatistik im Jahr 1953 ­registriert. Autos und Straßen sind sicherer geworden, aber der Einsatz technischer Fahrassistenten und eine bessere Aufklärung der Autofahrer kann Leid vermeiden helfen. Jeder Verkehrstote ist einer zu viel.

Wilfried Goebels

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2013-02-22 19:36
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