Kinofilm
Jacksons Moonwalk für drei Fans
28.10.2009 | 19:04 Uhr 2009-10-28T19:04:00+0100
Hagen. Weltweit soll es einen Ansturm auf die letzten Bilder des King of Pop geben. Für den Kinofilm This Is It meldet der Filmverleiher bessere Vorverkaufszahlen als bei Harry Potter oder Der Herr der Ringe. In Hagen gibt man sich derweil gelassen. Zur Premiere kam nur ein treuer Fan.
Michael Vorberg muss nicht lange anstehen, um eine Kinokarte für This Is It zu ergattern. Die erste Vorstellung von insgesamt sechs an diesem Mittwochnachmittag möchte nur er sehen. „Ich bin mit der Musik von Michael Jackson aufgewachsen”, erklärt der 38-jährige Hagener. Zwei Mal hat er den King of Pop live gesehen. „In Gelsenkirchen war das”, erinnert sich Vorberg. Die Nachricht über Jacksons Tod hat ihn geschockt. „Ich hatte mich auf die Konzerte in London gefreut”, bekennt der Jacko-Fan. Nun möchte er einen letzten Blick auf sein Idol werfen. Vom Film erwartet er, dass es darin Szenen gibt, „die mich umhauen”, wie er sagt.
Film lässt Fragen offen
Die Lichter im Kinosaal gehen aus, der Film läuft an. Hastig spurten noch zwei Teenager in den Saal. Auch sie sind neugierig darauf, was Michael Jackson bei seinen angekündigten 50 Konzerten auf der Bühne zeigen wollte. Der Streifen lässt zwar erkennen, welches Ausmaß eine neue Michael-Jackson-Show angenommen hätte, welchen Gesundheitszustand der King of Pop kurz vor seinem Ableben hatte, dokumentiert er nicht.This Is It lässt sich keinem Genre zuordnen. Der Film kommt wie eine Mischung aus einem Making Of und einer Konzert-DVD daher. Ursprünglich war das Filmmaterial nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Das ist den Bildern anzumerken.
Die Aufnahmen zeigen einzelne Segmente des Showprogramms aus ungewohnter Perspektive. Links und rechts von der Bühne waren die Kameras positioniert. An vielen Stellen ist Jackson nur im Profil abgebildet. Einzelne Film-Fragmente, die offensichtlich an verschiedenen Tagen aufgenommen worden sind, setzte Regisseur Kenny Ortega zu einem Stück zusammen. Das Bildmaterial unterlegte er mit Ton-Aufnahmen aus den Proben. Das führt dazu, dass Jackson zu perfektem Sound auf der Bühne mehrmals plötzlich gänzlich andere Kleidung trägt.
Michael Jackson in Topform
Deutscher Kinostart: 28. Oktober 2009
Regie: Kenny Ortega
Ein Konzertfilm mit Michael Jackson und anderen.
Ortega präsentiert in seinem Film einen Michael Jackson, der in körperlicher Topverfassung zu sein scheint. Seine Bewegungsabläufe wirken flüssig, die komplizierten Choreografien meistert der 50-jährige King of Pop anscheinend mit jugendlicher Leichtigkeit. Auf der Bühne, da ist er zuhause, da kann er in die Rolle des harten Gangsters schlüpfen (Smooth Criminal) oder versuchen die Welt zu retten (Heal The World). All die Tanzschritte, seine Songs, die schüttelt Michael Jackson mal eben so aus dem Ärmel. Die einnehmende Bühnenpräsenz des Verstorbenen breitet sich so trotz des rudimentären Filmmaterials aus. Als Zuschauer bekommte man eine Ahnung davon, wie eine komplette Michael-Jackson-Show gewirkt hätte.
Zwischendurch in den Pausen, da schimmert das merkwürdige Wesen des Popstars durch. Er spricht mit seichter Stimme am liebsten von Liebe und meint alles nur gut. Da bleibt This Is It an der Oberfläche. Insgesamt verrät der Film nur wenig über den Menschen Michael Jackson. Michael Vorberg ist nach dem Film trotzdem zufrieden: „Genauso gut, wie ich es erwartet hatte.” Wer weiß, ob der King of Pop jemals solch eine Show durchgestanden hätte. Hätte Jackson es geschafft, dann hätte er wohl auf ewige Zeiten seinen Status als King of Pop zementiert.

21:48
Sehr repräsentativ dieser Artikel! Sauber recherchiert! Was in Hagen gilt scheint diesem Artikel nach überall zu gelten! komisch nur dass der Film bereits 20 Mio. Dollar eingespielt hat! Wirklich super! Und für so einen Müll von Artikel gibt man Geld für das Zeitungsabo aus! Nur eine Zeit der Frage wie lange noch...