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Das A-Team wird 30

23.01.2013 | 10:00 Uhr
Das A-Team wird 30
Foto: WNM/Universal

Universal City.   Die Explosive Action-Serie feiert heute ihren Geburtstag. Etwa 1,3 Mio. Zuschauer schalten heute noch ein, wenn der Sender RTL2 am Sonntagmittag drei Folgen hintereinander zeigt.

Heute vor genau 30 Jahren flimmerte das A-Team erstmals über die Bildschirme. Die Serie schlug damals ein wie eine Super-Nova und wurde ein weltweiter Hit. 42 Millionen Amerikaner saßen jede Woche vor dem Fernseher, um die Ereignisse der zu Unrecht verurteilten Vietnam-Veteranen zu verfolgen. Auf der Flucht vor der Militärpolizei erlebt das A-Team halsbrecherische Abenteuer und hilft dabei anderen Menschen in Not.

Doch von Anfang an war das A-Team umstritten. Der eigene Sender NBC verachtete die Serie, da sie nicht dem eigenen Anspruch von Qualitätsfernsehen entsprach. Dennoch machte der der große Erfolg das A-Team zum Aushängeschild.

Kritisiert wurde die Serie für die vermeintlich verharmlosende Darstellung von Gewalt. Trotz der vielen Stunts und Schusswechsel wird fast nie jemand verletzt. In der Serie wird geraucht, Frauen sind bloß schmückendes Beiwerk und eine amerikanische Studie zählte 34 Gewalttaten pro Stunde. Eltern und Lehrer protestierten, ein Moderator des US-Kinderfernsehens warf der Serie vor, den Drogenkonsum zu fördern. Angesichts der Zuschauerzahlen blieben die Macher jedoch gelassen und lancierten eine Welle von Merchandising-Produkten.

Das A-Team besteht aus vier Hauptpersonen: John „Hannibal“ Smith, ein Zigarre rauchender Colonel, ist der Anführer und Planer des Teams. B.A. Baracus ist der muskelbepackte Irokese mit Angst vorm Fliegen. Faceman ist der smarte Betrüger und Murdock der geistesgestörte Pilot. Zusammen schlagen sie sich als Söldner und moderne Robin Hoods durch.

Für die Darsteller war die Serie ein Glücksfall. George Peppard (Hannibal) war schon seit den 60er Jahren durch „Frühstück bei Tiffany“ ein Filmstar, aber zu Beginn der 80er Jahre eher unterbeschäftigt. Vor dem A-Team stand er für den Pilotfilm des „Denver Clan“ vor der Kamera, doch die Produzenten entließen ihn im Streit nach 16 Drehtagen. „Hannibal“ sei für ihn die Rolle seines Lebens gewesen, sagte Peppard in Interviews. Dwight Schultz („Murdock“) und Dirk Benedict („Face“) waren durch Theater- und TV-Rollen bekannt. Mr. T hatte kurz zuvor in „Rocky 3“ den Gegner von Sylvester Stallone gespielt und wurde in seiner Rolle als goldbehangener B.A. zum Superstar mit den meisten Fans.

In Deutschland ging das A-Team erst auf Sendung, als die Serie in den USA schon wieder eingestellt war. Ab 1987 strahlte die ARD 26 Folgen aus, die weniger gewalttätig waren. Ab 1990 lief das A-Team dann lange bei RTL. Auf 97 Episoden brachte es die Serie insgesamt. Wrestler Hulk Hogan und Sänger Boy George waren in Gastauftritten zu sehen. Letzterer bezahlte angeblich 42.000 Britische Pfund, um überhaupt mitspielen zu dürfen.

Was wurde aus den Stars?

George Peppard starb bereits 1994 an den Folgen seines Nikotinkonsums. Wie in seiner Rolle als Hannibal, rauchte er auch privat sehr viel. Dwight Schultz spielte in der Star Trek-Serie mit und arbeitet heute weiterhin als Schauspieler und Synchronsprecher. Dirk Benedict dreht gelegentlich Filme, war u. a. in der deutschen Produktion „Goldene Zeiten“ zu sehen. Mr. T trägt bis heute seinen Irokesenschnitt, tritt als Werbefigur auf und gilt als guter Geschäftsmann.

2010 kam das A-Team mit neuer Besetzung in die Kinos. Die Geschichte wurde in die Gegenwart verlegt. Aus dem Vietnam- wurde der Golfkrieg. Liam Neeson („Schindlers Liste“) übernahm die Rolle als Hannibal, aus Bradley Cooper („Hangover“) wurde Face. So richtig zündete der Film nicht, zu weit hatte sich die Geschichte von der Idee des Originals entfernt.

Obwohl längst alle Folgen auf DVD erhältlich sind, läuft das A-Team noch regelmäßig bei RTL2. Der Sender ist hochzufrieden über die stabilen Quoten am Sonntagmittag. Treue Fans schätzen die Kombination aus Action und Humor. Etwa 1,3 Mio. Zuschauer schalten ein, wenn der Sender drei Folgen hintereinander zeigt. Im Vorspann der Serie heißt es viel versprechend: „Wenn Sie mal ein Problem haben und nicht mehr weiterwissen, dann suchen Sie doch das A-Team!“

Tobias Schmahl



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