Soziales
Kosten für Jugendhilfe explodieren
15.03.2010 | 09:47 Uhr 2010-03-15T09:47:00+0100
Arnsberg. Zwei Millionen Euro mehr: Die Jugendhilfekosten in Arnsberg sind im vergangenen Jahr in die Höhe geschnellt. Damit steht die Stadt in Deutschland keineswegs allein da. Um 16 Prozent sind im Jahr 2008 in Westdeutschland die Ausgaben für ambulante Jugendhilfen gestiegen.
Die Kosten für die Jugendhilfe steigen allerorten in Deutschland. Gab man in Arnsberg im Jahr 2008 noch 5,5 Millionen Euro für die Jugendhilfe aus, waren es 2009 bereits 7,2 Millionen Euro. Die Stadt musste in einem Nachtragshaushalt nachschießen.
„Nahezu verdoppelt” haben sich in den vergangenen drei Jahren auch in Menden die Kosten für die ambulanten Hilfen in Familien, erklärt Fachbereichsleiter Manfred Schulte.
Bundesweiter Trend
Ein Trend, der bereits seit Jahren bundesweit anhält. Um 16 Prozent sind im Jahr 2008 in Westdeutschland die Ausgaben für ambulante Jugendhilfen gestiegen. Das belegt eine Studie der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik an der Universität Dortmund. Die Ausgaben für Heimerziehung und Vollzeitpflege sind im gleichen Jahr in Westdeutschland um 6,4 Prozent gewachsen, preisbereinigt um 3,8 Prozent.
„Für Schutzmaßnahmen wurden 2008 bundesweit 118 Millionen Euro aufgewendet. Dies sind die höchsten jemals gemessenen Ausgaben in diesem Bereich”, heißt es in einem Bericht der Dortmunder Forschungsstelle. Der Zuwachs zum Vorjahr beträgt 23 Prozent.
Misshandelte Kinder
Dennis, Jessica, Kevin - die Namen von Kindern, die von ihren Eltern vernachlässigt und misshandelt wurden, sind in den vergangen Jahren durch die Medien gegangen. „Dadurch sind die Menschen sensibler geworden”, erklärt Manfred Schulte die steigenden Fallzahlen und Kosten. Viel früher suchen die Mitarbeiter der Jugendämter nun die Familien auf - und nehmen Kinder auch schneller aus den Familien, erklärt ein Sprecher des Landesjugendamtes beim LWL.
In gewisser Weise also scheint der Anstieg der Ausgaben durchaus erfreulich: Statt am falschen Fleck zu sparen, helfen die Jugendämter den Kindern und Familien. Und verhindern so womöglich Folgekosten, indem sie verhindern, dass die Kinder von heute morgen im Leben scheitern.
Mehr Angebot, mehr Nachfrage
„Es wird genauer hingeschaut. Man sieht die Probleme”, bestätigt auch Michael John vom Bamberger Basis-Institut, das Kommunen bei der Jugendhilfe berät. Doch damit allein sind die Kostensteigerungen seiner Meinung nach nicht zu erklären.
Die Gründe seien vielfältig. Zum einen gebe es immer mehr Beratungsstellen und Maßnahmen, um die Kinder zu unterstützen. Und dieses große Angebot schafft auch die Nachfrage, lässt Michael John durchblicken. Mit der Folge, dass die Kosten allerorts steigen. Daher werde in manchen Kommunen diese Spezialisierung derzeit wieder zurückgefahren, so John.
Schwieriges Umfeld
Zum anderen aber sieht er die Ursachen in der Gesellschaft: „Kinder, die heute aufwachsen, finden immer weniger andere Kinder in ihrem Umfeld. Großeltern, Onkel und Tanten wohnen weit weg.” Oftmals haben sich auch die Eltern getrennt. „Früher dagegen hat die ganze Umgebung zur Erziehung und Bildung eines Kindes beigetragen”, erklärt John.
Kurzfristig jedenfalls, ist der Experte sicher, lassen sich die Kosten nicht dämpfen. Viel verspricht sich John dagegen vom Bremer Projekt „Opstapje”: Ehrenamtliche Helfer suchen bildungsbenachteiligte Familien mit Kleinkindern im Alter von 18 Monaten bis drei Jahren zu Hause auf, und erklären den Eltern, wie sie mit ihren Kindern spielen und sie dabei erziehen können - statt die Kleinen einfach vor den Fernseher zu setzen.

22:03
Wer den Schaden hat braucht für den Spott nicht zu sorgen. Armes Deutschland, schlaf gut!
22:01
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13:01
Kein WUNDER falsche Familien und Sozial- und Arbeitsmarktpolitik.
Darüber schreibt kaum einer.
NUR WESTERWELLE IST IN DEN MEDIEN und sagt eigentlich GAR NICHTS
Aber alle diskutieren dem NICHTS hinterher.
Wo ist unsere Politik gealndet ??????
.
12:12
Das sehe ich genauso. Unsere Kinder sollten uns absolut wichtig sein und Vorrang haben.
11:45
Viel Geld hierfür zu verwenden ist sinnvoller, als es für das alberne Terrorismusgedöns auszugeben. Wer hier spart, muß später mehr Knäste bauen.
00:40
Am 14.03.2010 erklärte Ludwig Ring-Eifel, Chefredakteur der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) das auch die Jugendämter nicht verpflichtet sind sexuellen Missbrauch in der Familie der Staatsanwaltschaft mitzuteilen.