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Theater-Schließungen

Intendanten fordern Schulden-Erlass für Kommunen

23.11.2009 | 09:22 Uhr
Intendanten fordern Schulden-Erlass für Kommunen

Wuppertal. Holk Freytag fordert als Vorsitzender der deutschen Intendanten eine Entschuldung der Kommunen nach dem Vorbild der Banken.

Die Intendantengruppe im Deutschen Bühnenverein fordert angesichts der anhaltenden Sparattacken auf die Theater in NRW eine Entschuldung der Kommunen, wie sie den Banken scheinbar problemlos gewährt worden sei. Das schrieb der frühere Wuppertaler und Dresdener Intendant Holk Freytag jetzt in einem offenen Brief an den Wuppertaler Oberbürgermeister Peter Jung. Anlass sind die Pläne der Stadt Wuppertal, das Wuppertaler Schauspielhaus als eigenständige Spielstätte aufzugeben, wodurch die Sparte Sprechtheater in ihrer Existenz gefährdet ist.

„Dramatische Zustände in den Kommunen”

„Die Nachricht von der beabsichtigten Schließung des Schauspielhauses und die weitere Absenkung des Betriebskostenzuschusses für die Wuppertaler Bühnen hat nicht nur die Theaterleute der Bundesrepublik schockiert. Dabei möchte ich ausdrücklich betonen, dass wohl niemand die dramatische wirtschaftliche Situation der Stadt Wuppertal - wie der Mehrheit der anderen Städte Nordrhein-Westfalens - unterschätzt”, so Freytag, der derzeit Intendant der Bad Hersfelder Festspiele ist. „Das von Ihnen vorgelegte Konsolidierungsprogramm aber legt einen Zustand offen, der das Gemeinwesen der Republik gefährdet: Die Finanz- und Steuerpolitik insbesondere des Bundes nimmt billigend in Kauf, dass unserer Städte verwahrlosen. Dabei wird übersehen, dass die Kommunen in erster Linie der Garant einer lebendigen Demokratie sind.”

Freytag weiter: „Daher ist es dringend geboten, den Kommunen zukommen zu lassen, was den Banken scheinbar problemlos gewährt wurde: Die Entschuldung. Nur so wird es möglich sein, unter anderem die kulturelle Infrastruktur, auf die Deutschland mit Recht so stolz ist, zu retten.” Der Vorsitzende kritisiert, dass der dramatische Zustand der Städte weder in der öffentlichen Diskussion noch in der Bundespolitik die gebotene Beachtung findet.

„Vor diesem Hintergrund bietet der Vorstand der Intendantengruppe Ihnen seine Hilfe und Unterstützung beim Kampf um den Erhalt der Wuppertaler Bühnen an. Die Schließung des Wuppertaler Schauspielhauses, einem der schönsten Theater-Neubauten nach dem Zweiten Weltkrieg, muss verhindert werden”, so Freytag weiter.

Das Haus habe in den über vierzig Jahren seines Bestehens ein gewichtiges Kapitel der deutschen Theatergeschichte geschrieben - nicht zuletzt durch die großartigen Tanztheater-Schöpfungen von Pina Bausch.

Monika Willer

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