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Gottschalk macht „Wetten, dass..?“ Konkurrenz

27.06.2012 | 05:00 Uhr
Gottschalk macht „Wetten, dass..?“ Konkurrenz
Thomas Gottschalk (r.) und Markus Lanz. Sie werden mit „Wetten,dass“ und Supertalent künftig um die Samstagabend-Zuschauer konkurrieren. Foto: Jörg Koch/dapd

Essen.   Thomas Gottschalk geht im September bei RTL auf Supertalent-Suche. Mit der Sendung, die ihn früher selbst geärgert hat, wird er nun seinem „Wetten, dass..?“-Nachfolger Markus Lanz das Quoten-Leben schwer machen.

Thomas Gottschalk hatte keine Chance. Das Zweite wollte den ehemaligen „Wetten, dass..?“-Star nicht mehr zurück, und das Erste reagiert nach dem Vorabend-Fiasko bestenfalls verhalten. Mit Blick auf Millionen-Publikum und fettes Honorar blieb Gottschalk nur noch RTL. Sein neuer Job in der Jury von „Das Supertalent“ hat für ihn einen interessanten Nebenaspekt: Er kann das ZDF ärgern.

„Das Supertalent“ geht nach Angaben von RTL-Sprecherin Anke Eickmeyer Ende September an den Start. Details mag sie noch nicht verraten. Die mehrtägige Diskussion um die Casting-Show hat das Format im Gespräch gehalten, und so soll es nach dem Willen des größten deutschen Privatsenders auch bleiben.

Der Auftakt der sechsten Staffel der televisionären Talentsuche bedeutet: „Das Supertalent“ könnte Markus Lanz seine Premiere bei „Wetten, dass..?“ verderben. Der 43-jährige Moderator tritt die Gottschalk-Nachfolge am 6. Oktober an – in direkter Konkurrenz zu seinem Vorgänger.

ZDF gibt sich gelassen

ZDF-Sprecher Jörg Berendsmeier gibt sich demonstrativ cool: Der WAZ-Mediengruppe sagte er: „Starke Konkurrenz auf dem Sendeplatz gab es schon immer. Wir sehen das gelassen.“ Wer mit anderen Beteiligten der Neuauflage des Show-Klassikers spricht, spürt indes schon jetzt das sprichwörtliche Lampenfieber.

Gottschalk will RTL-Chefin Anke Schäferkordt angeblich gebeten haben, zum Auftakt eben nicht in direkte Konkurrenz zu „Wetten, dass..?“ zu treten. Der lange Blonde weiß nur zu gut, wie es sich anfühlt, gegen Konkurrenz von RTL ansenden zu müssen. Zunächst machte ihm „Deutschland sucht den Superstar“ das Leben schwer, später kam „Das Supertalent“ dazu. Das Dauerfeuer von RTL trug erheblich dazu bei, seinen Nimbus, er könne über Wasser gehen, auf ein irdisches Maß zurückzuschrauben. RTL-Sprecherin Eickmeyer mochte die Gottschalk-Gerüchte nicht bestätigen.

Gottschalks Vorabend-Pleite

Vielleicht stimmen sie auch gar nicht. Denn der Haribo-Mann verließ den Mainzer Lerchenberg durchaus im Groll. Als sein Ende bei „Wetten, dass..?“ feststand, wollte er dem ZDF einen Vorabend-Talk schmackhaft machen. Die Chefetage des Senders lehnte ab. Sie wollte sich nicht die überdurchschnittlichen Quoten der vorabendlichen Soko-Schiene kaputtmachen lassen.

So signalisierte Gottschalk dem Ersten seine Wechselwilligkeit. ARD-Intendantin Monika Piel , aber auch Gottschalks früherer Förderer Udo Reiter griffen gerne zu. Gottschalk verkaufte den ARD-Granden sein Konzept als Experiment, und seine unausgesprochene Botschaft lautete: Mit mir als mehrfachem Quoten-Millionär kann das Plauder-Halbstündchen am frühen Abend nur gewinnen.

Es sollte früher anders kommen, als es den Beteiligten lieb war. Der Rest ist Geschichte.

Jürgen Overkott

Kommentare
27.06.2012
11:44
Gottschalk macht „Wetten, dass..?“ Konkurrenz
von tom009 | #4

oh wer noch nicht gemerkt hat das die waz auf rtl niveau angekommen ist hat aber völlig verpennt.

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2012-06-27 05:00
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